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Vorarlberg

Der Preis für das Arbeitszeitgesetz

ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker nach der Konferenz der KollektivvertragsverhandlerInnen aus allen Branchen: „Bei den Lohnverhandlungen holen wir uns zurück, was uns mit dem neuen Arbeitszeitgesetz genommen wurde!“

Besondere Ereignisse erfordern besondere Maßnahmen – nach diesem Motto haben sich erstmals in der Geschichte der Kollektivvertragsverhandlungen rund 900 ArbeitnehmervertreterInnen aller Branchen zu einer gemeinsamen Konferenz zusammengefunden, um sich auf eine gemeinsame Linie in den Verhandlungen mit den ArbeitgeberInnen einzuschwören. „Wir lassen nicht zu, dass das Leben der ArbeitnehmerInnen mit dem neuen Arbeitszeitgesetz völlig in die Hände der Wirtschaft gelegt wird und sie zu Arbeitsmaschinen gemacht werden“, gibt sich ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker kämpferisch. Bei der Konferenz wurde ein Forderungskatalog für die KV-Verhandlungen erstellt. „Wir werden wie ein Presslufthammer Druck auf die ArbeitgeberInnen ausüben, um dieses Zwangsarbeitsgesetz zu entschärfen“, kündigt Loacker massiven Widerstand an.

„Die Konferenz wurde nötig, weil wir an einer Wende stehen. Unser Leben, unser Sozialstaat, unsere arbeitsmarktpolitischen Errungenschaften sollen in die Hände der Wirtschaft gelegt werden“, warnt Loacker. „Es darf nicht sein, dass der Chef jederzeit bestimmen kann, wann die ArbeitnehmerInnen nach Hause zu ihren Familien dürfen, dass der Chef jederzeit darüber bestimmen kann, ob jemand Zeit für einen Verein oder Hobbys hat. Und wir lassen sicher nicht zu, dass wegen der Gier mancher UnternehmerInnen die Gesundheit der Menschen durch überlange Arbeitswochen leidet“, findet Loacker klare Worte. Mit der Verlängerung der Arbeitszeiten würden die ArbeitnehmerInnen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gedrängt. „Das werden wir nicht zulassen und darum üben wir nun Druck auf die BestellerInnen dieses arbeitnehmerfeindlichen Gesetzes aus – nämlich auf die Industrie- und Wirtschaftsunternehmen“, kündigt Loacker an.

Im Forderungskatalog der KollektivvertragsverhandlerInnen ist unter anderem ein Rechtsanspruch auf eine 4-Tage-Woche festgehalten. Die ArbeitnehmerInnen sollen das Anrecht auf selbstbestimmte Freizeitblöcke, eine 6. Urlaubswoche, bezahlte Arbeitspausen und deutlich höhere Zuschläge für die 11. Und 12. Arbeitsstunde erhalten. „Es geht um Rechtssicherheit, Überstundenentlohnung und um ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit für die Beschäftigten. Das alles ist in diesem Husch-Pfusch-Gesetz der Regierung nicht enthalten“, betont Loacker. Neben der Möglichkeit, dass ArbeitgeberInnen jederzeit und kurzfristig Überstunden anordnen können, besteht gerade bei Gleitzeitmodellen die Sorge, dass für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde keine Überstundenzuschläge bezahlt werden.

Die Zeichen stehen auf einen heißen Herbst. „Jährlich werden über 450 Kollektivverträge verhandelt und abgeschlossen. Sie beinhalten die Spielregeln für das Arbeitsleben sowie die Voraussetzungen für die Arbeitszeiten und Überstunden sowie deren Abgeltung. Auch wenn manchen ArbeitnehmerInnen die weitreichenden schwerwiegenden Folgen dieses Husch-Pfusch-Gesetzes der Bundesregierung nicht bewusst sind, können sie sich sicher sein, dass wir als ihre VertreterInnen nicht locker lassen, um diese massiven Verschlechterungen zu verhindern“, verspricht der ÖGB-Landesvorsitzende Norbert Loacker.

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