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Vorarlberg
vida-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer kann der neuen Saisonnier-Regelung nichts Gutes abgewinnen.

Tourismus setzt auf Billigarbeitskräfte!

vida-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer kann der neuen Saisonnier-Regelung nichts Gutes abgewinnen: „Der Fachkräfte- und Personalmangel wird sich weiter verschärfen!“

Während die Tourismusbetriebe jubeln, sieht der Landesvorsitzende der für die Beschäftigten zuständigen Gewerkschaft vida keinen Grund zur Freude. Die Wirtschaftskammer hat mit dem Sozial- und Tourismusministerium eine neue Verordnung ausverhandelt, wonach unter anderem das Saisonniers-Kontingent erhöht wird. „Die Tourismusbetriebe verbuchen jedes Jahr noch mehr Gewinne und gehen bei den MitarbeiterInnen den einfachsten und billigsten Weg. Anstatt ordentliche Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit die Arbeit im Tourismus attraktiviert wird, wird immer mehr Billigpersonal aus dem Ausland rekrutiert“, kritisiert Stemmer. Damit werde Lohndumping Tür und Tor immer weiter geöffnet. „Nicht der Osterhase, sondern die Bundesregierung bringt den Tourismusbetrieben heuer die Geschenke!“

Der Fachkräfte- und Personalmangel ist für den vida-Gewerkschafter hausgemacht. „Es wundert mich nicht, wenn heimische Arbeitskräfte, die Familien ernähren müssen, in der Branche nicht mehr arbeiten wollen“, spielt Stemmer auf viele unbezahlte Überstunden, zu wenig Nachtruhe und kaum Pausen an – wie ihm viele MitarbeiterInnen immer wieder berichten. „Die Tourismusbetriebe vertreiben mit solch bedenklichen Arbeitsbedingungen die Menschen und schrecken auch Lehrlinge und Jugendliche ab, in dem Beruf auf Dauer tätig zu sein.“ Die Bundesregierung spiele mit der neuen Saisonnier-Regelung gerade „Osterhase“ und verteile einmal mehr ausschließlich Geschenke an die Wirtschaft. „Die Regierung muss endlich Konzepte erarbeiten, um die strukturellen Probleme des heimischen Tourismus zu lösen“, fordert Stemmer. Stattdessen hätten ÖVP und FPÖ bereits mit der 60-Stunden-Woche und einer Verkürzung der Ruhezeiten zu einer weiteren Verschlechterung der Bedingungen beigetragen.

Für Stemmer ist klar: „Es muss darum gehen, Arbeitskräfte zu motivieren und sie entsprechend auszubilden und nicht mit Lohndrückerei durch Billigarbeitskräfte weiter unter Druck zu setzen und zu demotivieren.“ Stemmer fordert neben höheren Löhnen auch faire Arbeitszeitmodelle. „Die Beschäftigten brauchen Planungssicherheit und ausreichend Auszeiten, damit neben dem Beruf auch Freizeit und ein geordnetes Familienleben möglich ist.“ Es könne nicht sein, dass die Betriebe Jahr für Jahr immer noch höhere Gewinne verbuchen, „während die MitarbeiterInnen mit Trinkgeld abgespeist werden.“

„Branchen wie der Tourismus, deren Kollektivverträge knapp über der Armutsgrenze liegen, müssen endlich umdenken und etwas ändern. Die Bundesregierung soll daneben Lohndumping nicht auch noch fördern“, kritisiert Stemmer und wirft der Regierung zudem vor: „Auf der einen Seite werden arbeitswillige Flüchtlinge aus dem Land gejagt und auf der anderen Seite werden mittels neuer Saisonnierverordnung im Niedriglohnsektor mehr Arbeitskräfte aus Drittstaaten ins Land geholt!“

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