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Vorarlberg
„Ohne das enorme Engagement der Pflegekräfte wäre das System schon längst zusammengebrochen.“

Faire Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte

ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer zur prekären Lage im Pflegebereich: „Das System funktioniert nur noch, weil die Pflegekräfte an ihre Grenzen gehen.“

Am 12. Mai wird weltweit der „Tag der Pflege“ begangen, an dem die Leistungen der Menschen in Pflegeberufen in den Mittelpunkt gerückt und auf ihre Arbeitssituation und Missstände im Pflegesystem aufmerksam gemacht werden. „Ohne das enorme Engagement der Pflegekräfte wäre das System schon längst zusammengebrochen“, dankt ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer allen Beschäftigten im Pflegebereich. „Wir müssen die Situation der Beschäftigten in der Pflege dringend verbessern. Dafür braucht es vor allem bessere Rahmenbedingungen und mehr Personal“, fordert Auer.

„Die Betreuung Pflegebedürftiger funktioniert mittlerweile nur noch, weil viele Beschäftigte an ihre Grenzen gehen“, hält Auer fest. „Das System fährt am Anschlag. Die Pflegekräfte zahlen mit ihrem Einsatz einen hohen Preis. Überstunden und ständiges Einspringen werden zur Normalität, belasten die Gesundheit und erschweren ein gutes Leben“, fasst Auer die Probleme zusammen. Bei den derzeit knappen Personalressourcen und Dienstpostenberechnungen können die Beschäftigten Überstunden auch kaum abbauen. Teilzeitkräfte arbeiten daher oft fast Vollzeit. Aktuelle Erhebungen bestätigen das. Laut der jüngsten Nordcare-Studie leisten 70 Prozent der Beschäftigten mehrmals im Monat Mehr- und Überstunden, 20 Prozent sogar unbezahlte.

„Das Motto des Tages der Pflege lautet ‚Gesundheit für alle, das soll auch für die Beschäftigten gelten“, betont Auer. Der Vorsitzende der GÖD-Gesundheitsgewerkschaft, Thomas Steurer, fordert: „Der Personalbedarf in den einzelnen Institutionen, Abteilungen und Stationen muss endlich tatsächlich erhoben und erfüllt werden. Dadurch wird eine deutliche Steigerung der Zufriedenheit in den Pflegeberufen erreicht und die hohe Fluktuation in einzelnen Bereichen gebremst. Die Pflegenden müssen ihre Arbeit gut leisten können, ohne ständig den Sparstift im Nacken zu haben.“ Viele KollegInnen seien aufgrund der hohen Belastung derzeit gezwungen, ihr Beschäftigungsausmaß zu reduzieren, um bis zur Pension durchzuhalten.

„Der Pflegeberuf wird immer unattraktiver – dem müssen wir entgegenwirken.“ Auer fordert erneut bessere gesetzliche Rahmenbedingungen für alle Bereiche in der Pflege und Betreuung. „Dazu gehören neue Personalberechnungsmodelle und eine Finanzierung aus öffentlicher Hand.“ Der Mehrwert der Pflegearbeit müsse sich auch in einer höheren Entlohnung ausdrücken. Jugendliche müssten zudem über Vorbereitungslehrgänge an höheren Schulen an den Beruf herangeführt werden. „Was wir heute versäumen, fehlt künftig für eine würdevolle Pflege. Daher braucht es langfristige Lösungen“, fordert die ÖGB-Landesgeschäftsführerin abschließend.

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