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Vorarlberg
ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Iris Seewald: „Trotz einiger Erfolge gibt es noch viel zu tun!“

Equal Pay Day

In Vorarlberg ist der "Equal Pay Day" leider mit Abstand am frühesten.

Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen schließt sich nur langsam. Nach wie vor werden Frauen in Österreich, im Speziellen aber in Vorarlberg, schlechter bezahlt als Männer. Bei ganzjährig vollzeitbeschäftigten ArbeitnehmerInnen liegt der Lohnunterschied im Ländle bei 27,2 Prozent. Im Alter entsteht sogar eine Pensionslücke von über 40 Prozent.

Iris Seewald, ÖGB-Landesfrauenvorsitzende dazu: „Wir Gewerkschaftsfrauen machen am heutigen Equal Pay Day mit Betriebsaktionen auf die Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen aufmerksam und fordern Politik und Wirtschaft auf, endlich zu handeln. Denn es gibt noch viel zu tun!“ Obwohl sich die Lohnschere zwischen Frauen und Männern seit Jahren schließe, tue sie dies viel zu langsam! Außerdem seien in Vorarlberg die Einkommensunterschiede nach wie vor am größten. Statistisch gesehen verdienen Frauen im Ländle um 27,2 Prozent * weniger als Männer. Das bedeute, dass Vorarlberger Frauen ab heute bis zum Jahresende gratis arbeiten, und das bei Vollzeitbeschäftigung.

Im österreichweiten Vergleich ist Vorarlberg nach wie vor Schlusslicht. Zum Vergleich: der österreichweite Equal Pay Day findet erst am 21. Oktober statt – im Österreichdurchschnitt liegt der Lohnunterschied bei 19,7 Prozent.*

Damit Frauen bald gleich viel verdienen wie Männer, müsse laut Seewald an vielen verschiedenen Schrauben gedreht werden. Ein erster, aber durchaus effektiver Schritt ist für die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende dabei die Einführung der  gesetzlichen Anrechnung der Karenzzeiten. Iris Seewald: „Die Benachteiligungen bei Urlaubsansprüchen, Gehaltssprüngen und bei Kündigungsfristen werden beseitigt und das wirkt sich langfristig auch positiv auf die Pensionen von Frauen aus. Ein großer Erfolg für die Gewerkschaften, die in den vergangenen Jahren mit verantwortungsvoller Kollektivvertragspolitik gezeigt haben, dass es möglich ist, Gleichstellung zu forcieren und Lohnunterschiede zu verringern.“

Forderungspaket zum Schließen der Einkommensschere

Neben einem effizienten Lohntransparenzgesetz braucht es laut Seewald vor allem auch einen österreichweiten Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen und einen Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind. Dieser würde zu einer echten Wahlfreiheit für Frauen führen. „Wir leben im Jahr 2019 und Frauen wollen selbst entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten, wie sie Beruf und Familie vereinbaren, und wie viele Stunden am Tag sie arbeiten wollen. Echte Wahlfreiheit bedeutet aber nicht nur, dass es ausreichend Betreuungsplätze für Kinder gibt, sondern auch für pflegebedürftige Menschen, „damit niemand aus dem Berufsleben oder in die Teilzeit gedrängt wird“, so die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende. Jede zweite Frau in Vorarlberg arbeitet mittlerweile Teilzeit - viele unfreiwillig. Denn nach wie vor lastet der Großteil der unbezahlten Arbeit, wie die Betreuung der Kinder, die Pflege von Angehörigen und der Haushalt auf den Schultern der Frauen. So sind etwa 73 Prozent der pflegenden Angehörigen Frauen, die deswegen oft ihre Erwerbsarbeit einschränken oder ganz aufgeben müssen.

 „Wichtig wäre es, nicht länger über die Lohnunterschiede zu sprechen, sondern Veränderungen einzuleiten. Unser Ziel muss es sein, dass der Equal Pay Day am 31. Dezember stattfindet und Frauen für das, was sie leisten, fair bezahlt werden“, fordert die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende. „Es ist höchste Zeit, dass die Politik konkrete Maßnahmen setzt, die Einkommensschere zu verringern. Es liegen genug Handlungsvorschläge auf dem Tisch“, weist Iris Seewald auf die Forderungen der Gewerkschaftsfrauen hin.

Konkret sind dies:

  • Ein kollektivvertragliches Mindesteinkommen von 1.700 Euro Brutto bei Vollzeitbeschäftigung.

  • Ein Lohntransparenzgesetz für die innerbetriebliche Offenlegung der Gehälter und Löhne.

  • Ausbau und  Rechtsanspruch auf einen kostenfreien Kinderbetreuungsplatz.

  • Flächendeckender Ausbau der Ganztagesschulen mit verschränktem Unterricht.

  • Ausbau der professionellen Pflege- und Betreuungsangebote.

  • Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit um pflegende Angehörige zu entlasten.

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