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Vorarlberg

Viel Luft nach oben!

ÖGB-Landeschef Stemmer versteht die Anhebung des Mindestlohns für Landesbedienstete als Basis für die kommenden Lohnverhandlungen.
ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer fordert vom Land eine stärkere Einbindung der Sozialpartner.

Das Land Vorarlberg erhöht den Mindestlohn für seine Beschäftigten auf 1.800 Euro. „Die Anhebung des Mindestlohnes ist grundsätzlich zu begrüßen, es gibt aber noch viel Luft nach oben“, betont ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Irritiert zeigt sich Stemmer, dass dieser Schritt vor den offiziellen Lohnverhandlungen mit der Gewerkschaft im Dezember gesetzt wurde. Stemmer wünscht sich mehr Dialogbereitschaft seitens des Landes. „Wir bemühen uns um eine funktionierende Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaft ist ein Garant für faire Lohnabschlüsse mit Augenmaß und gute Rahmenbedingungen für die Beschäftigten. Unsere Hand bleibt ausgestreckt und ich hoffe, dass sie angenommen wird.“ Gerade im Spitalsbereich gebe es noch einige Baustellen, die nur unter Einbeziehung der Gewerkschaft gelöst werden könnten.

„Ich sehe den neuen Mindestlohn des Landes als Grundlage für die Verhandlungen mit der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) im Dezember“, betont Stemmer. „Es gibt noch viel Luft nach oben!“ Die untersten Einkommen liegen trotz Erhöhung immer noch sogar unter dem von der Regierung angestrebten Minimum. „Ein großer Wurf ist das bislang nicht. Wenn Vorarlberg eine Vorreiterrolle einnehmen will, dann muss der Mindestlohn deutlich stärker steigen. Zumal auch die Lebenshaltungskosten vor allem durch die hohen Wohnkosten viel höher sind als in anderen Bundesländern“, betont Stemmer. Im vergleichsweise „günstigen“ Burgenland will die dortige Landesregierung den Mindestlohn auf 2.400 Euro anheben.

Bei den Lohnverhandlungen im Dezember muss für Stemmer auch der Spitalsbereich eine besondere Rolle einnehmen. „Es braucht eine zeitgemäße und den gestiegenen Aufgaben angepasste Personalberechnung, was in der Folge mehr MitarbeiterInnen bedeutet. Die Personaldecke muss auf solide Beine gestellt werden“, fordert Stemmer. Es brauche zudem ein neues Gehaltsschema, das die Mehrbelastungen abbilde. „Gerade im Spitalsbereich, in dem in Vorarlberg 4.000 Beschäftigte arbeiten, ist die Expertise der Gewerkschaft, die mit ihren BetriebsrätInnen die Situation direkt vor Ort im Blick und beide Ohren bei den Beschäftigten hat, unerlässlich“, betont Stemmer.

Stemmer hofft, dass sein Angebot zu einem stärkeren sozialpartnerschaftlichen Dialog von der Landesregierung angenommen wird. „Wer sich ernsthaft um die ArbeitnehmerInnen in diesem Land bemüht, der muss mit den Gewerkschaften an einen Tisch sitzen“, stellt Stemmer klar. „Die Gewerkschaften haben etwa bei den Lohnverhandlungen heuer schon sehr gute und für alle Beteiligten faire Ergebnisse erzielt. Dieser sozialpartnerschaftliche Weg muss auch in Vorarlberg möglich sein“, wünscht sich der neue ÖGB-Landesvorsitzende ein „Aufeinanderzugehen“ aller Beteiligten.

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