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Vorarlberg

Chancengleichheit durch Kinderbetreuung

ÖGB-Frauen fordern Maßnahmen zur Vermeidung von Altersarmut.

„Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, sind immer noch nicht selbstverständlich. Dabei ist eine ganzjährige, qualitätsvolle Kinderbetreuung ein wesentlicher Schlüssel für die Chancengleichheit am Arbeitsplatz. Von Wahlfreiheit können wir nur sprechen, wenn es auch genügend Angebote gibt“, betont Iris Seewald, Landesfrauenvorsitzende der ÖGB-Frauen in Vorarlberg.

„Für Frauen ist es oft sehr schwer möglich, wieder in den Beruf einzusteigen, geschweige denn, sich für eine Vollzeitarbeit zu entscheiden. Das wirkt sich negativ auf das Einkommen aus und führt dazu, dass viele Frauen im Alter finanziell vom Partner abhängig sind und viel häufiger von Altersarmut betroffen sind“, bringt Iris Seewald das Dilemma auf den Punkt.

Frauen besonders von prekärer Beschäftigung betroffen

Ein Drittel aller Beschäftigten in Österreich arbeitet bereits in atypischen Arbeitsverhältnissen, also in Teilzeit, geringfügiger Beschäftigung oder in freien Dienstverträgen. Bei Frauen liegt der Anteil sogar bei 51 Prozent. In Vorarlberg arbeiten rund 50.000 Menschen in Teilzeit, davon sind 43.400 weiblich. „Das sind alarmierende Zahlen, denn atypische Beschäftigung führt oft direkt in die Altersarmut“, sagt Seewald: „Ein einziges Jahr Teilzeit kostet 1,8 bis 2,4 Prozent der monatlichen Pension. Also jedes Jahr, das eine Frau Teilzeit arbeitet, bedeutet 100 Euro weniger in der Pension.“

Teilzeit und Geringfügigkeit als Armutsfalle

In keinem anderen Bundesland klaffe die Pensionsschere so weit auseinander wie in Vorarlberg, so die Gewerkschafterin. Die durchschnittliche Pension von Frauen betrage bei uns 941 Euro, also ca. die Hälfte der Ansprüche von Männern. Das sei beschämend. Als Gründe dafür sieht Seewald neben dem hohen Anteil an Teilzeitbeschäftigung vor allem längere Erwerbsunterbrechungen und fehlende Aufstiegschancen. „Frauen passen ihr Erwerbsleben zu einem großen Teil ihrem Familienleben an bzw. sind aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen dazu gezwungen. Das wirkt sich im Alter besonders negativ aus“, betont die Landesfrauenvorsitzende.

Anlässlich des Internationalen Frauentags stellen die ÖGB-Frauen in diesem Jahr den Kampf gegen die Altersarmut von Frauen in den Fokus. Um strukturelle Benachteiligungen von Frauen zu beseitigen, ist aus Sicht der ÖGB-Frauen ein Bündel an Maßnahmen notwendig:  

  • eine Höherbewertung der Kindererziehungszeiten und Pflegezeiten für die Pension,

  • ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz und ein weiterer Ausbau von Ganztagsklassen

  • die Reduktion der Schließtage – Vorarlberg liegt mit 30 Schließtagen mit Burgenland und Tirol am Ende der Tabelle (zum Vergleich: Wien hat 7 Schließtage)

  • eine Erhöhung des Mindestlohns auf 1.700 Euro.

  • ein Rechtsanspruch auf Erhöhung des Beschäftigungsausmaßes, wenn dies betrieblich möglich ist (Teilzeit auf Vollzeit)

  • Arbeitszeitverkürzung, auch als Beitrag zur gerechten Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit.

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