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Vorarlberg

Baustellenstopp: Feuer am Dach!

Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und der ÖGB Vorarlberg fordern nach dem Arbeitsstopp auf Landesbaustellen, dass auch private Bauträger die Arbeit einstellen.
„Jetzt muss sofort auch die private Baubranche die Arbeit einstellen!“
„Jetzt muss sofort auch die private Baubranche die Arbeit einstellen!“

„Es ist ein viel zu großes Risiko, die MitarbeiterInnen auf den Baustellen im Land weiterarbeiten zu lassen“, warnt der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz, Gerhard Flatz. „Nachdem private Bauträger nicht freiwillig die Arbeit einstellen, muss das Land eine entsprechende Verordnung erlassen“, fordert Flatz. Auch ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer verlangt von der Landesregierung: „Alle Baustellen sollen vorläufig dicht gemacht werden, bevor es zu spät ist!“ Er appelliert dabei an die Unternehmen eindringlich, vom neuen Corona-Kurzarbeit-Modell Gebrauch zu machen.

GBH-Landesgeschäftsführer Gerhard Flatz und ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer fordern, dass die Landesregierung kurzfristig eine Baustellen-Verordnung erlässt, um das Chaos am Bau zu beenden. „Die Beschäftigten in der Baubranche arbeiten auf engstem Raum zusammen, werden in Firmenbusse gepfercht und finden auf den Baustellen zum Teil nicht die erforderlichen Hygienemaßnahmen vor“, beschreibt Flatz die inakzeptable Lage. Den Mindestabstand einzuhalten und das Vermeiden des sozialen und direkten Kontaktes seien für die Beschäftigten in der Praxis nicht möglich. „Es ist grob fahrlässig diesen Zustand weiter bestehen zu lassen! Wir können die Entscheidung über einen Baustopp nicht den Firmen selbst überlassen. Es braucht eine Verordnung von ganz oben.“

Auch aus der Baubranche selbst kommen immer mehr kritische Stimmen. So haben vereinzelt sogar große Baufirmen den Betrieb weitgehend eingestellt. Kleinere Betriebe wollen nachziehen. So kritisiert etwa Richard Steinegger aus Lustenau, der Natursteine und Platten verlegt, die untragbare Situation. „Es gibt eine Verordnung, die das Arbeiten auf öffentlichen Baustellen untersagt, aber im privaten Bereich soll es so weitergehen. Das ist unsinnig und grob fahrlässig.“ Die Beschäftigten würden damit auch unnötig unter Druck gesetzt. „Wir dürfen da nicht lange diskutierten. Es ist Feuer am Dach“, findet Steinegger klare Worte und fordert ebenfalls einen generellen Baustopp.

„Wenn sogar Betriebe selbst fordern, endlich die Reißleine zu ziehen, sollten alle Alarmglocken schrillen“, appelliert ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer an die Landesregierung, rasch zu handeln. „Diese Situation ist untragbar. So wird auf unverantwortliche Weise die Gesundheit der Beschäftigen aufs Spiel gesetzt“, kritisiert Auer.

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