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Vorarlberg

Maßnahmen gegen Lehrstellenkatastrophe

Die Jugendarbeitslosigkeit hat sich aufgrund der Corona-Krise VERDOPPELT! Die Regierung hat bis jetzt noch nichts unternommen! • Wenn nicht jetzt, wann dann?
ÖGB und ÖGJ in Vorarlberg fordern vom Land ein Maßnahmenpaket zu schnüren, um die Lehrausbildung zu sichern.
ÖGB und ÖGJ in Vorarlberg fordern vom Land ein Maßnahmenpaket zu schnüren, um die Lehrausbildung zu sichern.

„Über 3.100 Jugendliche sind derzeit in Vorarlberg ohne Job. Im Herbst werden viele noch dazukommen, wenn nicht rasch Lehrstellen geschaffen werden“, warnt Sophia Berkmann, Landesvorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) einmal mehr vor einer drohende Lehrstellenkatastrophe. Sie fordert mehr Tempo bei der Erarbeitung von Maßnahmen, um eine verlorene Generation von Jugendlichen ohne Ausbildung zu verhindern. ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer ergänzt: „Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Das neue Expertengremium des Landes ist aufgefordert, diese in ihr Konzept aufzunehmen.“

„Der Schaden durch eine Generation ohne Ausbildung ist enorm“, warnt Berkmann. Junge Menschen, die keinen Job oder keine Ausbildung haben, kämpfen nicht nur meist dauerhaft mit Einkommensverlusten, sondern leiden wesentlich öfter unter psychischen Erkrankungen. Den Unternehmen droht ein massiver Fachkräftemangel. „Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist.“ Der Lehrlingsbonus der Bundesregierung sei ein erster Schritt, es müsse aber weitere Investitionen geben – auch vom Land. „Die Landesregierung muss ihr Angebot an Ausbildungsplätzen im landeseigenen und landesnahen Bereich sowie bei der überbetrieblichen Lehrausbildung massiv aufstocken. Außerdem muss über zusätzliche Förderungen für in Not geratene Lehrbetriebe und große Betriebe, die über Bedarf ausbilden, nachgedacht werden“, so Berkmann.

Nur zu versuchen, Betriebe zu informieren, wie wichtig die Lehrausbildung für das eigene Unternehmen ist, werde nicht reichen, sind Berkmann und Stemmer überzeugt. „Den Betrieben ist sehr wohl klar, dass nur sie selbst etwas gegen den Fachkräftemangel tun können. Krisengebeutelte Firmen brauchen deshalb statt gutem Zureden sofort finanzielle Unterstützung, um Lehrlinge ausbilden zu können“, betont Stemmer. „Es sind massive Investitionen von Bundes- aber auch Landesseite notwendig, um eine verlorene Generation von Jugendlichen ohne Job und Ausbildungsplatz zu verhindern.“ Schon jetzt ist das Angebot an offenen Lehrstellen um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. „In Zeiten von Krisen überlegen es sich Unternehmen dreimal, ob sie Lehrlinge aufnehmen. Deshalb ist zu befürchten, dass das Angebot im Herbst nochmal schrumpft.“

Berkmann und Stemmer erwarten sich von dem Expertengremium des Landes ein umfassendes Maßnahmenpaket, damit wegen der Corona-Krise und der drohenden Wirtschaftskrise keine Jugendliche und kein Jugendlicher ohne Ausbildung auf der Straße stehen muss. Gleichzeitig appelliert Stemmer an alle unter der Krise leidenden Firmen: Statt Lehrverhältnisse wegen Corona zu lösen, sollen sie ihre Lehrlinge in die Kurzarbeit mitnehmen. Stemmer tritt zudem für eine Verlängerung der Kurzarbeit über den Herbst hinaus ein.

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