Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Vorarlberg

Frauenpensionen: Vorarlberg ist Schlusslicht

Frauen bekommen in Vorarllberg 48,3 Prozent weniger Pension als Männer.

„Frauen bekommen in Vorarlberg rund 48 Prozent weniger Pension als Männer. Damit liegen wir im Bundesländervergleich abgeschlagen am unrühmlichen letzten Platz.“ Darauf macht ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Iris Seewald anlässlich des Equal Pension Day aufmerksam, der in Vorarlberg am 7. Juli, also morgen, stattfindet. Das sei umso beschämender, als der bundesweite Equal Pension Day dieses Jahr erst am 30. Juli stattfindet. Im Österreich-Durchschnitt beträgt der Pensions-Gap 41,9 Prozent. Zur Erklärung: der Equal Pension Day ist der Tag, an dem der durchschnittliche Pensionist seit Beginn des Jahres jenen Betrag erhalten hat, den die durchschnittliche Pensionistin erst mit Ende des Jahres erreichen wird.

Konkret bedeutet das: die durchschnittliche Alterspension von Männern liegt in Vorarlberg bei 1.932 Euro, die von Frauen bei 999 Euro (Quelle: Pensionsversicherungs-Jahresstatistik). Für die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende zeigt sich hier deutlich: „Bei der Pensionslücke wirken sämtliche Nachteile für Frauen am Arbeitsmarkt zusammen: sie arbeiten oft in Teilzeit, haben häufiger Berufsunterbrechungen zur Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen und haben geringere Aufstiegschancen.“ Seewald gibt weiters zu bedenken: „Durch jedes Jahr Teilzeit (20 Stunden pro Woche) verringert sich die Pension um ein Prozent, und durch jedes Jahr der Unterbrechung sogar um zwei Prozent.“

„Frauenpensionen steigen erst dann, wenn die Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt besser werden“, betont die ÖGB-Landesfrauenvorsitzende. Dafür brauche es umfassende Maßnahmen, wie eine flächendeckende und vor allem leistbare Kinderbetreuung. Dazu gehöre auch das Reduzieren der Schließtage von Kleinkindbetreuungseinrichtungen und Kindergärten sowie die Erweiterung der Öffnungszeiten. Denn nur, wenn das Betreuungsangebot stimme, könnten Frauen erwerbstätig sein und für ihre eigene Pension vorsorgen, ist Seewald überzeugt.

Die Gewerkschaftsfrauen fordern in diesem Zusammenhang ein Konjunkturpaket für den Ausbau der Kinderbetreuung. Nachhaltig sollen 1 Prozent des BIP für Elementarpädagogik investiert werden. Dies wäre die Anhebung der Mittel auf den Durchschnitt der EU und würde ein Plus von 1,2 Mrd. Euro jährlich mehr für die Bildung unserer Kinder bedeuten.

Eine weitere Maßnahme zur Verkleinerung der Pensionslücke ist für die Gewerkschafterin eine Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Jede zweite Frau in Vorarlberg arbeite in Teilzeit. Deshalb wären es auch vor allem Frauen, die von einer Arbeitszeitverkürzung profitieren würden. Aber auch Männer hätten mehr Zeit für ihre Familien, fügt Seewald hinzu.

Lohngerechtigkeit jetzt!

Die Arbeitnehmervertreterin fordert endlich eine faire Bezahlung von Frauen. Die Corona-Krise habe eindrücklich gezeigt, wie wichtig die Arbeit in systemrelevanten Berufen ist, egal ob im Handel oder im Pflege- und Gesundheitsbereich. Vor allem Frauen hätten das Land in der Krise am Laufen gehalten. Klatschen allein reiche hier nicht. Es brauche langfristige Maßnahmen, konkret ordentliche Löhne und Gehälter sowie bessere Arbeitsbedingungen.

„48 Prozent weniger Pension ist eine bestürzend hohe Zahl. Altersarmut in Österreich ist weiblich, Es liegen viele Vorschläge auf dem Tisch, die die Situation von Frauen in der Arbeitswelt wesentlich verbessern. Jetzt gilt es, diese Maßnahmen auch umzusetzen“, fordert Iris Seewald die Regierung auf, endlich zu handeln.

Artikel weiterempfehlen