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Vorarlberg

Arbeitszeitverkürzung schafft Arbeitsplätze!

ÖGB-Landesvorsitzender Stemmer sieht die Zeit für eine Arbeitszeitverkürzung gekommen.
Motiviertere ArbeitnehmerInnen durch eine Arbeitszeitverkürzung sorgen auch für höhere Produktivität.
Motiviertere ArbeitnehmerInnen durch eine Arbeitszeitverkürzung sorgen auch für höhere Produktivität.

"Eine Arbeitszeitverkürzung etwa auf eine 4-Tage-Woche bringt Vorteile für alle Beteiligten und ist gerade jetzt in der Coronakrise eine wichtige Maßnahme, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln“, ist ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer überzeugt. Wenig Verständnis hat Stemmer für die „reflexartige Ablehnung“ seitens der UnternehmensvertreterInnen wie Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer. „Die Rekordarbeitslosigkeit schadet der gesamten Wirtschaft. Das Problem kann nicht nur einer Gruppe allein aufgebürdet werden“, betont Stemmer.

"Durch das Corona-Kurzarbeit-Modell konnten wir viele Arbeitsplätze retten", betont Stemmer. Viele Unternehmen würden die Folgen der Krise aber erst im Herbst zu spüren bekommen. Damit droht auch die Arbeitslosigkeit wieder zu steigen. "Einerseits muss rasch ein neues Kurzarbeit-Modell entwickelt werden, andererseits benötigen wir dringendst neue und längerfristige Nachfolgemaßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung.“ Die vorhandene Arbeit müsse besser verteilt werden. Auch in Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung. „Vor 45 Jahren wurde die 40-Stunden-Woche eingeführt. Auch damals gab es Widerstand. Nun ist es wieder Zeit, die Arbeitszeit den modernen Gegebenheiten anzupassen“, fordert Stemmer.

Die Ablehnung der UnternehmensvertreterInnen ist für Stemmer eine „reflexartige Angstreaktion“. Studien würden belegen, dass kürzere Arbeitswochen zu mehr Engagement der Belegschaft, gesteigerter Produktivität und Unternehmensgewinnen führen. „Die Beschäftigten sind insgesamt zufriedener und weniger gestresst.“ Eine Arbeitszeitverkürzung würde auch Familien und speziell Frauen entlasten, die zusätzlich immer noch den überwiegenden Teil der unbezahlten Familien- und Hausarbeit leisten. „Wenn Familienarbeit besser aufgeteilt werden kann, tun wir damit sogar etwas gegen die Lohn- und Pensionsschere, die ja in Vorarlberg zwischen Frauen und Männern am weitesten auseinanderklafft.“

Stemmer ist überzeugt: „Eine Arbeitszeitverkürzung bringt für alle Beteiligten nur Vorteile!“ Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer sollten sich nicht dagegen verschließen, „denn auf Dauer führt kein Weg daran vorbei!“ Wenn die Regierung nicht reagiere, werde es die Gewerkschaft tun. „In vielen Kollektivverträgen haben wir bereits eine Arbeitszeitreduktion erreicht. Bei den anstehenden Verhandlungen im Herbst werden wir wieder einen Zahn zulegen“, verspricht Stemmer.

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