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Vorarlberg

JETZT Arbeitslosengeld erhöhen!

Um eine „Sozialkrise“ zu verhindern, muss die Bundesregierung dringend das Arbeitslosengeld erhöhen.

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten lassen kaum Hoffnung aufkommen, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt bald wesentlich entspannt. „Es ist zu befürchten, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten wieder auf Rekordniveau steigt. Deshalb muss die Bundesregierung rasch handeln und Arbeitslose mit einem deutlich höheren Arbeitslosengeld absichern. Nur so können diese Menschen vor einem wirtschaftlichen und sozialen Totalabsturz bewahrt werden“, ist ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer überzeugt. Die Coronakrise werde die heimische Wirtschaft noch länger lähmen. „Für Arbeitssuchende ist es daher fast unmöglich, rasch wieder Arbeit zu finden und werden damit in die Langzeitarbeitslosigkeit gedrängt.“

Der weltweite Wirtschaftseinbruch aufgrund der Corona-Pandemie hat zu einer Exportflaute geführt. Zahlreiche heimische Unternehmen bekommen die Folgen in den nächsten Monaten zu spüren. Dadurch sind tausende Arbeitsplätze in Gefahr. Allein Ende August gab es in Vorarlberg um 1.064 Stellen weniger wie im Vorjahr. Laut einer aktuellen österreichweiten Umfrage von Karriere.at hat etwa jeder/jede fünfte ArbeitnehmerIn Angst um ihren/seinen Job.

„Im Herbst spätestens aber Anfang kommenden Jahres sind weitere Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt zu befürchten. Es droht ein weiterer Jobabbau. Menschen, die jetzt bereits arbeitslos sind, rutschen in die Langzeitarbeitslosigkeit.“

Dadurch würden viele Betroffene in Existenznöte geraten. „Die Nettoersatzrate von 55 Prozent des letzten Einkommens ist viel zu niedrig. Wenn man auf längere Zeit mit einem dermaßen großen Einkommensverlust auskommen muss, wird es sehr, sehr eng“, betont Stemmer. Der ÖGB-Landesvorsitzende fordert einmal mehr die Anhebung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent des Nettoeinkommens.

Arbeitslose Menschen sind jetzt und waren auch vor der Coronakrise stark armutsgefährdet. Das durchschnittliche Arbeitslosengeld lag 2019 monatlich bei rund  960 Euro (Tagsatz von 32,81 EUR; Quelle: Statistik Austria), das ist deutlich unter der Armutsgrenze von 1.259 Euro. In Österreich ist das Arbeitslosengeld im Verhältnis zum letzten Nettoeinkommen mit 55 Prozent relativ niedrig. International gesehen, liegt Österreich an hinterer Stelle. „Es wird stets betont, wie wichtig die Kaufkraft zur Stabilisierung der Wirtschaft ist. Eine Einmalzahlung wie sie von der Bundesregierung beschlossen wurde, löst das Problem nicht“, kritisiert Stemmer. Vielmehr sei eine höhere Unterstützung für arbeitslose Menschen ein wichtiger Beitrag und sichere ebendiese Kaufkraft.

„Nach der Coronakrise droht uns eine noch nie dagewesene Sozialkrise. Umso länger die Bundesregierung mit der finanziellen Absicherung von arbeitslos gewordenen Menschen wartet, umso schlimmer wird diese Sozialkrise ausfallen“, warnt Stemmer. Der ÖGB-Landesvorsitzende ist überzeugt: „Noch nie war die Erhöhung des Arbeitslosengeldes dringender als jetzt!“

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