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Frauen

Karenzzeiten gesetzlich anrechnen, ja!

In Kollektivverträgen wurden viele Verbesserungen erreicht. So erhält zum Beispiel eine Kassierin im Handel 174 Euro mehr pro Monat.

Kinder dürfen kein Nachteil im Berufsleben sein! Daher fordern die Gewerkschaften schon seit Jahren die volle gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten. Das würde nämlich nicht nur dazu führen, dass die Lohnschere zwischen Frauen und Männern rascher geschlossen wird, sondern auch dazu, dass alle Elternteile, die in Karenz gehen, gleiche Voraussetzungen vorfinden.

Verzögerung kostet Geld

Gescheitert ist das bisher jedoch immer am Widerstand der ÖVP – und je länger die gesetzliche Umsetzung verzögert wird, desto länger sind ArbeitnehmerInnen, insbesondere Frauen, finanziell benachteiligt. Auch wenn es den Anschein hat, ÖVP-Klubobmann August Wöginger würde sich für eine bessere Anrechnung einsetzen, blockiert die ÖVP auch jetzt eine gesetzliche Regelung. Mit der „Begründung“: Die Sozialpartner sollen für Verbesserungen in den Kollektivvertragsverhandlungen sorgen. Das ist insofern nicht nachvollziehbar, da die Gewerkschaften das Thema seit Jahren in die KV-Verhandlungen einbringen, in vielen Kollektivverträgen wurden auch wesentliche Fortschritte erzielt.

Ein Beispiel dafür ist der Handel, ein Bereich mit sehr vielen weiblichen Beschäftigten. Von rund 400.000 Angestellten sind fast zwei Drittel Frauen. Karenzzeiten werden im Gehaltssystem Neu im Kollektivvertrag für Handelsangestellte im Ausmaß von bis zu 22 Monaten pro Kind für Vorrückungen in der Gehaltsordnung angerechnet. Das gilt für Elternkarenzen, die ab dem 1. Dezember 2017 oder danach beginnen.

Berechnungsbeispiel: Anrechnung bringt 174 Euro mehr pro Monat

Welchen finanziellen Unterschied die Karenzanrechnung ausmachen kann, zeigt ein Beispiel aus dem Handel. Karin F. ist seit sechs Jahren in einem großen Unternehmen als Kassierin beschäftigt und verdient 1.781 Euro brutto. Sie geht 18 Monate in Karenz, um sich um ihr Kind zu kümmern. Weil ihr diese 18 Monate angerechnet werden, und sie deswegen auch im Gehaltsschema vorrückt, bekommt sie bei ihrem Wiedereinstieg 1.980 Euro brutto. Ohne die neue Anrechnung im Kollektivvertrag würde sie nur 1.806 Euro brutto bekommen. Das sind 174 Euro brutto, die Karin monatlich mehr bekommt. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das inklusive Sonderzahlungen 2.436 Euro brutto.
 

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