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Frauen

Nur wer selbst wählt, bestimmt mit

ÖGB-Festveranstaltung erinnert an 100 Jahre Frauenwahlrecht

Vor 100 Jahren wurde ein wichtiger Meilenstein in der Frauenpolitik erzielt: Das Wahlrecht für Frauen. Bei der Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919 waren Frauen damit erstmals in Österreich sowohl aktiv als auch passiv wahlberechtigt. An diese große frauenpolitische Errungenschaften erinnern die ÖGB-Frauen mit ihrer heutigen Festveranstaltung "100 Jahre Frauenwahlrecht" im ÖGB in Wien.

"Nur wer selbst wählt, kann auch mitbestimmen“, betonte Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, in ihren Begrüßungsworten. Das heute selbstverständliche Recht wurde Frauen aber nicht einfach so geschenkt, sondern musste erst hart erkämpft werden. Aber Frauen wollen auch ein Wahlrecht, wie sie ihr Leben gestalten, welche Lebensform sie wählen und wie sie Beruf und Familie vereinbaren, betont Schumann in diesem Zusammenhang: "Und wir, GewerkschafterInnen, werden uns weiterhin für Verbesserungen der notwendigen Rahmenbedingungen für die ArbeitnehmerInnen, für die Frauen einsetzen."

In dieselbe Kerbe schlägt auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: "Das Ziel der Gewerkschaften ist, ein gutes Leben für alle. Daher ist unser Kampf für eine gerechte Gesellschaft und Gleichberechtigung nicht abgeschlossen - ganz im Gegenteil, er fängt erst an." In diesem Zusammenhang verweist er auf aktuelle Entwicklungen, die noch mehr Frauen in die Teilzeit drängen werden, wie etwa der 12-Stunden-Tag.

"Solidarity forever"

"Wenn man an die Einführung des Wahlrechts denkt, dann denkt man auch an die ArbeiterInnen-Bewegung, die dafür gekämpft hat. Auch heute, hundert Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts, geht es nach wie vor um Arbeitsbedingungen und um wirtschaftliche Unabhängigkeit", betont Renate Anderl, AK-Präsidentin, in ihren Begrüßungsworten und fügt hinzu: "Und wir haben alle etwas Besseres verdient, als weitere 100 Jahre darauf warten zu müssen, gleich Chancen, gleiche Rechte und endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu bekommen."

"Solidarity forever": Mit diesen Worten begann und beendete Heinz Fischer, Bundespräsident a.D., seine Rede bei der heutigen Festveranstaltung der ÖGB-Frauen. "Erst seit hundert Jahren dürfen Frauen in Österreich wählen. Spitzenpositionen in Politik und Gesellschaft erkämpfen sie sich langsam. Größter Nachholbedarf besteht bei der beruflichen Gleichstellung. Daher muss dieser Tag auch ein Tag sein, an dem man in die Zukunft blickt und überlegt, was die nächsten Schritte sein könnten, die auf diesem Gebiet gesetzt werden können." 

12. November 1918

2018 jährt sich die Einführung des Frauenwahlrechts in Österreich zum einhundertsten Mal. Das Ende des ersten Weltkriegs und der Zusammenbruch der k.-und-k.-Monarchie führten zur Gründung der Republik. In dieser politischen und gesellschaftlichen Umbruchsphase konnte den Frauen das Wahlrecht nicht mehr vorenthalten werden. Am 12. November 1918 wurde Frauen das aktive und passive Wahlrecht zuerkannt. Erst die Einführung des Frauenwahlrechts beendete den Ausschluss der Frauen von politischen Entscheidungen. 1919 konnten sie erstmals gleichberechtigt mit Männern ihr Wahlrecht wahrnehmen.

Politische Mitbestimmung als Grundrecht

Bei der Einführung des Frauenwahlrechts ging es auch darum, den ursprünglich als "männlich" gedachten Staat neu zu definieren und für das "weibliche" Geschlecht zu öffnen. Verfassungsdemokratien beruhen auf dem Prinzip der politischen Mitbestimmung ihrer StaatsbürgerInnen als Grundrecht. Das wichtigste Mittel dafür ist das Wahlrecht zum Parlament und allen anderen politischen Vertretungen.

Viele Vertreterinnen jener Frauen, die den Kampf für das Frauenwahlrecht geführt haben, zogen nach der Wahl in die konstituierende Nationalversammlung ein. Darunter viele engagierte Gewerkschafterinnen wie etwa Anna Boschek, Hildegard Burjan, Adelheid Popp und Amalie Seidel. Für die Gewerkschafterinnen sind diese Pionierinnen bis heute Vorbild und Triebkraft.

Ausstellung: Frauen wählet!

Statt Infos auf Plakate zu drucken und diese „Ausstellung“ zu nennen, hat die Nationalbibliothek eine virtuelle Ausstellung zusammengestellt. Beginnend mit der Revolution von 1848 wird der Weg bis zum Wahltag am 16. Februar 1919 anhand von Illustrationen, Zeitungsausschnitten, Fotos, Plakaten und Flugblättern nachgezeichnet. Ein Abschnitt widmet sich auch dem Frauenwahlrecht in Europa, das als erstes 1906 in Finnland eingeführt wurde. Schlusslicht ist Liechtenstein. Dort dürfen Frauen erst seit 1984 wählen.

Mehr Information zur Asstellung "Frauen wählet!" der Nationalbibliothek

 

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