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Frauen

Kinderbetreuung: Eltern unzufrieden

ÖGB und AK präsentieren Ergebnisse der Umfrage „Kind & Job – wie schaffen Sie das?“

Eltern sind mit den Öffnungszeiten, den Schließtagen und den hohen Kosten der Kinderbetreuung unzufrieden. Zu dem wünschen sich fast drei Viertel der Eltern einheitliche Qualitätsstandards. Zu diesem Ergebnis kommt die ÖGB/AK-Onlineumfrage „Kind und Job – wie schaffen Sie das?“, für die 3.500 Personen befragt wurden. Zudem wurde von den Befragten auch der 12-Stunden-Tag thematisiert, obwohl gar nicht danach gefragt wurde. Viele gaben an, dass überlange Arbeitszeiten die Kinderbetreuung noch schwieriger machen. Andere berichteten, dass sie bereits jetzt 12-Stundendienste haben und es kein passendes Kinderbetreuungs-Angebot dafür gibt.

Anspruch auf Gratis-Kinderbetreuungsplatz notwendig

„Der kostenfreie Zugang zu Bildung ist für AK und ÖGB eine Frage der Gerechtigkeit. Kinderbetreuung – und -bildung muss als Bildungseinrichtung – so wie die Schule – kostenlos werden“, betont Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende. Daher fordern die ÖGB-Frauen einen österreichweiten Maßnahmenplan zum Ausbau der Kinderbetreuung. Ziel müsse sein, dass jedes Kind einen Gratis-Kinderbetreuungsplatz hat. „Jedes Kind hat das Recht auf gleiche Bildungschancen und ein Recht darauf, Zeit qualitativ und spielerisch mit Gleichaltrigen zu verbringen“, sagt Schumann.

Höchste Zeit, Unterschiede zu beseitigen

72 Prozent, also fast drei Viertel, der befragten Eltern finden, dass einheitliche Qualitätsstandards wichtig oder sehr wichtig sind. Seit langem fordern AK und ÖGB ein Bundesrahmengesetz für elementarpädagogische Einrichtungen und Horte, das „Mindeststandards“ u.a. in folgenden Punkten regelt: Aus- und Fortbildung des Personals, Kinderanzahl pro Gruppe, Fachkraft-Kind-Schlüssel, räumliche Erfordernisse und Ausstattung sowie Öffnungszeiten. Derzeit gibt es österreichweit große Unterschiede: Während zum Beispiel in einem Bundesland eine Gruppe bis zu 30 Kinder umfassen darf, sind es in einem anderen nur 20. Haben PädagogInnen in dem einem Bundesland 16 Stunden pro Woche bezahlte Vor- und Nachbearbeitungszeit, sind es in einem anderen nur sechs Stunden. Kostet das Mittagessen etwa in Mattersburg 3,40 Euro pro Tag, sind es in Ternitz 4,50 Euro. Und während in dem einem Bundesland maximal 54 Euro für die Nachmittagsbetreuung verrechnet werden, sind es woanders bis zu 300.

„Die Kinderbetreuung ist nicht der Schlüssel zu einem bestimmten Problem, sie ist ein ganzer Schlüsselbund. Ob es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, die Gleichstellung von Männern und Frauen oder die Chancengerechtigkeit der Kinder – bei all diesen wichtigen Zielen spielt die Kinderbildung eine zentrale Rolle“, betont AK-Präsidentin Renate Anderl.

Die Umfrage-Ergebnisse im Detail:

  • Insgesamt 18 Prozent der Eltern nutzen kein Kinderbildungs- und -betreuungsangebot. Der Großteil davon, nämlich 12 Prozent, verzichtet jedoch nicht freiwillig darauf. Viele geben an, dass die Einrichtung entweder zu teuer war, die Öffnungszeiten nicht gepasst haben oder es für junge Kinder kein Angebot gab.
  • Österreichweit sind rund 30 Prozent der Eltern mit den Kosten für die Kinderbetreuung unzufrieden. Am größten ist die Unzufriedenheit in Tirol mit 37 Prozent. 
  • Drei von 10 Eltern sagen, sie sind mit dem Ende der Öffnungszeiten wenig oder gar nicht zufrieden. Am größten ist die Unzufrieden in Kärnten und Tirol (knapp 4 von 10). Am wenigsten Unzufriedenheit gibt es in Wien: nur 17 Prozent sind sehr oder eher unzufrieden.
  • Jede/r dritte Befragte ist mit den Schließtagen wenig oder gar nicht zufrieden. In Wien gibt es die wenigsten Beschwerden, aber selbst hier sind zwei von 10 Eltern in der Frage der Schließtage nicht wirklich glücklich. In Niederösterreich waren am meisten Eltern wenig oder gar nicht zufrieden, nämlich vier von 10.

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