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Frauen

43 Prozent weniger Pension für Frauen

Pensionsunterschied zwischen den Geschlechtern nach wie vor enorm

Die ÖsterreicherInnen arbeiten immer länger. Im vergangenen Jahr gingen Männer durchschnittlich mit 61,3 Jahren und Frauen mit 59,3 Jahren in Pension. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) hervor. Große Unterschiede gibt es aber nach wie vor bei der Pensionshöhe: So bekommen Männer, die sich letztes Jahr aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, im Schnitt 2. 268 Euro. Frauen hingegen erhalten nur 1.292 Euro.

Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, erklärt im oegb.at-Interview, was es braucht, um die Situation von Frauen auch in der Pension deutlich zu verbessern.

Frauen bekommen rund 43 Prozent weniger Pension als Männer. Woran liegt das?
Schumann: Es beginnt damit, dass Frauen in Österreich im Schnitt 20 Prozent weniger als Männer verdienen. Dazu kommt, dass sie oft unfreiwillig in Teilzeit arbeiten und den Großteil der unbezahlten Arbeit erledigen, wie etwa Kindererziehung und Pflege von Angehörigen. Das alles wirkt sich negativ auf die Pensionshöhe aus und führt außerdem dazu, dass Frauen besonders von Altersarmut betroffen sind.

Welche Maßnahmen braucht es, um die Situation von Frauen auch im Alter zu verbessern?
Schumann: Klar ist: Frauenpensionen werden erst dann steigen, wenn die Arbeitsbedingungen verbessert werden und Frauen gleiche Chancen am Arbeitsmarkt vorfinden. So ist die Anrechnung der Karenzzeiten ein effektives Mittel zur Gleichstellung von Geschlechtern und würde wesentlich dazu beitragen, die finanzielle Situation von Frauen zu verbessern. Eine gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten wird aber nach wie vor von der Bundesregierung blockiert. Und je länger das der Fall ist, desto mehr Geld verlieren Frauen. Außerdem braucht es ganz dringend einen Rechtsanspruch auf einen Gratis-Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind. Damit könnten Frauen, die wollen, ihre Arbeitsstunden aufstocken oder in Vollzeit arbeiten – ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wer sich um die Kinder kümmert.

Und was passiert mit Angehörigen, die gepflegt werden müssen? Auch diese Aufgabe übernehmen vorwiegend Frauen?
Schumann: Erstens braucht es hier ganz dringend ein Umdenken in der Gesellschaft - es darf nicht länger als selbstverständlich angesehen werden, dass die Pflege von Angehörigen von Frauen übernommen wird. Und zweitens haben es pflegende Angehörige enorm schwer und brauchen besondere Unterstützung – vor allem jene, die berufstätig sind. Ein erster, wichtiger Schritt, um sie zu entlasten und Pflege und Beruf besser zu vereinbaren, wäre ein Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und -teilzeit, den wir schon lange fordern. Nachdem die Regierung angekündigt hat, pflegende Angehörige entlasten zu wollen, gehe ich davon aus, dass unsere Forderung umgesetzt wird. Denn nur kosmetische Eingriffe wie Info-Hotline und Kurse für Angehörige, wie Bundesministerin Hartinger-Klein ankündigt, sind viel zu wenig. 

Die ÖGB-Frauen fordern:
Volle gesetzliche Anrechnung der Karenzzeiten
Rechtsanspruch auf Gratis-Kinderbetreuungsplatz
Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und -teilzeit

Mehr Informationen:
Pflegekarenz und -teilzeit

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