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Frauen
Hinhaltetaktik beenden, Rechtsanspruch auf Papamonat umsetzen.

Wie lange sollen Väter noch warten?

EU einigt sich auf Papa-Urlaub, die österreichische Regierung hingegen schiebt das Thema auf die lange Bank

Das, was in Österreich offenbar ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, ist in der EU selbstverständlich: ein Papa-Urlaub. Der Beschluss der „EU-Richtlinie für eine stärkere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ im April schafft für Männer europaweit einen rechtlichen Anspruch auf bezahlte Vaterschaftszeit von mindestens zehn Tagen. In Österreich hingegen wird das Thema seit Monaten von der Regierung auf die lange Bank geschoben. „Ein Rechtsanspruch auf einen Papamonat wurde versprochen, verschoben, abgesagt und wieder angekündigt. Bis heute ist er nicht gekommen. Wie lange sollen Väter denn noch auf gleiche Chancen warten?“, fragt Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, und erinnert daran, dass es bereits Anfang März hieß, die Verhandlungen seien in der Zielgeraden.

Kein Grund zum Verzögern

Seit Jahren fordern die ÖGB-Frauen einen Rechtsanspruch auf den Papamonat, damit auch wirklich alle Väter – unabhängig davon, wo sie beschäftigt sind – die Bindung zum Kind stärken und ihre Partnerin in den ersten Wochen unterstützen können. Vizekanzler Strache selbst hatte das Privileg, Anfang des Jahres einen Papamonat zu konsumieren, und sprach erst kürzlich in einem Interview von einem „Geschenk“, man hätte die Zeit extrem genossen, um als Familie zusammenzuwachsen. „Das, was wir und auch alle anderen ExpertInnen sagen, bestätigt nun Strache selbst: Der Papamonat ist gut für die Vater-Kind-Beziehung. Wieso wird diese Chance vielen Vätern dann noch immer vorenthalten?“, fragt die ÖGB-Vizepräsidentin. Argumente und Ausreden wie etwa, man müsse auch auf die Interessen der Wirtschaft Rücksicht nehmen, lässt Schumann nicht gelten: Der Papamonat verursache keine Kosten für die Betriebe und der Zeitpunkt für den Papamonat sei auch gut planbar.

Regierung muss Anspruch für alle schaffen

Jüngste Umfragen zeigen, dass immer mehr Männer Zeit mit ihrem Kind verbringen und den Papamonat nutzen wollen. Das scheitert meist am fehlenden Rechtsanspruch, der derzeit nur im öffentlichen Dienst und in manchen Branchen (im Kollektivvertrag geregelt) besteht. „Die Gewerkschaften haben den Papamonat auf ihrer Agenda und schaffen immer wieder gute Lösungen für die Arbeitnehmer. Es ist aber die Aufgabe der Regierung, einen gesetzlichen Anspruch für alle Väter in Österreich zu schaffen“, betont Schumann.

Papamonat: Eine Chronologie

Mehr Informationen:
Neun Argumente für Papamonat
Papamonat: Gewerkschaftlicher Erfolg

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