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Frauen

Papamonat für alle bei vollem Lohnausgleich

ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann im Interview anlässlich des einjährigen Jubiläums des Rechtsanspruchs auf Papamonat

"Der Rechtsanspruch auf den Papamonat ist ein großer Erfolg der ÖGB-Frauen."
"Der Rechtsanspruch auf den Papamonat ist ein großer Erfolg der ÖGB-Frauen."

Die ÖGB-Frauen haben jahrelang dafür gekämpft, seit dem 1. September 2019 ist er Wirklichkeit: Der Rechtsanspruch auf den Papamonat für alle. oegb.at hat bei Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, nachgefragt, wieso das so lange gedauert hat und was aus Sicht der ÖGB-Frauen noch notwendig ist, um Vätern die Entscheidung für einen Papamonat zu erleichtern.

Seit 1. September 2019 ist der Rechtsanspruch auf den Papamonat in Kraft – eine langjährige Forderung der ÖGB-Frauen. Warum war das so wichtig?

Korinna Schumann: Wir haben uns jahrelang dafür eingesetzt und immer wieder betont, dass ein Papamonat ohne Rechtsanspruch nur die halbe Miete ist. Jetzt haben endlich alle Väter – unabhängig davon, wo und wie lange sie im Betrieb beschäftigt sind – die Chance, die ersten, so wichtigen Wochen, mit ihrem Kind zu verbringen. Für die Vater-Kind-Bindung ist das enorm wichtig. Schön, dass das letztendlich auch die Politik eingesehen hat.

Der Weg zum Rechtsanspruch war kein einfacher. Woran lag das?

Korinna Schumann: Von der türkis-blauen Regierung wurde das Thema monatelang auf die lange Bank geschoben. Immer wieder wurde der Papamonat versprochen, dann aber wieder verschoben oder abgesagt. Vielfach mit der Begründung, man müsse auf die Interessen der Wirtschaft Rücksicht nehmen. Aus unserer Sicht absolut unverständlich, weil der Papamonat keine Kosten für die Betriebe verursacht und auch der Zeitpunkt für den Papamonat gut planbar ist. Dass der Rechtsanspruch auf den Papamonat dann im Juli 2019 im Nationalrat beschlossen wurde, war somit ein großer Erfolg, der vor allem dem unermüdlichen Einsatz der ÖGB-Frauen zu verdanken ist.

Viele Väter entscheiden sich oft aus finanziellen Gründen gegen den Papamonat. Wie kann man dem entgegenwirken?

Korinna Schumann: Der Rechtsanspruch auf den Papamonat war ein erster wichtiger Schritt, um wirklich allen Vätern die gleiche Chance auf einen Papamonat zu ermöglichen. Davon profitieren nicht nur Väter, sondern alle Familien in Österreich. Wir haben aber auch von Anfang an gesagt, dass man über eine Weiterentwicklung nachdenken muss. Der nächste Schritt lautet daher: Papamonat bei vollem Lohnausgleich – und zwar ohne Anrechnung auf das Kinderbetreuungsgeld. Wir sind uns sicher, dass das die Entscheidung für einen Papamonat erleichtern wird und dafür werden wir uns einsetzen.

Mehr Informationen: 5 Schritte zum Papamonat
 

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