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Frauen

Es braucht mehr Schutz für schwangere Frauen (UPDATE)

Schwangere Arbeitnehmerinnen müssen jetzt die Möglichkeit haben, früher zu Hause zu bleiben

Es gibt zwar bislang keine Hinweise darauf, dass COVID-19 auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist, aber auch keine Erfahrungsberichte. „Es braucht daher besondere Schutzmaßnahmen für werdende Mütter, vor allem für schwangere Arbeitnehmerinnen mit Kundenkontakt und jene, die nicht von Zuhause aus arbeiten können“, fordert deshalb ÖGB-Frauenvorsitzende und -Vizepräsidentin Korinna Schumann. 

Werdende Mütter gelten als Risikogruppe

Gerade in der Industrie, im Gesundheitsbereich oder im Handel, wo sehr viele Frauen arbeiten, ist es aktuell kaum möglich, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten. Werdende Mütter sind also am Arbeitsplatz einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt – und die Verunsicherung der Betroffenen ist groß. Die Arbeiterkammer berichtete kürzlich sogar, dass aktuell immer wieder Unternehmen Schwangere aufgrund der Corona-Krise zur einvernehmlichen Auflösung ihres Dienstvertrages drängen.

„Der Schutz von schwangeren Frauen muss auch in Ausnahmesituationen, wie wir sie gerade durchleben, gewährleistet werden."Korinna Schumann

Schwangere Arbeitnehmerinnen müssen jetzt die Möglichkeit haben, in vorzeitigen Mutterschutz zu gehen und zu Hause zu bleiben“, fordert deshalb Korinna Schumann.

Mutterschutz – was ist das?

Als Mutterschutz wird das Beschäftigungsverbot für Schwangere bezeichnet, also jene Zeit, in der eine werdende Mutter von der Arbeit freigestellt wird (Schutzfrist). Während des Beschäftigungsverbotes (Schutzfrist) bekommt man von der Krankenkasse Wochengeld. Der Arbeitgeber zahlt in diesem Zeitraum keinen Lohn bzw. kein Gehalt.

Grundsätzlich gilt das Beschäftigungsverbot von acht Wochen vor der Entbindung bis acht Wochen nach der Entbindung – bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitt bis mindestens 12 Wochen danach. Während des Beschäftigungsverbotes (Schutzfrist) bekommt man von der Krankenkasse Wochengeld.

Besteht allerdings Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind, kann die werdende Mutter bereits früher von der Arbeit freigestellt werden – unabhängig von der Art der beruflichen Tätigkeit. Diese Gefährdung muss eine Ärztin/ein Arzt für Frauenheilkunde oder Innere Medizin dem Arbeitgeber bestätigen.

Dabei haben die ÄrztInnen keine freie Entscheidungsmacht, sondern müssen sich an einer festgelegten Liste von Krankheiten orientieren. Stellt die Ärztin/der Arzt eine oder mehrere dieser festgelegten Krankheiten bei der Mutter fest, ist die Mutter vorzeitig von der Arbeit freizustellen. Eine Freistellung wegen anderen Krankheiten ist im Einzelfall durch das Arbeitsinspektorat oder AmtsärztInnen zu genehmigen.

ACHTUNG: Die Angst, sich am Arbeitsplatz bzw. am Weg zur Arbeit mit dem Coronavirus zu infizieren, ist aktuell kein Grund für eine vorzeitige Freistellung aus gesundheitlichen Gründen!

Laut Arbeitsinspektorat dürfen Schwanger allerdings in Bereichen, in denen der Schutzabstand von 1 bis 2 Metern nicht eingehalten werden kann, wie z.B. in Gesundheitsberufen oder in der Kleinkindbetreuung, nicht eingesetzt werden. Wenn in diesen Fällen die Schwangere nicht anders beschäftigt bzw. auf einen anderen Arbeitsplatz versetzen kann, dann muss der Arbeitgeber die Schwangere von der Arbeit freistellen und das Entgelt weiterzahlen.

Arztbesuche während der Schwangerschaft 

Viele Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können derzeit nicht durchgeführt werden und generelle Arztbesuche sind momentan oft gar nicht möglich. Im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebene Untersuchungen können daher angesichts der Corona-Krise verschoben werden, ohne dass es zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes kommt. Sobald die Untersuchungen wieder möglich sind, müssen sie umgehend nachgeholt werden. Man sollte aber in jedem Fall mit dem Arzt bzw. der Ärztin telefonisch Kontakt aufnehmen.

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