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Saisonale Schwankungen

Viele Betriebe haben einen bestimmten Zyklus in der Auftragslage oder bei Dienstleistungen, die aber nicht als wirtschaftliche Krisen bezeichnet werden sollten.

Diese Schwankungen müssen von den Betrieben in die Jahresplanung einbezogen werden. Saisonelle Schwankungen werden jedoch leicht von den ArbeitgeberInnen dazu herangezogen um ihre MitarbeiterInnen unter Druck zu setzen. Aussagen wie der Umsatz ist in diesem Quartal zurückgegangen, wobei dieser jedes Jahr in diesem Zeitraum rückläufig ist, werden dazu missbraucht die ArbeitnehmerInnen unter Druck zu setzen. Häufig wird von BetriebsrätInnen verlangt, Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Aber auch BetriebsrätInnen machen sich selbstverständlich Sorgen um die Belegschaft.

Lösungsmöglichkeiten die sich in diesen Zeiträumen anbieten, wie Teilzeit, Stundenansparmodelle oder Schulungsmaßnahmen, haben sehr oft den Nachteil, dass sie sich, wenn auch nicht sofort aber in späterer Zeit, finanziell nachteilig auf die MitarbeiterInnen auswirken. Die MitarbeiterInnen haben die negativen Folgen alleine zu tragen, die Firma will sich nicht freiwillig an den finanziellen Nachteilen der MitarbeiterInnen beteiligen.
Sollten solche Maßnahmen in Betracht gezogen werden, muss sich die Firma finanziell sehr wohl daran beteiligen. Sehen wir uns die wichtigsten Forderungen der UnternehmerInnen im Detail mit allen Vor- und Nachteilen genauer an.

Teilzeit:

  • Die Teilzeit ist - auch wenn sie für den genannten Zeitraum, in dem die alljährlichen Schwankungen auftreten, beschränkt wird und nicht unbefristet abgeschlossen wird - mit großen Nachteilen sowohl für die MitarbeiterInnen als auch für die Allgemeinheit behaftet.
    Ist zu wenig Arbeit für alle vorhanden, so sollte die vorhandene Arbeit auf alle MitarbeiterInnen aufgeteilt werden um damit den in den Raum gestellten Kündigungen entgegengewirken zu können. Denn der Umsatz wird wie jedes Jahr in den folgenden Monaten wieder seinen ursprünglichen Wert erreichen und die Arbeitsleistung aller MitarbeiterInnen wird wieder dringend benötigt.
    Individuelle Lösungen einzelner MitarbeiterInnen haben große Nachteile, für sie selbst aber auch für alle anderen MitarbeiterInnen.
    Nur die Kurzarbeit für diesen Zeitraum erwirkt für alle MitarbeiterInnen eine gerechte Möglichkeit diesen Zeitraum zu überbrücken.
  • Nachteile für den/die MitarbeiterIn:
    • Förderungen über das AMS, die dem/der ArbeitgeberIn zu Gute kommen und zumindest die Hälfte der Einbußen ersetzen, kommen dem/der ArbeitnehmerIn "nicht" zugute.
    • Bei Krankheit, Urlaub aber auch nach der Teilzeit hat der/die ArbeitnehmerIn mit finanziellen Einbußen zu rechnen. Der 13-Wochenschnitt oder das Ausfallsprinzip bei Urlaub oder Krankenstand führt zu weiteren finanziellen Einbußen. Hier erspart sich der/die ArbeitgeberIn Leistungsansprüche der ArbeitnehmerInnen nach Beendigung der Teilzeit.
    • Ein weiterer Nachteil besteht für ArbeitnehmerInnen vor allem bei mehrfacher Ausnützung der Teilzeit, denn die Durchrechnung für die Pension aufgrund der geringeren Beitragszahlungen führen zu einem geringeren Pensionsanspruch.
    • Kommt es während der Teilzeit zu einer Kündigung verliert nicht nur der/die ArbeitnehmerIn den Arbeitsplatz, sondern gerade auch damit den Abfertigungsanspruch bei "Abfertigung alt" aliquot zu seiner Reduzierung der Arbeitszeit. Selbst das Gehalt während der Kündigungsfrist wird um den gleichen Faktor reduziert.
    • Die Zeiträume für Teilzeit sind naturbedingt meist Übergangszeiten, die schon wetterbedingt dem/der ArbeitnehmerIn es nicht leicht machen, die Freizeit zu genießen.

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