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Veranstaltung im Europäischen Parlament zur Plattformwirtschaft

ILO-Bericht zeigt: Crowdworker werden häufig weit unter den Mindestlöhnen bezahlt


Aline Hoffmann vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut (EGI) leitete in das Thema der Veranstaltung im Europäischen Parlament ein, die unter dem Titel „Die Plattformisierung der Arbeit: Eine Zukunft gestalten, die wir wollen“ stand. Anschließend führten die beiden Europaabgeordneten der sozialdemokratischen Fraktion (S&D), Agnes Jongerius und Joachim Schuster, als Gastgeber in das Thema ein.

IG Metall etabliert Homepage „Faircrowdwork“

Michael Silberman von der IG Metall und Gründer der Plattform Turkopticon in den USA - eine Plattform auf der CrowdworkerInnen ihre AuftraggeberInnen bewerten können - verwies auf den im September 2018 veröffentlichten Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Der Bericht fasst die Ergebnisse einer Befragung über die Erlebnisse und Arbeitsbedingungen von 3.500 CrowdworkerInnen auf fünf Microtask-Plattformen (Amazon Mechanical Turk, CrowdFlower, Clickworker, Microworkers und Prolific) zusammen. Die Befragten stammten aus 75 Ländern weltweit. Der durchschnittliche Stundenlohn unter den Befragten beträgt USD 4,43. Leider ist das in den USA und in manchen europäischen Ländern deutlich unter dem Mindestlohn. Schuld dafür ist großenteils eine sehr schwierige globale Konkurrenz. Aus der Perspektive des Crowdsourcing-Projektes der IG Metall zeigt der Bericht, dass weitere Dialoge mit Plattformen und KundInnen erforderlich sind, um bereits bestehenden Regelwerke wie den „Verhaltenskodex für Crowdsourcing“ weiterzuentwickeln und um mehr Plattformen zu ermutigen, ihn zu unterzeichnen. Seit 2016 können in Deutschland Solo-Selbstständige Mitglied der IG Metall werden.

Erstes Plattformunternehmen gründen Betriebsrat in Österreich

Martin Risak, Rechtsprofessor an der Universität Wien, konzentrierte sich in seinem Vortrag größtenteils auf die Strategien zur Sicherstellung fairer Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen von PlatformarbeiterInnen. Das Beispiel von Foodora aus seinem Heimatland Österreich, ist in diesem Zusammenhang ein gutes Vorbild, um zu zeigen, „es geht auch anders“, erklärt Risak: Aus dem ehemals kleinen Unternehmen foodora, das Essen durch FahrradbotInnen zustellt, ist binnen drei Jahren ein europaweit agierender Konzern geworden. Organisiert wird die Arbeit der FahrradbotInnen per Plattform. Eine Gruppe engagierter foodora-FahrerInnen gründetet mit Unterstützung der Transportgewerkschaft VIDA in Österreich 2017 einen Betriebsrat.

ILO- Studie: Chancen und Risiken der Digitalisierung der Arbeitswelt

Janine Berg, leitende Ökonomin der ILO, stellte die Studie „Digital labour platforms and the future of work“, die die Arbeitsbedingungen auf fünf weltweit operierenden Microtask-Plattformen analysiert. Crowdwork selbst, ist der Studie zufolge, ein Produkt des technologischen Fortschritts, das jedoch auch die Gefahr zu prekären Gelegenheitsarbeiten, wie man sie aus der Vergangenheit kennt beinhaltet: Oft kleinteilige Aufgaben werden ausgelagert, wobei digitale Plattformen auch als zentrale VermittlerInnen der Tätigkeiten durch Webseiten oder Apps agieren und sich an eine große, flexible Belegschaft richten. Im Austausch für die durchgeführten Dienstleistungen werden die CrowdworkerInnen von den Plattformen entlohnt.

EU-weite Mindeststandards für Plattformbeschäftigte

Joachim Schuster, Europaabgeordneter der SPD-Delegation, bezog sich in seinem Schlussplädoyer auf seinen im letzten Jahr veröffentlichten Richtlinienentwurf. Da die EU-Kommission bislang untätig geblieben ist, hat er Initiative ergriffen und selber einen Vorschlag entworfen, der für die Plattformökonomie arbeits- und sozialrechtliche Standards einfordert und diese konkret umschreibt. Das Ziel: bessere Rechte der dortigen MitarbeiterInnen.
 

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