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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Diskussionsveranstaltung über die Herausforderungen des digitalen Wandels

Sind Gewerkschaften „fit für die digitale Welt?“


Die zunehmende Digitalisierung transformiert die Welt der Arbeit. Neue Beschäftigungsformen (Plattform-Jobs, Crowdworking), veränderter Berufsalltag und ständige Erreichbarkeit stellen Politik und Gewerkschaften vor neue Herausforderungen. Für Gewerkschaften stellt sich auch die Frage, wie zukunftsfit ihre eigene Organisation und ihre Strukturen sind.

Gewerkschaften als Hüter humaner Technologie
 
Agnes Streissler-Führer, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA djp) betonte einleitend den Einfluss, den soziale Medien auf unser Leben haben und mit welchen Risiken dieser Einfluss verbunden ist. Hier sieht sie die Gewerkschaften als „Hüter humaner Technologie“, die die Menschen unterstützt und ihnen nicht schaden soll. Gewerkschaften profitieren von der Digitalisierung, indem beispielsweise interne Prozesse digitalisiert werden und so weniger Zeit in Anspruch nehmen. Dazu gehört beispielsweise auch, Daten über die eigenen Mitglieder zu verarbeiten, um ihnen zielgerichtete Informationen zur Verfügung stellen zu können. Im Gegensatz zu digitalen Großkonzernen wie Facebook oder YouTube erfolgt dies aber auf transparente Weise und nur für interne Zwecke.
 
Streissler-Führer: Gleiche Rechte für „neue“ Arbeitsformen

Darüber hinaus erläuterte Agnes Streissler-Führer die Herausforderung der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt. Österreich ist in diesem Bereich gut aufgestellt, nicht zuletzt durch den guten sozialen Dialog. Dennoch muss sichergestellt werden, dass Arbeitsplätze mit hoher Qualität entstehen und keine prekären Jobs. Crowdworking und die damit oft verbundenen prekären Arbeitsverhältnisse sind auch für Österreich eine Herausforderung. Sie betonte, dass auch für die „neuen“ Arbeitsformen die gleichen Arbeitsrechte gelten müssen. Die österreichische Gewerkschaft vida konnte in diesem Bereich schon erste Erfolge feiern: FahrradbotInnen haben sich zusammengeschlossen, einen Betriebsrat gegründet und verhandeln gerade den ersten Kollektivvertrag für diese Branche aus. Agnes Streissler-Führer betonte, dass Gewerkschaften ihren Fokus darauflegen sollen, den digitalen Wandel in die richtige Richtung zu lenken, und ihn nicht vorab abzulehnen. Dabei sieht sie insbesondere die EU als entscheidende Akteurin einer menschlichen Digitalisierung.
 
Esther Lynch warnt vor diskriminierenden Einstellungsalgorithmen
 
Esther Lynch, Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB), erläuterte die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf den Alltag und das Berufsleben der Menschen, beispielweise durch digitalisierte Bewerbungsprozesse. KI folgt immer bestimmten Algorithmen, die wiederum diskriminierend sein können. Gewerkschaften sollen daher auf die Konsequenzen und Risiken von KI aufmerksam machen.  Lynch hob hervor, dass die Möglichkeit der ständigen Online-Bewertungen von Dienstleistungen (z.B. Freundlichkeits- und Zufriedenheitsbewertungen bei Taxidiensten, Hotels) Stress bei den ArbeitnehmerInnen verursacht.
 
Esther Lynch betonte, dass es für Gewerkschaften außerdem wichtig ist, auch die „neuen“ ArbeitnehmerInnen zu erreichen und deren Interessen zu vertreten. Es muss ein Rahmen des Zusammenhalts und der Organisation innerhalb der „neuen“ ArbeitnehmerInnen geschaffen und Überzeugung in die Arbeit der Gewerkschaften erzeugt werden. Durch den digitalen Wandel werden in Zukunft auch einige Jobs wegfallen.  Esther Lynch sieht die Lösung aber nicht in einem (bedingungslosen) Grundeinkommen, das ihrer Ansicht nach nie über das absolute Minimum hinausgehen würde, sondern in der Stärkung des Sozialstaats.
 

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