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Kampf der Eliten

Viele Gewerkschaftsrechte in der Türkei sind seit der Militärdiktatur unverändert.

JournalistInnen arbeiten in der Türkei unter extrem prekären Bedingungen. Anwälte, Lokalpolitiker und Intellektuelle werden verhaftet und für Jahre hinter Gitter gebracht. Die Bemühungen der Gewerkschaften, sich zu organisieren, werden noch immer vereitelt bzw. sind von massiven Entlassungen der Mitglieder und dubiosen Gerichtsverhandlungen und Verhaftungen der Gewerkschaftsführer begleitet. Streikende und friedliche Demonstranten sind nicht selten extremer Polizeigewalt ausgesetzt. „Die derzeitige Verhaftungswelle von Anwälten ist nicht die erste in der Türkei und wird auch nicht die letzte sein. Die Menschen werden verhaftet, wenn sie bei einer Demonstration Plakate mit einer Botschaft, die dem System nicht passt, hochhalten. Und für so ein ‚Vergehen‘ gibt es jahrelange Freiheitsstrafen“, berichtet Erol Ekici, Präsident der Föderation DISK.

Viele Hürden überwinden

Viele Gewerkschaftsrechte in der Türkei sind aus der Militärdiktatur (80er Jahre). Das Streikrecht ist sehr eingeschränkt. Solidaritätsstreiks, Generalstreiks und Betriebsbesetzungen sind sogar ganz verboten. Wo Streiks zulässig sind, muss eine übertrieben lange Stillhaltefrist von fast drei Monaten eingehalten werden und „seit den 80er Jahren versucht man der Arbeiterbewegung jeglichen Bewegungsraum sich für Rechte einzusetzen zu nehmen“, erzählt Ekici. Ähnliche Bedingungen sind Gewerkschaften ausgesetzt, wenn ein Betrieb sich organisieren will. „Die erste Hürde ist erst dann überstanden, wenn mehr als die Hälfte der ArbeitnehmerInnen der Gewerkschaft beitritt. Oft klappt das gar nicht, weil der Arbeitgeber die Zahl der Beschäftigten manipuliert. In diesen Fällen sind wir machtlos, es gibt keine Strafen für Arbeitgeber.“
 
Auf internationale Solidarität angewiesen

„Mit diesen Verhaftungen und Verboten versucht die Regierung alle Menschen, die nicht in ihrem Sinne agieren, mundtot zu machen“, sagt Ekici und ruft zu mehr internationaler Solidarität mit den Gewerkschaften in der Türkei auf. „Mehr denn je sind wir auf internationale Unterstützung und Beistand angewiesen. Seit der Entstehung der Gewerkschaftsbewegung sind wir großen Angriffen ausgesetzt. Wir brauchen die internationale Unterstützung, um die Demokratisierung in der Türkei voranzutreiben“, sagt der Gewerkschaftspräsident. 

Plakatausstellung in der ÖGB-Zentrale

Fahrettin Engin Erdogan absolvierte ein Studium in der Malerei-Abteilung der MÜ-universität der Schönen Künste. Ab 1994 wurden seine Artikel und Karikaturen in unterschiedlichen Magazinen und Zeitungen veröffentlicht. Weiters entwarf er Poster, Cover für CD's und Bücher. In den Jahren 2003 bis 2006 arbeitete er als Koordinator für Presse und Publikationen in der Konföderation KESK für Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, der größten Gewerkschaft der Türkei. Die Plakatausstellung in der ÖGB-Zentrale präsentiert einen Teil der Plakate, die er für die Arbeiterbewegung in der Türkei entworfen hat.


Anmeldung möglich unter: kultur@oegb.at

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