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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

14. Weltsozialforum, 13.-17.März in Bahia

Das 14. Weltsozialforum (WSF) fand auf der Universität Salvadors (UFBA Campus Ondina), Bahia statt. Der Veranstaltungsort wurde gewählt, weil Bahia zu den ärmsten Bundesstaaten Brasiliens zählt und Salvador die erste kolonial errichtete, ehemalige Hauptstadt Brasiliens ist. Salvador zählte zu dem Hauptverschiffungshafen von Sklaven von Afrika nach Lateinamerika. Nach wie vor ist der Anteil an dunkelhäutiger Bevölkerung in Bahia einer der höchsten Brasiliens.

Vor zwei Jahren fand das vorhergehende WSF in Montreal (Kanada) statt und seitdem findet eine hitzige Debatte über Ziel und Ausrichtung statt. Als Anfang des Jahrtausends die Idee eines Weltsozialforums auftauchte, war es die Antwort auf ein Bedürfnis und erfüllte eine Funktion - besonders in Lateinamerika, einer Region, in der der Sieg von progressiven Regierungen nicht mehr fern lag.

Das 14. WSF stand unter dem Motto „Widerstand leisten heißt Aufbauen, Widerstand leisten heißt Transformieren“. Von den 2.100 angemeldeten Aktivitäten wurden 2.000 in 19 thematischen Achsen durchgeführt. Unter den Themen mit den meisten angemeldeten und durchgeführten Aktivitäten sind: „Entwicklung, soziale und ökologische Gerechtigkeit“ und „Menschenrechte“, verbunden mit dazu verwandten rassischen Fragen wie „Schwarzes Leben ist bedeutsam“ und eine „Welt ohne Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“. Die Veranstaltung in Salvador begann am Dienstag, den 13. März, nachmittags mit einer Demonstration, die ihren Abschluss in der Altstadt fand und die nach unterschiedlichen Quellen etwa 20.000 Teilnehmer*innen zusammenbrachte.

Neben allen brasilianischen Gewerkschaftsdachverbänden (CUT, Forca, CTB, ConLutas) nahmen am WSF zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen (zB Landlosen-, Frauen- -und Ökosoziale Bewegungen). Das Programm umfasste mehr als 2000 Veranstaltungen, an denen sich ca. 20.000 angemeldete TeilnehmerInnen und mehrere zehntausend Tagesgäste beteiligten. AM WSF nahmen mehr als 6.000 ausländische Teilnehmer aus 5 Kontinenten aus 120 Ländern. Die überwiegende Anzahl der TN kamen aus Lateinamerika und aus den Nachbarländern Brasiliens an. Aus Afrika wurden circa 1.000 Teilnehmern und aus Europa circa 600 Personen gezählt, während lediglich 450 Teilnehmer aus Nordamerika kamen. Zu den größten Delegationen außerhalb der lateinamerikanischen Länder gehören Marokko, Deutschland, Frankreich und Kanada. Von europäischen Gewerkschaften waren Vertreter von CGIL (Italien), Cfdt (Frankreich), ABVV (Belgien), UGT (Spanien), CNT (Katalonien), DGB (Deutschland), Unia (Schweiz) teil.

Im Diskussionszelt der CUT wurden insbesondere die globalen ökonomischen und politischen Veränderungen (globale Ungleichheit, Machtkonzentration von multinationalen Unternehmen, Finanzkapitalismus, Digitalisierung) genauso wie die aktuellen politischen Veränderungen in Lateinamerika, insbesondere Brasilien (bevorstehende Verhaftung des ehemaligen Gewerkschaftsführers und Präsidenten Lula da Silva und die Ermordung der linken Politikerin Rios Marielle Franco, während des WSFs). So hielt die geputschte Präsidentin, Dilma Rousseff eine Rede im Zelt der CUT zur politischen Korruption des amtierenden Präsidenten Temer, wachsenden Ungleichheit in Lateinamerika und dramatischen einschnitten in das Sozialsystem Brasiliens.

Vertreter von ITUC (Joao Felicio, Victor Baez, Mamadou Diallo), sowie von CUT (Antonio Lisboa, Vagner Freitas, Carmen Foro) und Wissenschaft, diskutierten über die zunehmende Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und wachsenden Profite der Multinationalen Unternehmen.
Folgende Paneldiskussion wurden abgehalten:

  1. Globaler Kapitalverkehr und Auswirkungen auf Arbeitsverhältnisse
    Die Diskussion fokussierte auf Finanzspekulationen und Steuerflucht, die global schwerwiegende Folgen auf Stabilität von Staatshaushalten und Finanzierung von Sozialprogrammen hat.
  2. Technologische Innovationen und Auswirkungen auf die Arbeitswelt
    Hier wurde die Rolle von Uber, Airbnb und Foodora diskutiert, die in Lateinamerika ebenfalls rasant den Markt erobert haben und damit die Scheinselbständigkeit ernorm angestiegen ist.
  3. Herausforderungen der gewerkschaftlichen Organisierung von ArbeiterInnen
    Gewerkschaften müssen sich wieder mehr mit zivilgesellschaftlichen Organisationen vernetzen und vereint auftreten, um dem Druck der Wirtschaftslobbies entgegenwirken zu können.

Wie erwähnt, stand im Zentrum der Diskussionen stets die internationale Zusammenarbeit von Gewerkschaften und Zivilgesellschaften (Social movement unionsim), um dadurch ein starkes Bündnis gegen neoliberale Praktiken zu bilden und dagegen anzukämpfen.

Außerdem wurde, wie im ITUC Generalrat beschlossen, eine Solidaritätsdiskussion zur aktuellen Situation der sahaurischen Bevölkerung in der Westsahara von der CUT Brasilien veranstaltet.

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