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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund
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VII ČMKOS – Kongress 2018

Am 27. und 28. April 2018 fand der siebte Kongress der ČMKOS (Böhmisch-Mährische Gewerkschaftskonföderation) im Kongresszentrum Olšanka, Prag statt.

Der diesjährige Kongress stand unter dem Motto „Zusammen stärker“. Behandelt wurden vor allem die Themen Arbeitszeitverkürzung und Mindestlohnerhöhung. In seiner Eröffnungsrede erklärte ČMKOS Präsident, Josef Středula, dass die Löhne in der Tschechischen Republik im europäischen Vergleich zu den niedrigsten zählen, die gesetzliche Arbeitszeit von 40 Wochenstunden auf 37,5 Stunden gekürzt werden müsse, weiters präsentierte er einen Rückblick auf die Aktivitäten der vergangenen Wahlperiode und erwähnte auch die zukünftigen Herausforderungen, wie die Digitalisierung.
Milan Stěch, Präsident des Senats der Tschechischen Republik, verwies auf die drohende Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin im Falle einer Privatisierung der Krankenversicherungen.
Der tschechische Premierminister, Andrej Babiš, beklagte den Arbeitskräftemangel der Republik, vor allem in der Krankenpflege sowie im Schulwesen. Und hob hervor, dass es aktuell eine noch nie dagewesene Pensionserhöhung gebe.   
Jan Hamáček, Vorsitzender der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei (ČSSD) und Vizepräsident des Abgeordnetenhauses im Parlament ermahnte, nicht zu vergessen, dass viele Tschechinnen und Tschechen an der Armutsgrenze leben.  Präsident der tschechischen Industriellenvereinigung, Jaroslav Hanák, hob in seiner Rede die Wichtigkeit der Sozialpartnerschaft hervor und verwies ebenso auf die zukünftigen Herausforderungen der Digitalisierung.
Luca Visentini, Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes berichtete über die EGB Kampagne „Pay Rise“ und die besonders aktive Beteiligung der ČMKOS. Er verwies auf den bestehenden großen Lohnunterschied zwischen Ost- und Westeuropa und plädierte für ein Gesetz zum europäischen Arbeitnehmerschutz. Weiters konnte auf Druck von KOZ Präsident Kollar und ČMKOS Präsident Středula ein Erfolg bei der Entsenderichtline verzeichnet werden, obwohl sich in den Visegrad-Staaten die PolitikerInnen dagegengestellt hatten. Es folgte ein Auftritt von KOZ Präsident, Jozef Kollar. Am Nachmittag des ersten Kongresstages fanden die Wahlen statt. Präsident Josef Středula, Vizepräsidentin Radka Sokolová und Vizepräsident Vít Sámek wurden mit über 90% der Stimmen wiedergewählt.
Der zweite Tag, der 28.4., der Workers Memorial Day, stand im Zeichen der Arbeitssicherheit und begann mit einer Aktivität zum Gedenken an alle in der Arbeit tödlich verunglückten, sowie verletzten ArbeitnehmerInnen. Ein Tag, der seit 2015 von der ČMKOS mit verschiedenen Aktivitäten ins Bewusstsein der Menschen gebracht wird. Rudolf Hahn, Generalinspektor der Staatsbehörde für Arbeitsinspektion, berichtete über Statistiken zu Arbeitsunfällen sowie zu durch Arbeit bedingten Todesfälle der vergangenen Jahre. Er befürchte, dass es zukünftig durch den Zuwachs an ausländischen ArbeitnehmerInnen und die dadurch bedingten Sprachbarrieren, vermehrt zu Arbeitsunfällen kommen wird - die Sicherheit am Arbeitsplatz daher gefährdet sei. Interessant bei diesem Vortrag war, dass in Tschechien die ArbeitgeberInnen entscheiden, ob es sich bei einem Unfall um einen Arbeitsunfall handelt.
Im Anschluss folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema Arbeitszeitverkürzung unter anderen mit Kollegin Agnieszka Piasna von ETUI, die bestätigte, dass ArbeitnehmerInnen in der Tschechische Republik zu denjenigen gehören, die europaweit am meisten arbeiten (jeder 5. arbeitet 41-48 Wochenstunden).
Abschließend folgte eine Präsentation des Arbeitsprogrammes der ČMKOS bis 2022, wobei der Fokus auf der Arbeitszeitreduzierung auf 37,5 Wochenstunden liegen wird.

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