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Einstufungen

GPA-djp: "ArbeitnehmerInnen richtig einstufen - von Anfang an!"

Der Kollektivvertrag regelt für fast alle Branchen klar die Löhne und Gehälter, zusätzlich gibt es je nach Tätigkeit, Qualifikation und Dauer des Dienstverhältnisses unterschiedliche Einstufungen, bei denen allerdings auch immer wieder Fehler passieren. "Die Einkommensverluste, die durch falsche Einstufungen oder mangelhafte Anrechnung von Vordienstzeiten entstehen, können beträchtlich sein und sind vor allem oft ein ganzes Berufsleben lang nicht mehr aufzuholen", erklärt der Vorsitzende Wolfgang Katzian, warum sich die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) in ihrer aktuellen Aktionswoche diesem Thema widmet. Unter dem Titel "Richtig eingestuft. Von Anfang an!" wurde heute eine Informationsoffensive vor allem in Betrieben gestartet.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFES bestätigt, dass rund ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen falsch eingestuft ist, Frauen sind besonders betroffen. "Es gibt mehrere Schrauben, an denen man drehen muss, um dieser Benachteiligung entgegenzuwirken. Nachdem wir uns im Vorjahr dem Schwerpunkt bessere Karenzanrechnung gewidmet und damit bis jetzt für rund drei Viertel der Beschäftigten unseres Organisationsbereiches, das sind rund 850.000 Betroffene, die bessere Anrechnung von Karenzzeiten erreicht haben, drehen wir jetzt auch an der Schraube der richtigen Einstufungen", kündigt Katzian an, in den kommenden Tagen werden die BetriebsrätInnen und damit auch möglichst viele Betroffene über die Thematik informiert. Die falsche Einstufung summiert sich im Laufe eines Berufslebens, im Handel kann der Gehaltsverlust durch die Einstufung in eine zu niedrige Gruppe beispielsweise in zehn Jahren rund 13.000 Euro betragen.

"Wir sind in vielen Beratungen mit der Frage falscher Einstufungen konfrontiert und wir machen die Erfahrung, dass die Durchsetzungsmöglichkeiten steigen, wenn sich die ArbeitnehmerInnen mit ihrem Betriebsrat koordinieren. In Einzelfällen kommt es auch zu Klagen, um die Rechte der Beschäftigten durchzusetzen, manchmal mit großer Breitenwirkung", erinnert die Leiterin der GPA-djp-Rechtsabteilung, Mag.a Andrea Komar, an ein OGH-Urteil aus dem Vorjahr. Demnach müssen KassierInnen an Scannerkassen, die mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit Kassieren verbringen, in Verwendungsgruppe drei statt in Verwendungsgruppe zwei des Handelskollektivvertrages eingestuft werden. Zehntausende Beschäftigte, darunter wieder größtenteils Frauen, waren betroffen, der Großteil der Unternehmen hat sie in der Zwischenzeit richtig eingestuft.

"Sowohl die IFES-Umfrage als auch das OGH-Urteil bestätigen den Handlungsbedarf. Man muss ja auch berücksichtigen, dass sich das Einkommen auf die Höhe der Pension auswirkt", ergänzt GPA-djp-Frauenvorsitzende Ilse Fetik: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Mythos."  Die richtigen Einstufungen seien, wie auch die Einkommensberichte, ein wichtiges Instrument, um mehr Gleichstellung zu erreichen, erklärte Fetik: "Weil es darum geht, die Kultur des Wegschauens zu durchbrechen."

"Wir nutzen diese Aktionswoche, um auf diese Thematik aufmerksam zu machen und wir versuchen, vieles, das nicht richtig läuft, zu korrigieren", fasst Katzian zusammen. Die rund 15.000 BetriebsrätInnen der GPA-djp werden in den kommenden Tagen ausführlich über den Schwerpunkt der richtigen Einstufung informiert. "Wir unterstellen den Unternehmen natürlich nicht systematische Falscheinstufungen, aber Fehler passieren, und sie passieren überproportional oft bei minder qualifizierten Frauen." Um die Ansprüchen der ArbeitnehmerInnen besser durchsetzen zu können, fordert Katzian außerdem auch den Wegfall der Verfallsfrist von Vordienstzeiten. Im Handel beträgt diese Frist beispielsweise ein Jahr - so lange hat der/die ArbeitnehmerIn bei einem Jobwechsel Zeit, auf falsche Anrechnung aufmerksam zu machen. "Danach ist die Geltendmachung der Ansprüche nicht mehr möglich, der Zug für arbeitsgerichtliche Klagen ist sozusagen abgefahren", so Katzian: "Diese Verfallfristen müssen daher bei falscher Einreihung oder falscher Berücksichtigung von Vordienstzeiten raus aus den Arbeitsverträgen, raus aus den Betriebsvereinbarungen und raus aus den Kollektivverträgen!"

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