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Digitalisierung und Automatisierung: Jobkiller oder Jobmotor?

GBH-Neujahrstreffen: Digitalisierung ist Chance für fairen Wettbewerb

Digitalisierung und Automatisierung – in diesem Zusammenhang spricht man über Chancen für mehr neue Arbeitsplätze. Ist das aber wirklich so? Wie schaffen wir neue Arbeitsplätze, wenn zum Beispiel Roboter die Ziegel beim Neubau versetzen? Wie können neue Arbeitsplätze entstehen, wenn Maschinen die Menschen in Fabriken ersetzen? Wo liegen denn wirklich die Vorteile von Digitalisierung und Automatisierung aus der Sicht der Beschäftigten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) gemeinsam mit zahlreichen Gästen bei ihrem traditionellen Neujahrstreffen.

„Digital ist normal, wir können und dürfen uns der Digitalisierung nicht verschließen“, so der GBH-Bundesvorsitzende Josef Muchitsch vor mehr als 120 Gästen. Hon. Prof. DI Dr. techn. Wilhelm Reismann von der TU Wien und der BIM Bau KommR BM Senator h.c. Ing. Hans-Werner Frömmel erörterten gemeinsam mit Muchitsch die Chancen und Risiken der Digitalisierung und Automatisierung.

„Es ist ein Faktum, dass beim Automatisierungsrisiko die Qualifikation eine große Rolle spielt: so liegt die Automatisierungswahrscheinlichkeit bei Ingenieuren bei 35 Prozent, im Vergleich dazu bei Hilfsarbeitern im Baugewerbe bei 66 Prozent. Deswegen betone ich immer wieder die Bedeutung von Ausbildung, Weiterbildung und lebenslangem Lernen“, so Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel.

Reismann zog in seinem Statement gedankliche Parallelen zur ersten Industriellen Revolution und bekräftigte, es käme wesentlich darauf an, die Chancen der Digitalisierung optimal zu nutzen. Es gehe, so Reismann, um Qualität und Qualifikation, um beste Aus- und Weiterbildung und Kreativität als wichtiges und durch Maschinen nicht ersetzbares Gut.

„Wir müssen die Digitalisierung auch als Chance begreifen“, so Muchitsch abschließend, „als Chance, den Wettbewerb gerade im Baubereich fairer zu machen und Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen. Mit der elektronischen Erfassung aller Arbeitszeiten, mit Zeitkonten für die Jahresbeschäftigung und mit einer Bau-Card, die Transparenz und ein Ende der `Zettelwirtschaft´ am Bau bringt, kann uns das in unserer bewährten Bau-Sozialpartnerschaft gelingen.“

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