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Fachkräftemangel ist hausgemacht – Industrie darf sich nicht wundern

Die Zahl an Lehrlingen hat sich in den letzten zehn Jahren fast halbiert

„Das Klagen über den Mangel an Fachkräften hört man mittlerweile in Dauerschleife“, sagt Stefan Bartl, Bundesjugendsekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend. Dass durch die Hochkonjunktur viele neue Jobs entstehen und auch, dass wieder mehr Lehrstellen von Betrieben gemeldet werden ist zu begrüßen. Allerdings darf sich die Wirtschaft nicht wundern. Bartl meint: „Sich jetzt über den Mangel an Fachkräften zu beschweren, ist, wie nicht einkaufen zu gehen und dann über einen leeren Kühlschrank zu staunen. Wer nicht ausbildet, hat keine Fachkräfte.“

Lehrlingszahlen haben sich halbiert

„Die Zahl der Lehrlinge hat sich seit 2010 (129.899 Lehrlinge) fast halbiert. Ende 2017 gab es nur mehr rund 106.000 Lehrlinge“, beklagt Bartl. In der Sparte Industrie sind die Lehrlingszahlen von rund 28.000 im Jahr 1990 auf rund 15.000 im Jahr 2017 gesunken. „Der Mangel an Fachkräften ist de facto hausgemacht und ein Produkt der jahrelangen Vernachlässigung der Lehrlingsausbildung seitens vieler Betriebe.“ Auch die Zahl der Ausbildungsbetriebe hat sich In den letzten zehn Jahren (2006-2016) um ein Viertel oder um fast 10.000 verringert.

Lehre attraktiver machen

„Die Lehrlingsausbildung in Österreich ist beispielgebend für ganz Europa. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen, sondern müssen bestehende Probleme beheben. Anstatt zum Beispiel die Mangelberufsliste wahllos zu erweitern, sollte die Regierung das tun, was sie im Regierungsprogramm groß angekündigt hat. Nämlich den Wert und die Bedeutung der dualen Ausbildung stärken, aber auch endlich Maßnahmen zur Überprüfung der Qualität in der Lehrlingsausbildung setzen“, fordert Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend. „Wenn die Arbeitsbedingungen und die Ausbildungsqualität passen, kommen die Arbeitskräfte in den derzeit weniger beliebten Jobs von selbst zurück.“

ÖGJ-Modell für einen Ausbildungsfonds

Damit generell wieder mehr Betriebe ausbilden, hat die ÖGJ das Modell der Fachkräftemilliarde entwickelt. Die Gewerkschaftsjugend fordert einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde), in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die Unternehmen finanziert werden.
 

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