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Widerstand gegen Branchen-KV fördert Leibeigenschaft

„Permanente Ablehnung verlängert Ausbeutung der Beschäftigten“

Kein Verständnis für die weiterhin ablehnende Haltung der Wirtschaftskammer in Sachen Branchen-Kollektivvertrag für den Airline-Bereich zeigt Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt der Gewerkschaft vida: „Gerade weil der Wettbewerb am Flughafen Wien immer stärker wird und immer mehr Fluglinien im Kampf um Fluggäste mitmischen, brauchen wir zusätzliche Schutzmechanismen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Gibt es keine faire Branchenlösung, sind die Menschen den Unternehmen regelrecht ausgeliefert!“

Moderne Leibeigenschaft

Der vida-Gewerkschafter verweist darauf, dass die Ablehnung eines Branchen-KVs den Konkurrenzkampf unter den Airlines zusätzlich befeuert: „Etablierte Unternehmen kommen unter Druck und senken die Löhne und Gehälter weiter. Das führt so weit, dass sogar Premium Airlines bereits Hungerlöhne in der Kabine zahlen. Der Lufthansa-Konzern zum Beispiel macht zwischen zwei bis drei Milliarden Euro Gewinn pro Jahr und zahlt auf der anderen Seite seinen Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern gerade einmal 1.500 Euro ohne weitere Entlohnungen für Feiertags-, Sonntags-, Nacht- oder Schichtarbeit.“

Zudem verweist der vida-Gewerkschafter darauf, dass Low-Cost-Carrier mit Sitz in Wien bereits in Bulgarien FlugbegleiterInnencastings veranstalten müssen, „um für ihre Dumpinggehälter noch ausreichend Personal zu finden. Der kollektivvertragslose Zustand bedeutet für diese Menschen, dass sie zusätzlich im sozialen Leerraum stehen. Das ist moderne Leibeigenschaft.“ Dass sich angesichts dieser Entwicklungen die Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftskammer offenbar entspannt zurücklehnen und sämtliche Verbesserungsvorschläge abschmettern, spricht für Schwarcz „Bände und ist an Zynismus kaum zu überbieten.“

Lohn- und Sozialdumping endlich über Bord werfen

Schwarcz unterstreicht, dass nur ein Branchen-KV Fairness in die Airline-Welt bringen kann: „In kaum einer anderen Branche sind die Arbeitsplätze so stark standardisiert wie beim fliegenden Personal für Flugzeuge ab 19 Sitzplätzen. Die Zeit ist überreif, dass in sozialpartnerschaftlicher Tradition gemeinsam mit uns faire Spielregeln für alle Unternehmen geschaffen werden. Das würde nicht nur den Standort Österreich zusätzlich absichern, sondern ist auch für die Beschäftigten von höchster Wichtigkeit. Zudem wäre er ein Schutzschild für etablierte Unternehmen, damit diese nicht durch nationales Lohn- und Sozialdumping unter Druck kommen."

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