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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

GPA-djp: Tierschutz darf nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen

Beschäftigte des ÖTV berichten von untragbaren Arbeitsbedingungen
Ehemalig Beschäftigte des Österreichischen Tierschutzvereines (ÖTV) berichten von untragbaren Arbeitsbedingungen. Unter anderem geht es um nicht bezahlte Überstunden und die Unmöglichkeit, Urlaub zu konsumieren. Die Zukunft der in Obhut befindlichen Tiere ist ungewiss. Die Beschäftigten initiierten mit Unterstützung der GPA-djp eine Betriebsratswahl, die von der Geschäftsführung hintertrieben wurde. Kündigungen wurden ausgesprochen.
 
„Die MitarbeiterInnen des ÖTV haben über Jahre hinweg mit großem Engagement und trotz widriger Rahmenbedingungen Verantwortung für die ihnen anvertrauten Tiere übernommen. Ein glaubwürdiger und erfolgreicher Tierschutz ist aber nicht möglich, wenn dieser auf Dauer auf Kosten der Beschäftigten geht“, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der GPA-djp.
 
Der Österreichische Tierschutzverein (ÖTV) betreibt derzeit zwei sogenannte Assisi-Höfe in Frankenburg (OÖ) und in St. Georgen an der Leys (NÖ) und Tierrettungen nur noch in Vöcklabruck und Gmunden.
 
Der Verein war im Jahr 2018 Gegenstand medialer Berichterstattung. Nach anonymen Hinweisen und dem Verdacht der Veruntreuung von Spendengeldern kam es zu Hausdurchsuchungen in den Büros des ÖTV in Salzburg und Wien. Die Ermittlungen laufen noch.
 
„Nur wer fair und korrekt mit den Beschäftigten umgeht, wird auf Dauer die Basis für eine erfolgreiche Vereinstätigkeit schaffen. Es ist eine Schande, dass es hundert Jahre nach Einführung des Betriebsrätegesetzes immer noch Arbeitgeber gibt, die versuchen, Betriebsratswahlen zu verhindern. Es ist kein Zustand, dass Beschäftigte rund um die Uhr arbeiten müssen und arbeitsrechtliche Normen nicht eingehalten werden “, so die GPA-djp-Vorsitzende.
 
Die GPA-djp fordert:
 
  • Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Einhaltung der gesetzlichen Bestimmung. Das bedeutet insbesondere eine korrekte Ausbezahlung der geleisteten Überstunden und die Möglichkeit für Beschäftigte, ihren Urlaub zu konsumieren.
  • Eine faire und offene Kommunikation mit den Beschäftigten und die Ermöglichung einer Betriebsratswahl, die den rechtlichen Standards entspricht.
  • Die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Haltung und Pflege der Tiere, dazu gehört auch genügend Personal mit den nötigen Fachkenntnissen (§ 14 TierschutzG).
  • Wir fordern eine Überprüfung der Höfe durch die zuständigen Bezirksverwaltungsbehörden (§§ 33 ff TierschutzG).

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