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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

ÖGB-Jugendkongress: Mindestens 850 Euro für Lehrlinge!

Fachkräftemilliarde, Aufwertung der Lehre, leistbares Wohnen und Klimaschutz

„Wir müssen den Digital Gap zwischen SchülerInnen in höheren Schulen und Lehrlingen schließen, denn nur mit digitalen Kompetenzen können sich Lehrlinge am Arbeitsmarkt der Zukunft behaupten“, begründet Susanne Hofer, die als ÖGJ-Vorsitzende kandidiert, das beschlossene 10-Punkte-Programm zur Digitalisierung der Lehrausbildung. Gefordert werden etwa ein Digitalisierungs-Check für Berufsschulen, Internate, Lehrpersonal und AusbilderInnen, ein Pflichtfach für „Angewandte Informatik und digitale Grundausbildung“ und klare Qualitätsstandards in der Vermittlung digitaler Kompetenzen. Die Delegierten fordern außerdem mehr Qualität in der Lehre, ein klares Nein zum Modell der „Kurzlehre“ und zur Dualen Akademie, die von AMS Fördermittel finanziert wird, sowie eine Lehrlingsentschädigung von mindestens 850 Euro.
„Nicht alle Unternehmen, die ausbilden könnten, bilden aus, profitieren aber davon“, kritisiert Hofer. Die ÖGJ hat mit der „Fachkräftemilliarde“ ein Modell entwickelt, wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen sollen. Aus den zur Verfügung stehenden Mitteln können dann nicht nur die Lehrstellenförderung, sondern auch die überbetriebliche Lehrausbildung sowie die Weiterqualifizierung von ArbeitnehmerInnen finanziert werden. Der Bund spart sich dadurch in den nächsten fünf Jahren 750 Millionen Euro. „Die Fachkräftemilliarde bietet außerdem die Chance, aus der reinen Lehrstellenförderung endlich eine echte Qualitätsförderung zu machen.“
Leistbares Wohnen: Mietobergrenzen und verpflichtende Vermietung leerstehender Immobilien
Gerade für in Ausbildung stehende und junge ArbeitnehmerInnen ist es sehr schwer, eine eigene Existenz aufzubauen. Die Mieten sind in den vergangenen Jahren exorbitant gestiegen und Wohnungen werden zunehmend zu Spekulationsobjekten. „Mietobergrenzen und der Neubau geförderter Wohnungen wären richtige Schritte zur Linderung dieses Problems. Wir fordern daher auch eine Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung oder Einführung einer Mietobergrenze. Außerdem eine Bebauungspflicht brachliegender Baugründe von Großgrundbesitzern, um Spekulationen mit Grundstücken und Immobilien zu minimieren bzw. eine Vermietung der leerstehenden Immobilien innerhalb kurzer Fristen mit entsprechend hohen Leerstandsabgaben“, so Hofer.

Auf einem toten Planeten gibt es weder Leben noch Jobs

„Klimaschutz muss bei uns allen an oberster Stelle stehen. Denn auf einem toten Planeten gibt es weder leben noch Jobs“, fordert Susanne Hofer. „Ein klimabewusstes Leben muss man sich leisten können. Die Frage nach Klimaschutz und ökologischer Nachhaltigkeit ist auch eine Verteilungsfrage!“ Der Jugendkongress fordert den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, ein österreichweites, kostenloses Jugendticket für alle in Ausbildung, Berufe mit Zukunft, Reduktion der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich und „Ökologie und Nachhaltigkeit“ als Unterrichtsfach in allen Schulen Österreichs.

Der 36. Bundesjugendkongress des ÖGB fordert weiters:

• Anhebung der Bildungsfreistellung für die Mitglieder des Jugendvertrauensrates von derzeit zwei auf drei Wochen
• Das Verbot von unbezahlten Praktika
• Den kostenlosen Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen
• Den offenen Zugang von FacharbeiterInnen an die FH
• Die Ausweitung des Selbsterhalterstipendiums
• ArbeitnehmerInnenfreundliche Öffnungszeiten von universitärer Infrastruktur
• Die Einführung einer Millionärssteuer, Erbschafts- und Schenkungssteuer
• Echte Selbstverwaltung der Sozialversicherung durch Arbeitnehmer-VertreterInnen
• Anspruch auf ganztägige Kinderbetreuungsplätze
 

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