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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

ÖGJ-Hofer: Die Lehre aufwerten zu wollen, sind offensichtlich nur leere Worte von Bundesregierung

Chance vertan: Wieder kein Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit

„Bildungsminister Faßmann hat heute erneut die Chance vertan, Lehrlingen die Möglichkeit auf eine Lehre mit Matura zu erleichtern“, kommentiert Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), die heute präsentierten Erneuerungen der Lehre mit Matura. „Die Bundesregierung will die Lehre aufwerten und attraktiver machen, trägt aber nicht viel dazu bei.“

Dass immer mehr Lehrlinge an Lehre mit Matura interessiert sind, sei positiv. „An der Motivation scheitert es nicht. Die hohe Dropout-Rate von 36 Prozent ist klar auf die Doppelbelastung der Lehrlinge zurückzuführen, da wird auch ein Motivationsschreiben nichts daran ändern“, kommentiert Hofer. Gerade für junge Menschen sei es enorm belastend, nach ihrer Vollzeit-Ausbildung im Betrieb und Berufsschule dann auch noch am Abend die Vorbereitungskurse für die Matura zu absolvieren. Ein 12-Stunden-Tag ist da schnell erreicht. „Nur ein Rechtsanspruch auf Lehre mit Matura während der Arbeitszeit kann dieser Doppelbelastung entgegenwirken. Bildungsminister Faßmann hat hier eine Chance vertan, die Lehre tatsächlich attraktiver zu machen“, so Hofer.

„Lehrlinge im Handel oder in der Gastronomie werden ohne Rechtsanspruch von der 'Lehre mit Matura' sogar häufig ausgeschlossen, weil die dort üblichen Arbeitszeiten und Dienstpläne nicht beides zulassen. Im Metallbereich nehmen Jugendliche oft einen Arbeitsplatz im Schichtbetrieb an und schaffen es dann nicht zum Matura-Vorbereitungskurs“, so die ÖGJ-Vorsitzende. „Es ist endlich Zeit für echte Maßnahmen und nicht nur für leere Worte.“

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