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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

GPA-djp-Teiber: Missbrauch von Zeitarbeit einstellen

GPA-djp erneuert Forderung, per Gesetz einzugreifen und Zeitarbeitskräfte zu beschränken

„Arbeitskräfteüberlassung kann ein Instrument sein, in Spitzenzeiten temporär zusätzlichen Arbeitsaufwand abzudecken. Es kann aber kein dauerhaft eingesetztes Mittel für Unternehmen sein und darf nicht zur Regel werden. Nicht erst mit Corona zeigt sich, dass diese Praxis zu Lasten der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten geht“, so die Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Barbara Teiber.

Schon vor knapp einem Jahr hat die GPA-djp unwürdige Arbeitsbedingungen im Amazon-Verteilzentrum Großebersdorf aufgezeigt. „An diesem Standort waren zu diesem Zeitpunkt über 95 Prozent der dort Arbeitenden als Zeitarbeitskräfte tätig. Die Vorteile für das Unternehmen liegen auf der Hand:  Die betriebliche Mitbestimmung wird ausgehebelt und die Arbeitnehmer könnten von einem Tag auf den anderen ohne Kündigungsfristen ihren Job verlieren. Das ist eindeutig ein Missbrauch und kann nicht im Sinne des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes sein“, so Teiber.

Die GPA-djp erneuert daher ihre Forderung an die Regierung, im Arbeitskräfteüberlassungsgesetz den Anteil von Zeitarbeitskräften pro Betrieb mit 10 Prozent zu beschränken und die Übernahme in die Stammbelegschaft nach 18 Monaten Beschäftigung im selben Betrieb zu ermöglichen.

„Die aktuelle Krise zeigt weltweit auf, dass überall dort, wo prekäre Arbeitsbedingungen herrschen, die Infektionsgefahr besonders groß ist. Wir haben diese Schattenseiten der globalen Wirtschaft nicht erst mit der Coronakrise aufgezeigt. Wann, wenn nicht jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, endlich konsequent die Arbeitsbedingungen zu verbessern und prekäre Arbeitsbedingungen wirksam zu bekämpfen“, so Teiber.

 

 
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