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Level-Insolvenz: Gewerkschaft vida und Betriebsrat erinnern Regierung an Versprechen, niemanden zurückzulassen

Offener Brief an Regierung verlesen: 150 Level Europe-MitarbeiterInnen versammelten sich vor Bundeskanzleramt und forderten berufliche Perspektiven ein

Nachdem die Fluglinie Level Europe keine Staatshilfe von der Republik Österreich erhält, traf ihr Mutterkonzern, die IAG-Gruppe, zu der u.a. auch British Airways und Iberia zählen, die Entscheidung, für das Unternehmen einen Insolvenzantrag zu stellen und die 200 Arbeitsplätze auf der Basis am Flughafen Wien abzubauen. Rund 150 betroffene Level Europe-MitarbeiterInnen haben sich deshalb heute vor dem Bundeskanzleramt in Wien versammelt, um von der Regierung eine Perspektive hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft einzufordern. Vor diesem Hintergrund erinnert auch Daniel Liebhart, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida die Bundesregierung an ihr Versprechen, dass in der Corona-Krise niemand zurückgelassen werden sollte. „Die Zahl der Arbeitssuchenden ist erfreulicherweise in Österreich insgesamt wieder im Sinken. Aber in besonders betroffenen Branchen wie etwa in der Luftfahrt, steigt die Zahl der Betroffenen an. Die Bundesregierung muss daher nach Lösungen und Alternativen suchen, um die Arbeitsplätze zu erhalten“, betont Liebhart.

Level Europe-Betriebsratsvorsitzender Harald Kleedorfer forderte im Rahmen der Versammlung die Regierung zu einem Gesprächstermin auf, um gemeinsam zu beraten, wie das Unternehmen und die Arbeitsplätze doch noch in Österreich gehalten werden könnten. Bei der Kundgebung vor dem Kanzleramt hatten alle TeilnehmerInnen jeweils 4 Luftballons in den Händen gehalten. Diese Aktion sollte symbolisieren, dass - wie Studien belegen - jeder Arbeitsplatz bei einer Airline direkt vier weitere Arbeitsplätze in Österreich schafft. „Die Rettung unserer 200 Arbeitsplätze würde daher eine Vielzahl an weiteren Beschäftigten in Österreich Jobsicherheit geben“, betonte Kleedorfer.

Im Rahmen der Kundgebung wurde ein offener Brief des Betriebsrats an die Bundesregierung verlesen. Im Brief heißt es, die Beschäftigten würden nach wie vor ihr Vertrauen in die Regierung setzen. Die Worte von Bundeskanzler Kurz bei seiner Pressekonferenz vom 18. März 2020 werden in dem Schreiben in Erinnerung gerufen: „Unser Zugang, der ist klar. Wir wollen alles Menschenmögliche tun, um Arbeitslosigkeit und Zahlungsunfähigkeit in Unternehmen zu verhindern. Unser Zugang ist: Koste es, was es wolle, um österreichische Arbeitsplätze zu retten.“

Auch auf entsprechende Zitate von Finanzminister Blümel aus der Nationalratssitzung vom 20. März 2020 wird im offenen Brief verwiesen: (...) Wir wissen aber, dass wir alles tun werden, um die Gesundheit der Österreicher zu erhalten, die Arbeitsplätze zu sichern und den Standort durch die Krise zu tragen. Koste es was es wolle.“

Der Betriebsrat weist in seinem Schreiben an die Regierung auch darauf hin, dass bei Level Europe u.a. österreichische Arbeitsverträge und ausnahmslos direkte Anstellungen im Unternehmen sowie die konsequente Einhaltung von Gesetzen im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern am österreichischen Markt selbstverständlich seien.

„Wird der Flugbetrieb von Level nicht weitergeführt, gehen 200 hochwertige und nachhaltige Arbeitsplätze, jahrzehntelange Expertise und Know-how in der österreichischen Luftfahrtbranche am Wirtschaftsstandort Wien unwiederbringlich verloren“, so der Level-Betriebsrat in seinem offenen Brief wörtlich.

Der vollständige offene Brief des Level-Europe Betriebsrats steht auf www.vida.at zum Download zur Verfügung.

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