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Gewerkschaft PRO-GE: „Swarovski-Modell“ darf nicht Schule machen

Steuergelder kassieren und gleichzeitiger Stellenabbau unmoralisch und unverantwortlich

„Swarovski macht es vor, andere Firmen machen es nach“, kritisiert Robert Koschin, Geschäftsführer der Gewerkschaft PRO-GE Tirol, die Inanspruchnahme von Steuergeldern für Kurzarbeit und die darauffolgenden Kündigungen. „Wir brauchen strengere Auflagen für das Nachweisen der Wirtschaftlichkeit und die Zusage, dass bei Kurzarbeit Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden!“, so Koschin, der Kurzarbeit und das Ausschütten von Dividenden als „definitiv unvereinbar“ bezeichnet.

„Das ‚Swarovski-Modell‘ darf nicht Schule machen! Unter dem Vorwand ‚Corona‘ wurden zuerst Steuergelder kassiert, nur um anschließend das längst beschlossene Wirtschaftskonzept inklusive massivem Stellenabbau durchzuziehen. Man hört österreichweit bereits davon, dass dieses unmoralische und unverantwortliche Vorgehen von zahlreichen Firmen zum Vorbild genommen wird“, warnt Koschin. Er führt weiter aus: „Es ist ein Schlag ins Gesicht, wenn man sich zuerst dank Kurzarbeit Hoffnungen auf den Erhalt des Jobs macht, und dann trotzdem so schnell wie möglich aus dem Unternehmen katapultiert wird!“

Hier sind für den Gewerkschafter stärkere Kontrollen nötig: „Um Kurzarbeit und somit Steuergelder in Anspruch nehmen zu können, sollte eine detaillierte Begründung erbracht werden sowie der Nachweis, dass die Verminderung von Stunden die wirtschaftliche Situation des Unternehmens verbessert und somit Arbeitsplätze nachhaltig gesichert sind. Derzeit haben wir die Situation, dass sich auch gut betuchte Betriebe, die sich problemlos jahrelang über Wasser halten könnten, auf Kosten der Steuerzahler ausruhen und sogar Dividenden ausschütten!“ Entsprechende Nachweise sollten die Grundlage für die AMs-Entscheidung zur Bewilligung von Kurzarbeit bilden.

Koschin sieht im Ausschütten von Dividenden und gleichzeitiger Inanspruchnahme von staatlicher Unterstützung eine absolute Unvereinbarkeit: „Auch Unternehmen haben eine Verantwortung gegenüber dem Staat und unserer Gesellschaft. Es sind ohnehin schon die ArbeitnehmerInnen, die die Hauptlast der Krise schultern. Dass sie jetzt auch noch hinnehmen müssen, dass ihr Einkommen bei Kurzarbeit gekürzt wird, und gleichzeitig Aktionäre und Manager ihre Dividenden und Boni einstreichen, ist unmoralisch und inakzeptabel.“

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