Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.

24-Stunden-Betreuung: Scharfe vidaflex-Kritik an türkis-grüner Indexierung von Kinderbonus und Familienbeihilfe

vidaflex-Lipinski: „Es ist bezeichnend, dass auf den Rücken von Kindern billiger politischer Populismus ausgetragen wird“

„Es ist wirklich traurig, dass die Regierung noch immer der Meinung ist, dass Kinder aus anderen Ländern weniger wert sind als Kinder, die in Österreich leben. Die vorgeschlagene Indexierung des Kinderbonus sowie die bereits Realität gewordene Indexierung der Familienbeihilfe von Türkis-Grün sehen eine ungleiche Behandlung und Auszahlung vor, je nachdem wo die Bezieherinnen herkommen“, sagt Christoph Lipinski von vidaflex, der Gewerkschaftsinitiative für EPUs und Neue Selbständige. Auf diese Weise würden Kinder von ausgerechnet jenen Kolleginnen und Kollegen, von denen viele aufgrund ihrer Arbeit in der 24-Stunden-Betreuung zurzeit des Corona-Lockdowns noch beklatscht wurden, jetzt durch die Finger schauen. Das Vorhaben widerspricht nach Rechtsmeinung der Europäischen Union übrigens sogar dem Gleichheitsgrundsatz, was von Brüssel bereits an die Regierung kommuniziert wurde. „Es ist bezeichnend, dass hier auf den Rücken von Kindern billiger politischer Populismus ausgetragen wird“, kritisiert der vidaflex-Experte für 24-Stunden-Betreuung.

So bekommt beispielsweise die Familie des 14-jährigen Markus, der in Österreich wohnt, 141,50 Euro Grundbetrag an Familienbeihilfe. Dazu kommen 7,10 Euro aufgrund der Geschwisterstaffelung bei zwei Kindern und 58,40 Euro Kinderabsetzbetrag. Das ergibt monatlich 207 Euro und Schulstartgeld in Höhe von 100 Euro. Ivan (14) wohnt in Kroatien. Seine Eltern, obwohl sie in Österreich arbeiten, bekommen für ihn 88 Euro Familienbeihilfe-Grundbetrag, 4,42 Euro zusätzlich durch die Geschwisterstaffelung und 36,32 Euro Kinderabsetzbetrag. Das macht zusammen 128,74 Euro plus 62,20 Euro Schulstartgeld aus. Beim Kinderbonus sind es für ein in Österreich lebendes Kind 360 Euro, für ein in Kroatien lebendes Kind nur 160 Euro. Fazit: Die Familie des in Kroatien lebenden Ivan bekommt unterm Strich nur rund halb so viel wie die Familie des in Österreich wohnenden Markus, kritisiert Lipinski.

„Diese Vorgehensweise der Bundesregierung ist nicht nur unsolidarisch und ungerecht, sondern auch volkswirtschaftlich sehr kurzsichtig. Für viele der 24-Stunden-BetreuerInnen aus unseren östlichen Nachbarländern bringt eine derart ungerechte Familienpolitik das Fass zum Überlaufen“, betont Andreja Grabovac, vidaflex-Sprecherin für die kroatischen 24-Stunden-BetreuerInnen. Viele von ihnen würden in Österreich Steuern zahlen, laufen ihren versprochenen Bleib-Da-Bonus-Zahlungen aber immer noch hinterher, werden fast täglich mit widersprüchlichen Meldungen bezüglich ihrer Corona-Testungen sowie Einreisemöglichkeiten konfrontiert und jetzt werden sie auch noch damit konfrontiert, dass ihre Kinder offenbar nur Kinder zweiter Klasse sind. „Der Frust ist bei meinen Kolleginnen und Kollegen so groß, dass viele überlegen, Angebote in der Altenbetreuung aus anderen Ländern jenen aus Österreich vorzuziehen“, sagt Grabovac. Sogar längere Anreisen würden dafür zukünftig in Kauf genommen: „Die Nähe Österreichs zu ihren Heimatstaaten ist für viele das ausschlaggebende Argument gewesen, nach Österreich zu kommen.“

In der Zeit des Corona-Lockdowns stand das System der Altenbetreuung ohne Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland in unserem Land kurz vor dem Zusammenbruch. Damals wurden die Kolleginnen und Kollegen noch von Seiten der Bundesregierung als systemrelevant angesehen und es wurde mit unseren Nachbarn sogar über Korridorzüge und Sonderflüge verhandelt. „Jetzt nach dem Lockdown sieht die türkis-grüne Corona-Hilfe vor, dass gerade Kinder von 24-Stunden-BetreuerInnen aus unseren Nachbarländern weniger wert sind. Das kann nicht sein“, bekräftigt vidaflex-Experte Christoph Lipinski abschließend.

Newsletterauswahl

Bleib in Krisenzeiten informiert!

Abonniere jetzt den ÖGB-Newsletter und erhalte die wichtigsten aktuellen Nachrichten zum Thema "Arbeitswelt & Corona" in dein Postfach - gratis, kompakt und natürlich jederzeit kündbar!
Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel weiterempfehlen

Wir sind für Sie Da!
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1
A-1020 Wien
Telefon: +43 / 1 / 534 44 39
e-Mail: oegb@oegb.at
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt English