Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Bundeskongress 2013

Lipitsch wiedergewählt

Hermann Lipitsch einstimmig als ÖGB Landesvorsitzender bestätigt

Mit eindrucksvollen 100 Prozent der Stimmen wurde Hermann Lipitsch im Zuge der 21. Landeskonferenz des ÖGB Kärnten als Vorsitzender wiedergewählt. Lipitsch blickt auf vier von Protest- und Kampfmaßnahmen geprägte Jahre zurück und wünscht sich ein baldiges Ende der arbeitnehmerfeindlichen Politik in Kärnten. "Wir benötigen in Kärnten wieder eine Politik, die sich den Problemen der Menschen annimmt und nicht eine Politik die ständig nur aufgrund von Skandalen Schlagzeilen macht", so Lipitsch bei der Konferenz. Mit dem Beschluss eines 20seitigen Leitantrages legen die Kärntner GewerkschafterInnen ein umfangreiches Konzept zur Bewältigung der Krise und für einen starken Sozialstaat vor.

Unter dem Motto "Sozialstaat - fairbessern" stand die 21. Landeskonferenz des ÖGB Kärnten. Dabei wurde Hermann Lipitsch von den rund 150 Delegierten einstimmig als Landesvorsitzender bestätigt. Gewählt wurde auch das Präsidium, das sich aus Waltraud Rohrer (ÖGB Frauen), Michael Krall (GÖD), Franz Liposchek (GdG-KMSfB) und Gerald Loidl (GPA-djp) zusammensetzt.

Zahlreiche Ehrengäste wie ÖGB Präsident Erich Foglar, ÖGB Vizepräsident Dr. Norbert Schnedl, Ernst Zlöbl, Direktor der Pensionsversicherungsanstalt, Domprobst Dr. Olaf Colerus-Geldern, SPÖ Landesparteivorsitzender LHStv. Dr. Peter Kaiser, AK Direktor Dr. Winfried Haider und Franz Zewell vom AMS Kärnten folgten der Einladung. Insgesamt anwesend waren rund 280 Gäste.

Rückblick auf vier ereignisreiche Jahre

Lipitsch trat 2008 die Nachfolge von Adam Unterrieder an und blickt mittlerweile auf eine ereignisreiche Zeit zurück. "Geprägt waren die vergangenen vier Jahre vor allem von zahlreichen Protest- und Kampfmaßnahmen", erinnert sich Lipitsch. "Nicht nur, dass seit Ausbruch der Wirtschaftskrise die Gangart von Wirtschaft und Industrie um ein Vielfaches härter geworden ist. Es war vor allem die arbeitnehmerfeindliche Politik, die uns in Kärnten immer wieder zu Aktivitäten auf der Straße gezwungen hat", erinnert Lipitsch an die Proteste rund um das Kabeg-Gesetz und die Kürzung der Arbeitnehmerförderung. "Aber wir haben in dieser Zeit auch beweisen können, dass der ÖGB Kärnten es versteht zu mobilisieren und dass wenn es darauf ankommt, wir auch immer in der Lage sind, einen erbitterten Arbeitskampf zu führen", so der Gewerschafter weiter. Trotzdem wünscht sich Lipitsch ein baldiges Ende dieses politischen Klimas. "FPK und ÖVP haben nicht nur in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass sie von den Interessen der ArbeitnehmerInnen nichts hören wollen. Jetzt, mit der Einführung des Pflegeregresses oder der Kürzung der Vorbereitezeiten für KindergärnterInnen, führen sie ihren Raubzug gegen die Menschen in Kärnten weiter fort. Es gilt also nur zu hoffen, dass die FPK-ÖVP-Ära in Kärnten bald zu Ende geht", so Lipitsch.

Zahlreiche Forderungen: "Wir dürfen uns nicht zufrieden geben

"Als Reaktion auf die immer größer werdende Verschuldung kommt es permanent zu Angriffen auf unser Sozialsystem. Wir müssen es schaffen, dass endlich öffentlich darüber diskutiert wird, dass der Sozialstaat zahlreiche Arbeitsplätze schafft, Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge bringt und massiv zum Wirtschaftswachstum beiträgt ", fordert Lipitsch und ergänzt: "Der Sozialstaat ist kein Kostentreiber sondern er ist die Basis wirtschaftlichen Erfolges".

In einem umfassenden Leitantrag fordern Kärntens Gewerkschaften die Politik zu mehr Solidarität und Gerechtigkeit auf. "Es läuft nach wie vor noch vieles schief und wir dürfen uns mit dem, was wir bisher erreicht haben, nicht zufrieden geben", so Lipitsch. Die Forderungen der Gewerkschaften reichen von der Regulierung der Finanzmärkte, über eine gerechte Besteuerung von Vermögenswerte, einer Entlastung des Faktors Arbeit bis hin zu arbeitsmarkt-, bildungs- und familienpolitischen Maßnahmen. Ganz besonderes am Herzen liegt Lipitsch der Pflegebereich: "Hier ist es dringend nötig, die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung zu verbessern".

Über 70.000 ÖGB-Mitglieder und hohe Akzeptanz in Kärnten

Aktuell zählt der ÖGB Kärnten 71.248 Mitglieder. "Da wir aber in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Mitglieder gewonnen haben, konnten wir trotz des enormen Anstieges der Arbeitslosigkeit das Ausscheiden vieler Kärntner und Kärntnerinnen kompensieren", erklärt Lipitsch. Vor allem durch die positiven Lohnabschlüsse verzeichnen einige Gewerkschaften ein deutliches Plus an Mitgliedern und seit Jänner 2012 lässt sich gesamt ein positiver Trend nach oben erkennen. "In den letzten Jahren wurde das Serviceangebot des ÖGB kontinuierlich ausgebaut. Menschen können sich mittlerweile mit Fragen zur Arbeitnehmerveranlagung, zum Pensionsantritt und Pensionsrecht, zur Wohnbauförderung, zu Versicherungsschutz, zur beruflichen Weiterbildung und Umschulung oder zur Krankenversicherung an uns wenden und finden hier auch kompetente Hilfe", so Lipitsch. "Wir sind zu einem wichtigen Ansprechpartner für die Menschen innerhalb und außerhalb des Betriebes geworden", so Lipitsch.

Gleichzeitig belegt auch eine aktuelle SORA-Umfrage, dass das Vertrauen der Kärntner Bevölkerung in den ÖGB sehr hoch ist. "Wir genießen unter den Kärntner ArbeitnehmerInnen ein höheres Vertrauen als es zum Beispiel Wirtschaftskammer oder die Landesregierung tun. Die Menschen haben gerade in den schwierigen Zeiten der Krise gesehen, dass sie bei uns einen zuverlässigen Partner an ihrer Seite haben, der ihnen Halt gibt", freut sich Lipitsch, der nun auch in den kommenden vier Jahren die Interessen der ArbeitnehmerInnen in Kärnten vertreten wird.

Artikel weiterempfehlen