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Sonntagsarbeit im Handel muss Ausnahme bleiben!

Kritik an längeren Silvester-Öffnungszeiten: „Affront gegen Beschäftigte“

Jahrelang haben die Geschäfte im österreichischen Lebensmittelhandel zu Silvester um 15 Uhr geschlossen, damit soll jetzt in einigen Supermärkten Schluss sein: Dem Vorstoß eines Lebensmitteldiskonters, der heuer am letzten Tag des Jahres bis 17 Uhr offenhalten will, haben sich mehrere Konzerne angeschlossen. Die zuständige Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp) wertet dieses Vorhaben als Provokation gegenüber den Handelsangestellten, wie Vorsitzende Barbara Teiber erklärt: „Für viele Kolleginnen und Kollegen bedeutet das, dass sie erst um 18 oder 19 Uhr nach Hause kommen. Das ist eine große Respektlosigkeit gegenüber jenen Angestellten, die im für sie stressigen Advent und auch nach Weihnachten, wenn stark mit Sonderangeboten für Silvester geworben wird, ohnehin an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen.“ 

Vernünftiger Schritt von Lidl

„Ich appelliere an die großen Handelsketten, sich einen Ruck zu geben und nicht diese zwei Stunden länger zu öffnen“, sagt Teiber. Die GPA-djp fordert die Arbeitgeber auf, es Lidl Österreich gleichzutun: Dort wurde die Ankündigung, zu Silvester ebenfalls bis 17 Uhr geöffnet zu halten, nach der Kritik der Angestellten und Betriebsräte zurückgenommen. Die Kolleginnen und Kollegen seien sehr erleichtert, berichtet Lidl-Betriebsratsvorsitzender Michael Wörthner: „Sie haben diese freie Zeit wirklich verdient.“

Keine neuen Tourismuszonen in Wien

Alle Beschäftigten im Handel verdienen diese freie Zeit am Silvestertag, kritisiert auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian: „Das ist wirklich nichts anderes als ein Affront gegen die Beschäftigten. Es wird ja niemand ernsthaft glauben, dass die Kassen deswegen noch lauter klingeln.“ Dasselbe gelte auch für die immer wieder geäußerten Begehrlichkeiten nach neuen Tourismuszonen in Wien, um auch sonntags einkaufen zu können. „Es macht einen wesentlichen Teil der Lebensqualität dieser Stadt aus, dass die Geschäfte am Sonntag geschlossen bleiben. Die Touristen kommen wegen des großen kulturellen Angebots und nicht, weil sie am Sonntag Möbel kaufen wollen.“

In diesem Sinne sei auch die Forderung der 18 SES-Einkaufszentren der Spar-Gruppe nach vier bis sechs verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr klar abzulehnen, sagt der ÖGB-Präsident. Im Gesundheits- oder im Sicherheitsbereich funktioniere es nicht ohne regelmäßige Dienste am Sonntag, so Katzian: „Aber im Handel muss die Arbeit am Sonntag die Ausnahme bleiben, dafür kämpfen wir!“ 

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