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„Es ist Gewaltiges gelungen“ - die ÖGB-Corona-Timeline

TEIL 3 – Ein Blick zurück: Was in Österreich seit Beginn der Corona-Krise passiert ist

Was bisher geschah - Teil 1
Was bisher geschah - Teil 2

30. März 2020

Am Montagvormittag gab die Regierung bei einer Pressekonferenz weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bekannt: Verstärkter Schutz für gefährdete Gruppen, Einhaltung der Maßnahmen konsequent sicherstellen, (wahrscheinlich) ab Mittwoch Mund-Nasen-Schutzmasken im Supermarkt tragen müssen. Die touristische Nutzung von Hotels wird untersagt. Die Schutzkonzepte der Spitäler werden ausgebaut.

Gefährdete Personengruppen werden zusätzlich auch beruflich freigestellt oder müssen verpflichtend ins Home Office - Den Arbeitgebern wird die Maßnahme abgegolten.

Das Krankenhaus in Spittal an der Drau entließ den Betriebsratsobmann fristlos, nachdem er in einem internen Schreiben die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen für schwangere MitarbeiterInnen kritisiert hatte.

Zwischen 15. und 29. März sind 179.000 Menschen mehr als arbeitslos gemeldet. Die  Webseite jobundcorona.at hatte in den letzten beiden Wochen mehr als eine Million Seitenaufrufe und es wurden 70.000 Gespräche bei der Jobundcorona-Hotline geführt.

Rund 33.000 Menschen werden in Österreich von 24-Stunden-Betreuerinnen gepflegt, die meist aus den östlichen Nachbarländern stammen. Vielen der Betreuerinnen ist es momentan nicht möglich nach Österreich zu reisen, wegen Quarantänevorschriften oder Reisebeschränkungen durch ihre Heimatländer.

Nun hat die türkis-grüne Regierung ein Maßnahmenpaket geschnürt um die 24-Stunden-Pflege so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Der Bund ermöglicht die Auszahlung von Boni für 24-Stunden-Betreuerinnen, wenn sie sich entschließen in Österreich zu bleiben. Nach Zustimmung des Sozialministeriums können die Länder ausländischen Arbeitskräften nun Boni bezahlen. Oberösterreich bietet 24-Stundenkräften etwa 1.000 Euro zusätzlich pro Monat.

Das Land Niederösterreich beschloss am 30. März 250 PflegerInnen aus Rumänien und Bulgarien einfliegen zu lassen. Nach 14 Tagen in Quarantäne sollen sie sechs Wochen in Österreich arbeiten können. Die Kosten für Flug und Unterbringung während der Quarantäne tragen das Land Niederösterreich bzw. die Wirtschaftskammer.

Ausnahmeregelung für ungarische BerufspendlerInnen die innerhalb von 50 Kilometer der Grenze leben oder arbeiten. Sie sind von den ungarischen Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen.30.03.2020

Beim Bahnbaumaschinenhersteller Plasser & Theurer sind 1.100 von 1.800 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit. 900 ArbeiterInnen sind bereits seit Mitte März angemeldet, jetzt folgen noch 200 Angestellte. H&M bietet geringfügig Beschäftigten (vor allem Alleinerzieherinnen) auf „freiwilliger Basis“ von 1. bis 30. April unbezahlten Urlaub an – selbst die Unfallversicherung sollen sich die Angestellten selbst bezahlen. Grund: es gibt für geringfügig Beschäftigte keine Möglichkeit von Kurzarbeit. Alle anderen MitarbeiterInnen sind mit 1. April zu Kurzarbeit angemeldet.

Studierende müssen weiterhin Studiengebühren bezahlen.

1. Mai-Aufmarsch wird virtuell und von zu Hause aus stattfinden und das Donauinselfest wurde von 18. auf 20. September 2020 verschoben.

31.03.2020

Mittels Erlass gilt in Supermärkten, Drogerien, etc. spätestens ab 6. April die Maskenpflicht, allerdings nur in Geschäften, deren Kundenbereich größer als 400 Quadratmeter ist.

AK-Präsidentin Renate Anderl und ÖGB-Frauenvorsitzende und -Vizepräsidentin Korinna Schuhmann fordern in einer gemeinsamen Presseaussendung die Nachschärfung der Sonderbetreuungszeit. Der momentan auf drei Wochen beschränkte Anspruch muss bis zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs in Schulen und Kindergärten verlängert werden, es muss darauf einen Rechtsanspruch für ArbeitnehmerInnen geben und die den ArbeitgeberInnen entstehenden Kosten muss der Staat zu 100 Prozent ersetzen.

Außerdem warnen Anderl und Schuhmann vor der enormen Belastung, der Frauen momentan ausgesetzt sind: Haushalt, Kinderbetreuung, Lehrerin und Erwerbsarbeit – oft auf sehr kleinem Raum.

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian gibt der Ö3-Sendung „Frag das ganze Land – spezial“ ein Telefoninterview zum Thema Home Office. Katzian spricht über Berichte aus Produktionsbetrieben. Hier habe sich an den Arbeitsbedingungen nichts verändert, der Sicherheitsabstand von einem Meter an Fließbändern könne nicht eingehalten wird, genauso wie bei Schichtübergaben. Arbeitsrechtsexperte Martin Risak bestätigt, dass ArbeitnehmerInnen im Homeoffice noch produktiver sind.

Von den rund 105.000 Lehrlingen in Österreich sind knapp ein Drittel im letzten Lehrjahr. Sie werden die Berufsschule im Sommer abschließen können. Momentan lernen sie via Fernlehre.

Die Frühjahrs-Lohnrunden für Bereiche wie Elektro- und Elektronik-, Textil-, Papierindustrie werden bis nach Ostern ausgesetzt.

Aus den Tiroler Tourismusgebieten durften nun die bis jetzt in Quarantäne befindlichen Saisonarbeitskräfte abreisen.

Das Coronavirus-Notstandsgesetz entmachtet faktisch das ungarische Parlament. Es ermöglicht Viktor Orban das Regieren per Dekret auf unbestimmte Zeit. Aber auch in anderen EU-Staaten wie Polen oder Kroatien ist die Demokratie in Gefahr.

Vizekanzler Werner Kogler reagiert auf die Kritik bezüglich der Ausschlusskriterien des Härtefallfonds für EPUs. Ab sofort gibt es Auszahlungen auch für jene die mehrfach versichert sind, die Einkommensgrenzen nach oben und unten sind aufgehoben worden und jene die gerade erst ein Unternehmen gegründet haben, erhalten jetzt doch auch Unterstützung. Seit 27. März 2020 können Anträge gestellt werden. Bis 31. März haben rund zehn Prozent (6.000) der AntragstellerInnen keine Unterstützung bekommen, weil sie den Anforderungen nicht entsprachen. Das soll nun geändert werden.

Mit 1. April 2020 treten 3.500 außerordentliche Zivildiener ihren Dienst an. 2.000 davon sind ehemalige Zivildiener, die sich freiwillig gemeldet haben und 1.500 deren Dienst per Erlass verlängert worden ist. Die Frage des Zivildiener-Pay-Gap ist noch nicht gelöst. Der zweimonatige Aufschubspräsenzdienst für 2.316 Soldaten startet mit 1. April 2020. Der Zweck ist die Durchhaltefähigkeit des Bundesheers sicher zu stellen und zeitlich begrenzte personelle Entlastung sicherzustellen.

Ab 1. April 2020 gilt für 70 Prozent der 230 MitarbeiterInnen im Tiergarten Schönbrunn für die nächsten drei Monate Kurzarbeit. Die Versorgung der Tiere ist sichergestellt. Die 3.000 MitarbeiterInnen des größten österreichischen Tourismuskonzern, der Verkehrsbüro-Gruppe, sind ab 1. April 2020 in Kurzarbeit. Die Reduktion beträgt zwischen 50 bis 90 Prozent.

Acht Österreichischen Bundesmuseen standen seit der Schließung am 13. März 2020 vor großen Herausforderungen. Für die Mehrheit der Beschäftigten wird entweder Kurzarbeit geplant oder ist schon bei den entsprechenden Stellen eingereicht worden. Nur das Naturhistorische Museum wartet noch ab. Die Kulturinstitutionen fordern vom Eigentümer Bund dass zumindest temporär die Basisabgeltung erhöht werden muss.

McDonalds hat mit den Sozialpartner eine Konzernlösung bezüglich Kurzarbeit ausgearbeitet, die auch für die FranchisenehmerInnen gilt. Betroffen sind rund 9.600 Beschäftigte. Rund 400 MitarbeiterInnen des Motorenwerks ATB in Spielberg (Steiermark) sind in Kurzarbeit. Der Aufsichtsrat der NÖ Kulturwirtschaft hat beschlossen seine rund 800 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit zu schicken. Den Anfang macht mit 1. April das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich.

Bildungsminister Heinz Faßmann kündigte an, dass es im April keinen regulären Schulbetrieb geben wird.

01. April 2020

Am 1. April 2020 schlossen ArbeitgeberInnen und die Gewerkschaften GPA-djp und vida die Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft ab. Es ist ein Drei-Jahres-Pakt. Rückwirkend ab 1. Februar gibt es eine Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent und ab 1. Jänner 2021 eine Gehaltserhöhung von Inflationsrate plus 0,6 Prozent. Ab 1. Jänner 2022 wird die generelle 37-Stunden-Woche eingeführt. Darüber hinaus erhalten die Beschäftigten, die während der Corona-Krise arbeiten und KundInnenkontakt haben, einen einmaligen Bonus von 500 Euro. Im Gegenzug dazu wurde aber u. a. die Überstundenbezahlung auf 33 Prozent reduziert.

Das AMS meldete ein Rekordhoch bei den Arbeitslosenzahlen von 562.522 – den höchsten Stand seit dem Jahr 1946. In Tirol stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat um 174 Prozent, in Salzburg um 112 Prozent, in der Steiermark um 72 Prozent, in Vorarlberg um 59 Prozent, in Kärnten um 58 %, in Oberösterreich um 53 Prozent, im Burgenland um 47 Prozent, in Niederösterreich um 41 Prozent und in Wien um 31 Prozent.

Die Coronavirus-Pandemie mit Betriebsschließungen und Ausgangsbeschränkungen hat per Ende März am stärksten die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer im Bereich Beherbergung und Gastronomie (+145,1 Prozent, +60.784 Personen), am Bau (+94,8 Prozent, +28.191 Personen) und im Verkehr und Lagerwesen (+83,8 Prozent +13.728 Personen) nach oben schnellen lassen. Die Anzahl der Menschen ohne Job im Handel stieg per Ende März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 34,4 Prozent, bei der Herstellung von Waren (+34,2 Prozent), Arbeitskräfteüberlassung (+34,0 Prozent) und im Gesundheits- und Sozialwesen (+22,5 Prozent).

Nach Ausbildung gegliedert nahm die Arbeitslosigkeit (inklusive Schulungen) am stärksten bei Personen mit Lehrausbildung (+68 Prozent) zu, bei mittlerer Ausbildung (+50 Prozent, Pflichtschulausbildung (+46 Prozent), höherer Ausbildung (+44 Prozent) und akademischer Ausbildung (+25 Prozent). Einen kräftige Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es sowohl bei Inländern (+48 Prozent) als auch bei Ausländern (+ 61 Prozent). Bei Jugendlichen unter 25 Jahren stieg die Zahl um 43 Prozent, im Haupterwerbsalter (25 bis 49 Jahre) um 59 Prozent, bei Älteren ab 50 Jahren um rund 46 Prozent. Österreichweit sank die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im März nach vorläufigen Berechnungen um 150.000 auf 3,626 Millionen Personen.

Schon in der ORF-Pressestunde am 29. März 2020 hatte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian gesagt: „Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, das Arbeitslosengeld anzuheben“. Im internationalen Vergleich ist Österreich aktuell Schlusslicht. ÖGB-Ökonom Ernst Tüchler unterstützt die Forderung nach einer Erhöhung des Arbeitslosengelds. Am 3. April 2020 brachte die SPÖ im Nationalrat einen diesbezüglichen Antrag ein.

Die Sozialpartnervereinbarung zur Kurzarbeit wurde ein weiteres mal nachgeschärft. Als Antwort auf die Kritik, dass die Bewilligung der Kurzarbeitsanträge zu lange dauern würden, beschlossen die Sozialpartner ein beschleunigtes Procedere. Die Zustimmung der Wirtschaftskammer zu den Kurzarbeitsanträgen, die gemäß der Sozialpartnereinigung gestellt werden, erfolgt ab sofort pauschal. Das AMS erteilt vollständigen Anträgen eine vorläufige Genehmigung. Die Gewerkschaften prüfen die Anträge stichprobenartig und können innerhalb von 48 Stunden einzelne Ansuchen ablehnen. Gleichzeitig warnten die Sozialpartner vor Missbrauch der Regelung durch die Unternehmen.

Mit Stand 1. April 2020 waren 250.000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Im AMS lagen rund 13.000 Anträge von Firmen zu Kurzarbeit. Im Vergleich dazu: während der Finanzkrise im Jahr 2009 waren 250 Betriebe in Kurzarbeit gewesen. Auch der ORF führt in Teilbereichen Kurzarbeit ein. Geplant ist eine stufenweise Reduzierung des Normalarbeitszeit auf 50 und später zehn Prozent.

„Unser aller Interesse ist, dass möglichst viele Menschen ihre Arbeitsplätze behalten. Die heute veröffentlichte Zahl der Arbeitslosen macht die Notwendigkeit deutlich.“ Wofgang Katzian

Es gibt aber auch gute Nachrichten während der Corona-Krise. Nach monatelangem harten Kampf und mehreren Streiks erreichten die MitarbeiterInnen bei Secop in Fürstenfeld gemeinsam mit der Produktionsgewerkschaft ein Umdenken beim Eigentümer. Das Werk wird nicht geschlossen und so bleiben 170 Arbeitsplätze erhalten.

Die Kärntner Landesregierung beschloss neben der Stundung der Landesabgaben für Betriebe, die wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind, auch Zwangsurlaub für Landesbedienstete in der Karwoche.

In Tirol wurde das Netzwerk „Tirol hilft“ gegründet. Konzipiert von der Arbeiterkammer entstand ein mit zwei Millionen Euro dotierter ArbeitnehmerInnenfonds, der Menschen helfen soll, die durch die Krise in Not geraten sind.

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern adidas kündigte nach der Schließung der Geschäfte an, keine Miete mehr zu bezahlen. Es folgte ein Shitstorm und die Konzernleitung lenkte ein. Sie entschuldigten sich „in aller Form“ und zahlt nun doch Miete.

02. April 2020

Erstmals seit zehn Jahren wurde das Budget des Frauenministeriums erhöht – um 20 Prozent – inklusive 60.000 Euro für die Frauenhelpline.

Die Stadt Linz beschloss ein Elf-Millionen-Euro-Hilfspaket, um alle von der Corona-Krise betroffenen BewohnerInnen und die Wirtschaft zu unterstützen.

Das Land Steiermark beschloss bis zum Ende coronabedingten Schließungen aller Kindergärten und Krippen die Einhebung der Elternbeiträge auszusetzen.

Die ÖBB beschäftigt in Österreich 35.000 MitarbeiterInnen, 21.000 davon sind nach wie vor in einer Art Beamtenstatuts und für sie gelten u. a. die Regelungen, dass sie unkündbar sind, niemals schlechter gestellt werden dürfen sowie die Unverkürzbarkeit des Bezuges. Daran hackt momentan die Vereinbarung des Betriebsrats mit der Konzernleitung. Für zwischen 10.000 und 12.000 MitarbeiterInnen sollte beim AMS Kurzarbeit beantragt werden. Dies geht bekanntlich mit der Reduzierung der Löhne bzw. Gehälter einher, was wiederum laut den Regelungen für BeamtInnen nicht möglich ist. Das Cateringunternehmen Do&Co hat 150 MitarbeiterInnen gekündigt – darunter waren über 50 ältere Beschäftigte - und 650 in Kurzarbeit geschickt.

In einer Presseaussendung schreibt die Gewerkschaft vida, dass sie bereits 5.000 Kurzarbeitsvereinbarungen abgeschlossen haben. Momentan werden rund 1.000 Sozialpartnervereinbarungen pro Tag unterschrieben. Zum Beispiel mit: Siegl’s Pub in Wiener Neustadt, Intercoiffeur Katharina Strassl Wien, Kerschner Reisebüro und Busbetriebe, Blaguss Reisen und Touristik, Saubermacher, Cafe Landtmann Wien, Taxi Rittner St. Pölten, ARCS Reinigung, Austrian Airlines, McDonald‘s oder die Cineplexx und Hollywood Megaplex Kinos.

03. April 2020

Am 3. April 2020 wurden im Nationalrat mit drei Gesetzespaketen sieben neue Gesetze verabschiedet und 85 Gesetze geändert – insgesamt sind es 92 Artikel. Am 4. April muss der Bundesrat noch seine Zustimmung geben.

  • Aufstockung des COVID-19-Krisenbewältigungsfonds von vier auf 28 Milliarden Euro. Zwei Milliarden aus dem Fonds (nicht wie bisher vorgesehen eine Milliarde) gehen in den Härtefallfonds für Kleinstunternehmen, EPUs, neue Selbstständige, freie DienstnehmerInnen und NGOs. Leistungen für LandwirtInnen aus dem Härtefallfonds werden über die Agrarmarkt Austria und nicht über die WKÖ abgewickelt.
  • Änderung des Arbeitsmarktpolitik-Finanzierungsgesetz: Arbeitsministerin Christine Aschbacher wird ermächtigt per Verordnung die Obergrenze der Mittel für Kurzarbeit die über die bisher festgelegte Obergrenze von einer Milliarde Euro hinausgehen, festzulegen.
  • Aus dem Familienlastenausgleichsfonds werden 30 Millionen Euro zur Überbrückung außergewöhnlicher Notlagen in Familien bereit gestellt. Auch subsidiär Schutzberechtigte haben Anspruch auf Geld aus dem Fonds.
  • COVID-Bonusauszahlungen, die Beschäftigte für ihren Einsatz während der Corona-Krise erhalten, sind bis 3.000 Euro steuerfrei sein.
  • Die Pendler-Pauschale wird auch bei Home-Office und temporärer Kurzarbeit weiterhin gewährt.
  • Alle Zuwendungen aus dem Krisenbewältigungsfonds, dem Härtefallfonds und dem Corona-Krisenfonds sowie vergleichbare Zuwendungen der Länder, Gemeinden und gesetzlichen Interessenvertretungen, die zur Bewältigung der Corona-Krise geleistet werden, sind steuerfrei.
  • Die Sonderregelung für Arbeitsunfälle im Home-Office gilt ab März 2020 für die Zeit der Corona-Krise. Etwaige Unfälle werden von den Unfallversicherungen abgedeckt.
  • Die Sonderbetreuungszeit für minderjährige Kinder unter 14 Jahren im Umfang von drei Wochen wird auf die Betreuung von Pflegebedürftigen ausgeweitet, sofern die 24-Stunden-Betreuung ausfällt. Ein Drittel der Lohnkosten dafür übernimmt der Staat. Es gibt aber keinen Rechtsanspruch darauf und die Maßnahme ist bis Ende Mai befristet.
  • Das zweite COVID-Begleitgesetz für die Justiz legt fest, dass Kündigungen von Mietverhältnissen wegen Mietrückständen aus den Monaten April, Mai und Juni 2020 verboten sind. Die VermieterInnen können die Mietrückstände bis 31. Dezember 2020 nicht einklagen oder aus der Kaution abdecken. Die Zahlungsrückstände müssen bis spätestens Mitte 2022 von den MieterInnen bezahlt werden. Befristete Wohnungsmietverträge, die zwischen 30. März und 1. Juli ablaufen, werden bis Jahresende verlängert. Räumungsexekutionen werden aufgehoben.
  • Verkehrsministerin Leonore Gewessler soll die vorübergehende Suspendierung des LKW-Wochenendfahrverbotes anordnen können.
  • Sonderregelungen gibt es auch für ErntehelferInnen. Z. B.: die Maximalbeschäftigungsdauer von neun Monaten für Drittstaatangehörige wird vorübergehend aufgehoben, „geduldete Fremde“ ohne Arbeitsbewilligung können vorübergehend eingesetzt werden.
  • Im 3. COVID-19-Gesetz werden u. a. Bildungsminister Heinz Faßmann weitreichende Befugnisse gegeben.
  • Sonderunterstützung für Tageszeitungen und private Rundfunksender. Konkret wird ein einmaliger Betrag von vier Euro pro Exemplar der im vergangenen Jahr erzielten durchschnittlichen Druckauflage ausgezahlt. Auch die Fördermittel für private Rundfunksender (+15 Mio. €) und für freie Radios und TV-Sender (+2 Mio. €) werden heuer außertourlich aufgestockt.
  • Alle Hotels werden zwischen 4. und 24. April gesperrt. (Laut Verordnung des Gesundheitsministeriums)
  • Durch die Änderung der COVID-19 Maßnahmenverordnung ist es ab sofort erlaubt vorbestellte Speisen bei Gasthäusern abzuholen. Der Sicherheitsabstand von einem Meter muss jedoch eingehalten werden. Bisher war nur die Lieferung erlaubt gewesen.
  • Durch einen Abänderungsantrag in letzter Minute hat die Regierung doch Regelungen für die Dienstfreistellung von Personen (Risikogruppen) getroffen. Die Krankenversicherungsträger werden beauftragt anhand von Medikationen die Riskiopersonen zu finden. Aufgrund dieser Informationen wird die betroffene Person benachrichtigt und diese kann sich vom behandelnden Arzt ein Attest ausstellen lassen. Die Risikopersonen können aber in Home-Office arbeiten oder weiterhin am Arbeitsplatz beschäftigt werden, falls die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gegeben sind. Wird ein/e ArbeitnehmerIn freigestellt, hat der/die DienstgeberIn Anspruch auf Erstattung des für die Zeit der Freistellung geleisteten Entgelts sowie der Dienstgeberanteile am Sozialversicherungsbeitrag. Hier fordert Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin im ÖGB für Grandsatz, einen umfassenden Kündigungsschutz.
  • Das COVID-19 Maßnahmengesetz erlaubte es das Betreten bestimmter Betriebsstätten oder Arbeitsorte zu untersagen. Durch eine Abänderung des Gesetzes sollen Ausnahmen von Betretungsverboten ermöglicht werden, wenn adäquate Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden können.

Die Regierung kündigte an, dass Aktiengesellschaften, denen der Staat unter die Arme greift, ab 16. März 2020 für ein Jahr keine Dividenden ausschütten dürfen und Managerboni müssen im Vergleich zum Vorjahr halbiert werden. Die Pierer Mobility AG (früher KTM Industries) plante für das Geschäftsjahr 2019 rund 6,7 Millionen Euro Dividende auszuschütten, während seine knapp 4.000 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit sind. Knapp 60 Prozent der Dividenen – rund vier Millionen Euro - wären direkt in die Taschen von Stefan Pierer geflossen. Daraufhin hagelte es Kritik von verschiedenen Seiten und Pierer ruderte zurück: für das Geschäftsjahr 2019 wird keine Dividende ausgeschüttet.

Seit Anfang April 2020 sind die MitarbeiterInnen des Stadttheaters Klagenfurt in Kurzarbeit. In der Steiermark setzen die Brauerei Murau und Stahl Judenburg auf das Sozialpartnermodell. Vorarlberg meldete, dass derzeit knapp 17.000 Menschen in Kurzarbeit sind.

Die globale Corona-Krise ist auch eine Krise der Gesundheitssysteme. Österreichs Gesundheitssystem ist im weltweiten Vergleich im Spitzenfeld. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass das österreichische Gesundheitssystem nach der Corona-Krise keinem Sparprogramm zum Opfer fällt. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian betont das gerade jetzt umso mehr:

„Nach der Krise ist es wichtig, diese Sparwellen zu stoppen und ein gutes Gesundheitssystem für alle zu gewährleisten.“ Wolfgang Katzian

In den vergangenen Jahren hat sich der ÖGB immer wieder für den Erhalt des guten österreichischen Gesundheitssystems eingesetzt und erfolgreich gegen geplante Kürzungen gewehrt. „Jetzt gibt uns diese Krise Recht“, betont Katzian. „Jedes Intensivbett, das wir jetzt nicht hätten, würde uns dramatisch fehlen.“ 

Die ArbeitnehmerInnen sind jetzt die Menschen, die unser System am Laufen halten. Unsere HeldInnen sind für uns im Dauereinsatz.

Die Gewerkschaft ist dabei das Schutzschild der Beschäftigten. Daher ist es jetzt gerade besonders wichtig, Gewerkschaftsmitglied zu werden.

Fortsetzung folgt.

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