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Kick-Off-Meeting Projekt danube@work, Wien

Fit for the New World of Digital Work?

Der hohen Dringlichkeit für eine Zusammenarbeit wurde durch die Eröffnungsredner Ausdruck verliehen. Erich Foglar, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, betonte, dass die Digitalisierung nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern auch unsere Gesellschaft verändert. Die „klassischen“ Arbeitsverträge werden mehr und mehr zurückgedrängt. Das hat weitreichende Konsequenzen in Bezug auf die Arbeitsorganisation und die Möglichkeiten der Mitbestimmung. Das und vieles mehr stellt auch die Sozialpartnerschaft vor neue Herausforderungen. Die Grundfrage bleibt dabei die gleiche: Wie können wir einen Interessenausgleich zwischen Kapital und Arbeit schaffen? Diese Frage wird unter neuen Rahmenbedingungen erneut zu stellen sein und die Interessen werden wieder ein Stück weit neu ausverhandelt werden müssen.
Alois Stöger, Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, sprach von der Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Sozialpartnern und Regierung, denn die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Staaten und Regierungen Sozialsysteme bereitstellen, wie Teilhabe am Arbeitsmarkt aber auch wie Partizipation in Politik und Gesellschaft organisiert ist. Stöger präsentierte wichtige Initiativen des Arbeitsmarktservices Österreich, etwa die Qualifizierungsoffensive, Ausbildungspflicht bis 18 sowie Ausbildungsgarantie bis zum Alter von 25 Jahren. Die Österreichische Bundesregierung erarbeitet mit Sozialpartnern und anderen wichtigen politischen AkteurInnen die „Digital Roadmap“, die einen guten Überblick über wichtige Eckpfeiler und Entwicklung der Digitalisierung darstellt.

Im World Café hatten die TeilnehmerInnenn die Möglichkeit, Informationsstände mit VertreterInnen der einzelnen Staaten Bulgarien, Rumänien, Serbien und Österreich zu besuchen, sich auszutauschen und sich zu den länderspezifischen Gegebenheiten zu den Themen Sozialpartnerschaft und Digitalisierung zu informieren. Dieser Programmpunkt wurde mit großer Begeisterung genutzt und führte zur aktiven Beteiligung und regen Diskussionen aller Anwesenden. Die Keynote speech “Work 4.0 – Revolution or gradual reform?” wurde von Annika Schönauer, FORBA, präsentiert. Aktuelle Herausforderungen und zukünftige Herangehensweisen für Sozialpartner wurden in den Vordergrund gestellt. So bestehe großer Bedarf an der Einrichtung internationaler Kooperationen zwischen den Arbeitnehmer-VertreterInnen entlang der Wertschöpfungsketten. Die Umsetzung der Technik soll sich an menschlichen Bedürfnissen orientieren und die ArbeitnehmerInnen müssen in diesen Prozess eingebunden werden, die positiven Aspekte der Technik sollen von den Menschen unterstützend genutzt werden können.

Interessante Diskussionen fanden im Rahmen der drei Parallel-Workshops statt. Aktive Teilnahme zeigten die Sozialpartner-VertreterInnen im Workshop1 zum Thema „Crowdworking“ von Sylvia Kuba (AK) und Karin Zimmermann (ÖGB). Vorgestellt wurde die „Frankfurter Erklärung“, ein gemeinsames Papier der Arbeitnehmerorganisationen und Gewerkschaften aus sechs Ländern, das sich mit den Rechten von CrowdworkerInnen befasst. CrowdworkerInnen, auch KlickarbeiterInnen genannt, verdienen über Online-Plattformen mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten Geld. Die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit sind allerdings völlig unterschiedlich. Sie sollen weltweit mehr Rechte bekommen, in dem sich Sozialpartner der Staaten zusammenschließen und gemeinsam Eckpfeiler erarbeiten, um die Gefahr der Ausbeutung von CrowdworkerInnen zu verringern.

In Workshop 2 präsentierte Olivia Janisch, BR ÖBB„Digital transformation and automation within the Federal Austrian Railways Group” das aktuelle ÖBB-Projekt zur Sicherung und Gestaltung von Arbeitsplätzen. Auf der Grundlage eines breiten Kommunikationsnetzes mit MitarbeiterInnen zielt die Projektgruppe darauf ab, eine breite Beteiligung der ArbeitnehmerInnen sowie eine transparente Funktion zu gewährleisten.

Reinhard Haider, AK OÖ, definierte grenzenlose Arbeit als "Arbeit, die nicht durch traditionelle organisatorische Regeln wie regelmäßige Bürozeiten, einen einzigen Arbeitsplatz, feste Verfahren und begrenzte Verantwortung beschränkt ist". Anschließend stellte er die Erkenntnisse einer aktuellen Umfrage vor und zeigte, dass sich grenzenlose ArbeitnehmerInnen potenziell stärker auf ausgebildete Sektoren auf dem Arbeitsmarkt stützen und geographisch ungleichmäßig verteilt sind: In der EU 28 arbeiten 3% der Arbeitnehmerinnen regelmäßig zu Hause (Telearbeit), 5% arbeiten sehr mobil (in Büros, zu Hause und auf Reisen), 9% arbeiten gelegentlich mobil, während 44% immer im Betrieb arbeiten. Telearbeit (alle 3 Kategorien) ist am häufigsten in Dänemark (37%) und Nordeuropa, am wenigsten in Süd-, Ost- und Mitteleuropa (Italien - nur 7% der ArbeitnehmerInnen) verbreitet. Im Allgemeinen hat grenzenlose Arbeit positive Auswirkungen auf die wahrgenommene Autonomie der ArbeitnehmerInnen, die mehr Flexibilität genießen. Es gibt aber auch negative Effekte, da Stress erhöht wird und Telearbeit zu längeren Arbeitszeiten führt.

Die Präsentationen der Veranstaltung können auf der Projekt-Website in Englischer Sprache nachgelesen werden.

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