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Bahnstreik Matzleinsdorferplatz
Angesichts der Rekordinflation ist es heuer ein besonders heißer KV-Herbst ÖGB / Berndl
Herbstlohnrunde

Kollektivvertragsverhandlungen: Voller Einsatz der Gewerkschaften für höhere Löhne und Gehälter

Heißer KV-Herbst: Mehr Geld für Beschäftigte in der Reinigung, im Handel und der Bewachung; Warnstreiks bei Eisenbahn, A1 Telekom Austria und Brauereien - alle Infos hier!

Bis zu 9,55 Prozent mehr Lohn für die 50.000 Beschäftigten in der Reinigung

Die Gewerkschaft vida meldet einen Verhandlungserfolg für die Reinigungsbranche. Die Löhne der Kolleginnen und Kollegen in der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung erhöhen sich mit 1. Jänner 2023 um durchschnittlich 8,56 Prozent. In der Spitalsreinigung macht das Lohnplus samt Infektionszulage sogar 9,55 Prozent aus. Mehr Details HIER.

Faire Gehaltserhöhung für Handelsangestellte

Nach Betriebsversammlungen und einer Warnstreik-Drohung konnte das Verhandlungsteam der Gewerkschaft GPA am 29. November einen tollen Erfolg für die rund 430.000 Angestellten im heimischen Handel erreichen.

Die Gehälter steigen um 7 % bzw. um mindestens 145 Euro. Das ist eine durchschnittliche Erhöhung der Gehälter um 7,31 %. Durch den Mindestbetrag ist es eine Erhöhung um bis zu 8,67 Prozent.

Mehr Geld gibt es auch für den Nachwuchs: Die Lehrlingseinkommen werden im ersten Lehrjahr auf 800 Euro im zweiten Lehrjahr auf 1.025 und im dritten Lehrjahr auf 1350 Euro angehoben, das entspricht einer Erhöhung zwischen 8 und 9,6 Prozent.

 „Ohne den Druck der Betriebsversammlungen und die Streikbereitschaft wäre dieser Abschluss nicht möglich gewesen. Engagement und Organisierung zahlen sich aus“, so der Vorsitzende des GPA Wirtschaftsbereichs Handel, Martin Müllauer.

Erfolgreiche KV-Verhandlungen Bewachungsgewerbe / Flughafen-Sicherheitspersonal

Positive Nachrichten gibt es auch nach den Verhandlungen für die rund 15.000 Bewacherinnen und Bewacher: Die Gewerkschaft vida konnte ein Lohnplus von durchschnittlich 10,3 Prozent erkämpfen. Auch die Zulagen werden mit 1. Jänner 2023 um 6,9 Prozent erhöht. Zudem gibt es für KollegInnen, die am 24. und 31. Dezember arbeiten, höhere Zuschläge. Alle Details HIER

Warnstreik bei A1 Telekom Austria: Belegschaft setzt ein Zeichen für ordentliche Gehaltserhöhung 

Auch die fünfte Runde der Kollektivvertragsverhandlungen der Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) mit der A1 Telekom Austria hat keine Einigung gebracht. Die Belegschaft hat daher am 29. November einen rund einstündigen Warnstreik abgehalten. 

Im Fokus der Forderungen stehen die Erhöhung der KV- und Ist- Gehälter um 10,6 Prozent. Die gleiche Erhöhung soll für die Lehrlingseinkommen gelten. Am 6. Dezember soll weiterverhandelt werden. 

Insgesamt geht es bei den Verhandlungen um 10.000 Beschäftigte. Mehr Information dazu findest du HIER.

Eisenbahn: Ganztägiger Streik am 28. November 

Volle Fahrt voraus heißt es auch für die rund 50.000 Beschäftigten in der Eisenbahnbranche. Das Verhandlungsteam der Gewerkschaft vida fordert 400 Euro brutto monatlich mehr auf alle KV- und Ist-Löhne.

    

Nachdem auch die Verhandlungen am Sonntag, 27. November, zu keinem Ergebnis geführt haben, machte die Gewerkschaft vida Ernst. Am Montag, 28. November 2022, hat es von 0 bis 24 Uhr einen österreichweiten Warnstreik im gesamten Eisenbahnbereich gegeben. Fotos und Videos vom Streiktag HIER.

Am 5. Dezember sollen die Verhandlungen weitergehen. 

KV Ordensspitäler: Neue Verhandlungen nach Warnstreik

500 Euro mehr lautet die Forderung für die Beschäftigten in den Privatkrankenanstalten Österreichs.

Nachdem die Verhandlungen stocken und sich fast 100 Prozent der Beschäftigten der Ordensspitäler im Rahmen einer Befragung für einen Streik ausgesprochen haben, hat es am 23. November einen Warnstreik in den Wiener Ordensspitälern Speising, Barmherzige Brüder, Barmherzige Schwestern, St. Josef, Herz-Jesu und Göttlicher Heiland gegeben. Alle Infos HIER

Brauereien: 11 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert, Warnstreiks am 28. November

In den Brauereien hat es am Montag, den 28. November ebenfalls einen Warnstreik gegeben. Damit reagierten die Gewerkschaften PRO-GE und GPA auf die ergebnislos gebliebenen Runden der KV-Verhandlungen. Die Gewerkschaften sind mit einer Forderung von 11 Prozent Lohn- und Gehaltsplus für die etwa 3.500 Beschäftigen in den österreichischen Brauereien in die Verhandlungen gegangen. 

Am 9. Dezember wird weiterverhandelt.   

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Bis zu 10,2 Prozent mehr für Beschäftigte im privaten Gesundheits- und Sozialbereich

Einen Verhandlungserfolg für die 130.000 Beschäftigten im privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich (Sozialwirtschaft Österreich) haben die Gewerkschaften GPA und vida am 17. November 2022 erzielt: Die Löhne und Gehälter steigen um bis zu 10,2 Prozent, wobei untere Einkommen stärker erhöht werden. 

Alle Details dazu liest du für die GPA HIER und die Gewerkschaft vida HIER

Dem Abschluss sind zahlreiche Betriebsversammlungen und Demos vorangegangen. 

HÖRTIPP Podcast: Das Märchen der Lohn-Preis-Spirale

Pünktlich zum Auftakt der Lohn- und Gehaltsverhandlungen der Gewerkschaften macht das Märchen der Lohn-Preis-Spirale wieder die Runde.

Wir klären, warum höhere Löhne und Gehälter die Preisexplosion nicht befeuern, aber auch wieso uns einzig die Gewinn-Preis-Spirale zu schaffen macht. 

Verhandlungserfolg für alle öffentlich Bediensteten - Einkommen steigen durchschnittlich um 7,32 Prozent

 Die Gehälter im öffentlichen Dienst steigen mit 1. Jänner 2023 zwischen 7,15 für hohe und 9,41 Prozent für niedrige Einkommen. Damit steigen die Einkommen durchschnittlich um 7,32 Prozent. Um diesen Wert werden auch die Zulagen angehoben. Diesen Erfolg haben die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und die younion _ Die Daseinsgewerkschaft am 23. November erzielt.

Alle Details zu den Verhandlungen der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst HIER und HIER auf der Website der younion

Übrigens: Die Unternehmerseite argumentiert auch immer wieder, dass Maßnahmen der Regierung (wie etwa die Steuerreform) den ArbeitnehmerInnen in Zeiten der Krise quasi eine Lohnerhöhung bescheren würden. Verschwiegend wird, dass die Steuerreform als auch die „Abschaffung“ der kalten Progression unabhängig von Krisen gesehen werden müssen. Zudem zeigen historische Vergleiche, dass die Steuerreform 1975 und 2016 eine höhere Entlastung gebracht haben.

Erster Abschluss in der Herbstlohnrunde 2022 

Nach einem 12-stündigen Verhandlungsmarathon haben die Gewerkschaften PRO-GE und GPA am 4. November kräftige und nachhaltige Lohnerhöhungen für die rund 200.000 Beschäftigten und Lehrlinge der Metallindustrie erreicht. Die geplanten Warnstreiks sind damit abgewendet. 

Die Ist-Einkommen werden um bis zu 8,9 Prozent angehoben. Die KV-Mindestlöhne steigen um 7 Prozent. Die Lehrlingseinkommen steigen in drei Etappen bis November 2024 auf 1.050 Euro (1. Lehrjahr), 1.270 Euro (2.), 1.625 Euro (3.) und 2.110 Euro (4. Lehrjahr). Eine komplette Übersicht über alle Erhöhungen gibt es HIER

KV-Auftakt auch beim Postbus

Auch bei der Österreichischen Postbus AG haben die Kollektivvertragsverhandlungen begonnen. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft GPF, der Zentralbetriebsratsvorsitzende Robert Wurm, fordert für die Angestellten und Beamten 11,65 Prozent mehr Gehalt plus einen Sockelbetrag von 300 Euro.

Das erste Gegenangebot von Arbeitgeber-Seite – eine Erhöhung der Gehälter um 7 Prozent – bezeichnet Wurm als „realitätsfremd“ – auch, „wenn er ein ehrliches Interesse an einer Annäherung“ ortet.

Kraftakt: 10,4 Prozent mehr für Bordpersonal erreicht

Nach langen und zähen Verhandlungen hat die Gewerkschaft vida am 19. Oktober 2022, in der 5. KV-Verhandlungsrunde erreicht, dass das AUA-Management das Sparpaket ab 2023 reduziert und damit die Gehälter für das fliegende Personal bei der AUA (rund 3.500 Beschäftigte) durchschnittlich um 10,4 Prozent erhöht werden. Die Erhöhung erfolgt in 2 Schritten: Mit 1. Jänner 2023 steigen die Einkommen um acht Prozent und mit 1. Juni 2023 um 12,73 Prozent. Mehr Info hier.