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Gut zu wissen

Wenn dich das Coronavirus am Arbeiten hindert…

…muss der Arbeitgeber deinen Lohn bzw. dein Gehalt weiterzahlen – mit einer Ausnahme

Das Coronavirus ist längst Teil unseres Lebens - auch unseres Arbeitslebens. Was das für dich in ganz speziellen Fällen bedeuten kann, listen wir hier im Detail auf. Wir haben die sechs wichtigsten Szenarien im Überblick:  

1. Du kannst deinen Wohnort nicht verlassen oder deinen Arbeitsplatz nicht erreichen. 

Das könnte passieren, wenn eine Behörde beschließt, deine Gemeinde oder den Ort des Arbeitsplatzes abzuriegeln, oder etwa wenn keine Züge mehr fahren. 

Folge: Der Arbeitgeber muss dein Gehalt bzw. deinen Lohn weiterhin zahlen. 

2. Der Arbeitgeber sperrt den Betrieb vorsorglich zu. 

Folge: Der Arbeitgeber muss dein Gehalt bzw. deinen Lohn weiterhin zahlen. 

3. Man stellt dich unter Quarantäne. 

Wenn dir die Gesundheitsbehörde (nicht 1450!) wegen Corona oder eines Verdachts auf Corona eine häusliche Quarantäne auferlegt und du deshalb nicht arbeiten gehen kannst, steht dir für die gesamte ausgefallene Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung zu, die dein Arbeitgeber leisten muss. Diese Entgeltfortzahlung wird dem Arbeitgeber zur Gänze vom Bund ersetzt. 

Das heißt: Der Arbeitgeber muss dein Gehalt bzw. deinen Lohn weiterhin zahlen. 

4. Dein Kind kann nicht in den Kindergarten oder in die Schule, weil die Einrichtung gesperrt ist. 

Das Kind ist unter 14 Jahre alt. Deshalb bleibst du zuhause bei deinem Kind, anstatt in die Arbeit zu gehen. Darf ich das als ArbeitnehmerIn? 

Folge: Ja - wenn Kindergarten oder Schule aufgrund behördlicher Maßnahmen gesperrt sind, eine Betreuung des Kindes notwendig ist und wenn es keine andere zumutbare Betreuungsmöglichkeit gibt. Das ist eine Dienstverhinderung aus persönlichen Gründen, in diesem Fall kannst du auch die Sonderbetreuungszeit von bis zu vier Wochen (auch in Teilen – ganztägig/halbtägig) in Anspruch nehmen.

Sie gilt pro Elternteil, selbst dann, wenn ein gemeinsamer Wohnsitz mit dem Kind nicht vorliegt. 

5. Muss ich als ArbeitnehmerIn meinem Arbeitgeber eine Infektion mit dem Corona-Virus bekannt geben?

Ja. Im Gegensatz zu anderen Krankenständen musst du deinem Arbeitgeber als ArbeitnehmerIn deine Infektion sofort mitteilen. Wirst du unter Quarantäne gestellt, dann gelten für dich die Regelungen wie in Punkt 3 (oben) erklärt. Bei längerem Krankenstand gibt es Krankengeld

6. Du bleibst aus reiner Angst vor dem Virus zuhause, ohne selbst einer besonderen Risikogruppe anzugehören oder einen anderen wichtigen Grund zu haben.

Folge: Nur in diesem Fall muss der Arbeitgeber dein Gehalt bzw. deinen Lohn nicht weiterhin zahlen. Außerdem ist dies nicht zu empfehlen, weil du damit unter Umständen einen Entlassungsgrund setzt.