Für viele ist Rauchen kein Genuss. Der Arbeitgeber muss sie vor verrauchter Luft schützen.

Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz

Rauchverbot: Außerhalb der Gastro ändert sich nichts

RaucherInnenräume für Beschäftigte sind unter gewissen Bedingungen möglich – auch in der Gastronomie

Seit 1. November gilt das Rauchverbot in der Gastronomie und Hotellerie. oegb.at geht der Frage nach, ob das Gastro-Rauchverbot auch das endgültige Aus für RaucherInnenräume in Büros und Fabriken bedeutet.

Was ändert sich durch das Nichtraucherschutzgesetz für Beschäftigte außerhalb der Gastronomie?

Gar nichts. Arbeitgeber sind durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ausdrücklich verpflichtet, NichtraucherInnen vor schädlichem Tabakrauch zu schützen. In Arbeitsstätten, die sich in Gebäuden befinden, ist deshalb das Rauchen für Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen seit Mai 2018 verboten, sofern NichtraucherInnen in der Arbeitsstätte beschäftigt werden (siehe § 30 ASchG–ArbeitnehmerInnenschutzgesetz). Dieses Rauchverbot gilt nicht nur für Büroräume, sondern z. B. auch für den Eingangsbereich eines Gebäudes, das Stiegenhaus und Gänge. Herkömmliche Tabakwaren wie Zigaretten, aber auch verwandte Erzeugnisse wie E-Zigaretten (mit und ohne Nikotin) fallen unter dieses Verbot.
Wie bisher können Rauchverbote auch aus anderen Gründen, wie z. B. Brand- und Explosionsgefahr, gelten.

Welche Ausnahmen gibt es vom Rauchverbot?

Ist eine ausreichende Zahl von Räumlichkeiten vorhanden, kann der Arbeitgeber einzelne Räume einrichten, in denen das Rauchen für die Beschäftigten gestattet ist. Das gilt auch in der Gastronomie. Zu beachten ist, dass diese Räume (RaucherInnenräume) keine Arbeitsräume sein dürfen. Auch muss gewährleistet sein, dass der Tabakrauch nicht in Räume dringt, für die es ein Rauchverbot gibt. Das Rauchverbot darf dadurch nicht umgangen werden. Arbeits-, Aufenthalts-, Bereitschafts-, Sanitäts- und Umkleideräume dürfen nicht als RaucherInnenräume eingerichtet werden (siehe § 30 Abs. 3 ASchG). Der Betriebsrat hat allerdings die Möglichkeit, über eine Betriebsvereinbarung Regelungen betreffend eines RaucherInnenraums oder mehrerer RaucherInnenräume durchzusetzen.

Ich arbeite in einem Einzelbüro ohne Kunden- oder Parteienverkehr, warum darf jetzt auch in diesem Fall nicht mehr geraucht werden?

Durch das Rauchen lagern sich Partikel des Tabakfeinstaubs an Wänden und Textilfasern (zum Beispiel Vorhängen und Einrichtungsgegenständen) ab und werden von dort wieder in die Raumluft abgegeben. In Räumen, in denen geraucht wird, ist man dadurch ständig den schädlichen, im Tabakrauch enthaltenen Stoffen ausgesetzt. Sogar dann noch, wenn dort gerade nicht geraucht wird. Deshalb gefährdet auch "kalter" Rauch die Gesundheit. Bitte bedenken Sie, dass auch das Reinigungspersonal ihr Büro regelmäßig betreten muss. Es könnte sein, dass Sie z. B. Bildungskarenz/Elternkarenz/Altersteilzeit usw. in Anspruch nehmen oder in Pension gehen, und dann werden auch andere KollegInnen ihr Büro benutzen bzw. mitbenutzen. Es soll auch in diesem Fall rauchfrei sein!