© Roland De Roo
Arbeitsmarkt und Frauen

In fünf Schritten zu mehr Gleichstellung von Frauen

ÖGB diskutierte beim ersten Sommerdialog mit Expertinnen über die Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt

Die Corona-Krise hat Frauen massiv belastet und auch in der Arbeitswelt überdurchschnittlich getroffen. In der extremsten Phase der Krise waren 85 Prozent der Personen, die wegen Corona ihren Arbeitsplatz verloren haben, Frauen. Auch wenn sich der Arbeitsmarkt jetzt langsam erholt, ist das Vorkrisen-Niveau noch lange nicht erreicht. Aktuell sind im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 fast 19.000 Frauen mehr arbeitslos oder in Schulung.

Aus diesem Grund haben die ÖGB-Frauen ein 5-Punkte-Programm entwickelt, das konkrete Lösungsvorschläge zur aktiven Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt anbietet. Beim ersten Sommerdialog in diesem Jahr wurde das Programm mit Expertinnen diskutiert.  

Rückschritte bei der Gleichberechtigung verhindern 

Nur mit einer aktiv gestalteten Arbeitsmarktpolitik kann verhindert werden, dass die Benachteiligungen, die Frauen während der Corona-Krise am Arbeitsmarkt erfahren haben, dauerhaft bleiben und es zu Rückschritten bei der Gleichberechtigung kommt

ÖGB-Vizepräsidentin und –Frauenvorsitzende Korinna Schumann

Der Schwerpunkt des Programms liegt auf Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik: „Nur mit einer aktiv gestalteten Arbeitsmarktpolitik kann verhindert werden, dass die Benachteiligungen, die Frauen während der Corona-Krise am Arbeitsmarkt erfahren haben, dauerhaft bleiben und es zu Rückschritten bei der Gleichberechtigung kommt“, betont Korinna Schumann.   

Mehr Qualifikation, Arbeitslosengeld und Kinderbetreuung 

Zielführende Maßnahmen sind laut ÖGB-Programm der Ausbau sozialer und infrastruktureller Einrichtungen wie Kindergärten, des öffentlichen Verkehrs oder von Pflegeinstitutionen und die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze. Zusätzlich sollen Frauen-Beratungsstellen zur Arbeitsmarktvermittlung gefördert und das Arbeitslosengeld erhöht werden. Auch Frauenstiftungen, über die Aus- und Weiterbildung finanziert werden können, um Betroffenen den Umstieg in eine andere Branche zu ermöglichen, sind etablierte und wirksame Mittel zur Bekämpfung von Frauenarbeitslosigkeit. Schließlich bietet auch die bewusste Umverteilung von Arbeitszeit, etwa durch Arbeitszeitverkürzung mittels Einführung einer sechsten Urlaubswoche für alle Chancen auf neue Arbeitsplätze.   

Breiter Dialog mit Expertinnen

Weitere Teilnehmerinnen des Sommerdialogs und der Diskussion um das 5-Punkte-Programm des ÖGB waren Petra Draxl, Geschäftsführerin des AMS Wien, Sophie Karmasin, Geschäftsführerin des Vereins Unternehmen Zukunft und ehemalige Bundesministerin für Familien und Jugend, Elisabeth Klatzerattac-Ökonomin und Mitinitiatorin des Bündnisses „Mehr für Care!“ sowie Maria Langmaier, Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs.  

Korinna Schumann beurteilt den Dialog höchst positiv: „Der heutige Austausch über die Verbesserung der Jobmöglichkeiten für Frauen nach der Corona-Krise war sehr wertvoll. Die Erfahrungen der Teilnehmerinnen des Sommerdialogs haben uns gezeigt, welche weiteren Möglichkeiten es zur Bekämpfung der Frauenarbeitslosigkeit gibt, aber auch wie facettenreich die Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt ist.“   

Der diesjährige ÖGB-Sommerdialog läuft unter dem Motto „Rein in die Arbeit, raus aus der Krise!“ und umfasst insgesamt drei Termine.