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Fairness für Crowdworker

Neue Anlaufstelle für Menschen, die über Online-Plattformen arbeiten

Kurzzeit-Jobs, die über so genannte Crowdwork-Plattformen im Internet digital vermittelt werden, sind auch in Österreich immer mehr verbreitet. Die Tätigkeiten reichen von einfach bis kompliziert, von Beschriftungen bis Übersetzungen und Softwarelösungen. Allerdings lässt sich meist nur schwer ermitteln, wie viel die unterschiedlichen Plattformen bezahlen und wie sie mit den Beschäftigten umgehen.

Immer mehr Beschäftigte arbeiten für Crowdwork-Plattformen wie Upwork, Clickworker oder Amazon Mechanical Turk - meist ohne Arbeitsvertrag und unter dem Mindestlohn. Durch den digitalen Wandel seien Jobs in Grauzonen entstanden und "Wild-West-Methoden" hätten Einzug gehalten, sagte AK-Präsident Rudi Kaske. AK und ÖGB fordern klare Regelungen für die Beschäftigten.

"Auch wer online arbeitet, hat ein Recht auf soziale Absicherung, auf faire Bezahlung und darauf, sich gewerkschaftlich zu organisieren", so Kaske bei einem Pressegespräch. Gemeinsam mit der deutschen Gewerkschaft IG Metall und der schwedischen Arbeitnehmervertretung Unionen haben AK und ÖGB die Plattform http://faircrowd.work/ aufgebaut, die Arbeitnehmern der Branche helfen soll, sich zu informieren, zu organisieren und ihre Rechte durchzusetzen.

Wie viele Crowdworker es in Österreich gibt, lasse sich schwer sagen, so Expertinnen von AK und ÖGB. Bei einer im Vorjahr durchgeführten Online-Befragung unter rund 2.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren gaben 5 Prozent der Befragten an, regelmäßig über solche Plattformen zu arbeiten. In den USA sowie der EU-15 wurde die Zahl der Beschäftigten, die sich ihre Arbeitsaufträge über Plattformen im Internet besorgen, von McKinsey auf 9 Millionen geschätzt.

Wenn Beschäftigte keine Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, würden auch dem Staat enorme Summen entgehen, so ÖGB-Präsident Erich Foglar. "63 Prozent der Staatseinnahmen kommen von der Arbeit." Die österreichische Regierung sollte die EU-Ratspräsidentschaft im nächsten Jahr daher nutzen, um eine europäische Richtlinie für Crowdworker auf den Weg zu bringen, fordern die Spitzenvertreter der Arbeitnehmervertretungen.


Anlaufstelle für Crowdworker

Informationen über rechtliche Fragen, die Crowdworker betreffen: faircrowd.work

Wer als Crowd-, App- oder Plattform-Beschäftigte/r in Deutschland, Österreich oder Schweden unterwegs ist und Beratung und Unterstützung benötigt, findet Kontakte zu Gewerkschaften und Unterstützungsangebote. In allen drei Ländern sind Crowdworker künftig auch willkommen, Gewerkschaftsmitglieder zu werden. ÖGB/AK bieten Auskunft unter crowdwork@oegb.at. Das allgemeine Servicetelefon des ÖGB 01/ 53 444 -39100 vermittelt den Kontakt zu ExpertInnen in ÖGB, AK und Gewerkschaften.

Buchtipp: Doris Lutz, Martin Risak (Hrsg.): Arbeit in der Gig-Economy. Rechtsfragen neuer Arbeitsformen in Crowd und Cloud. ÖGB-Verlag, 376 Seiten, 34,90 Euro. Bestellen: goo.gl/evNh3A

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