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Gehaltsraub

GPA-djp-Gotthartsleitner: Schluss mit dem Lohn- und Gehaltsraub an Jugendlichen

"Tausende AbsolventInnen von Berufsbildenden mittleren oder höheren Schulen drängen jährlich auf den Arbeitsmarkt, oft gibt es aber anstelle eines Arbeitsvertrages einen Lehrvertrag. Und die derzeitigen gesetzlichen Regelungen lassen das auch noch zu!", erinnert Helmut Gotthartsleitner, Jugendsekretär der Gewerkschaft der Privatzangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) einmal mehr an das Fehlen des § 28 im Berufsausbildungsgesetz.

Die Abschaffung dieses Paragraphen geht klar zulasten von BMHS-AbsolventInnen, deren Schulabschluss seither nicht mehr mit mehreren Lehrabschlüssen gleichgesetzt wird. Jetzt entscheidet der Arbeitgeber darüber, ob und wie viel Lehrzeit angerechnet wird. "Für die betroffenen Jugendlichen kann das gewaltige finanzielle Einbußen bedeutet. Für die Absolventin einer Tourismusschule, die in einem Reisebüro zu arbeiten beginnt, beträgt die Differenz zwischen Lehrlingsentschädigung im ersten Lehrjahr und Kollektivvertrag-Startgehalt beispielsweise rund 13.000 Euro brutto allein in den ersten zwölf Monaten", erklärt Gotthartsleitner. Natürlich gehen durch diese Vorgangsweise auch wertvolle Lehrplätze verloren, so Gotthartsleitner weiter: "Doppelte Ausbildung bedeutet doppelte Kosten, dem Staat gehen dadurch Steuergelder und Sozialversicherungseinnahmen verloren."

Die GPA-djp macht gemeinsam mit anderen Gewerkschaften und den Arbeiterkammern seit einiger Zeit auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam, eine bereits so gut wie fertig verhandelte Einigung auf die Wiedereinführung des § 28 wurde von der Wirtschaftskammer aber wieder zurückgezogen, seit kurzem werden auch Gespräche in dieser Angelegenheit verweigert.

Gemeinsam mit der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) wurde deshalb auch das "Bündnis Berufsberechtigung" ins Leben gerufen, das nach einer stark besuchten Auftaktveranstaltung in Wien in den kommenden Monaten in ganz Österreich SchülerInnen, ElternvertreterInnen und LehrerInnen informieren wird: "Der Unmut ist groß, wir lassen uns diesen Lohn- und Gehaltsraub nicht länger tatenlos gefallen!", so Gotthartsleitner: "Wir fordern die Wirtschaftskammer auf, wieder in Verhandlungen einzutreten. Die BMHS-Abschlüsse müssen wieder zu einem Ersatz von Lehrabschlüssen führen und in der Arbeitswelt anerkannt werden!"

Die Forderung kann unter www.jugend.gpa-djp.at/berufsberechtigung unterstützt werden.

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