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„Plötzlich war die Gesundheit wichtig“

Zukunftsweisender Austausch beim ÖGB-Sommerdialog – ExpertInnen fordern Umdenken für krisensicheres Gesundheitssystem

„Wie wichtig ein gut funktionierendes Gesundheitssystem ist, hat sich in der Krise gezeigt“, resümiert Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin im ÖGB. Von der Politik würde das jetzige Gesundheitssystem durch die Corona-Krise auf einmal geschätzt werden. „Aber bei wichtigen Fragen, wie der Gesundheitsreform, ist immer noch nichts weitergegangen. Das muss sich ändern“, hält Reischl im Rahmen des ÖGB-Sommerdialogs fest.

Die richtigen Lehren ziehen

Tatsächlich könne man viele Lehren aus der aktuellen Situation ziehen. Durch die Krise seien die Schwächen im System deutlicher geworden, sagt Sigrid Pilz, Leiterin der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft. „Die PflegerInnen werden zu wenig wertgeschätzt und das obwohl sie die RetterInnen in der Not waren“, unterstreicht sie.

„Die PflegerInnen werden zu wenig wertgeschätzt und das obwohl sie die RetterInnen in der Not waren“ Sigrid Pilz, Leiterin der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft

Kommunikation und bessere Versorgung des Personals wichtig Gesundheitsexperte Peter Nowak von „Gesundheit Österreich“ sieht vor allem in der Kommunikation zwischen Institutionen und BürgerInnen ein großes Versäumnis und viel Potential für die Zukunft. Hier würde eigentlich eine „zentrale Leistung von Kommunikation und Informationspolitik“ liegen.

Was alles nicht so gut gelaufen ist, kann die Ärztin und Vorstands-Mitglied der ÖGAM (Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin) Renate Hoffmann-Dorninger aus erster Hand berichten: „Viele chronisch-kranke Menschen wurden dezidiert unterversorgt“, erklärt sie. Dem stimmen auch Christa Hörmann, Bundesfrauenvorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft younion, und Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida, zu. In den Krankenanstalten gab es zu wenig Schutzausrüstung und auch psychisch seien viele an ihr Limit gegangen, erinnern die beiden.

„Viele chronisch-kranke Menschen wurden dezidiert unterversorgt“, Ärztin Renate Hoffmann-Dorninger

Lob für Hotline 1450

Sehr gut funktioniert hätte beispielsweise die Corona-Hotline „1450“, wie Volker Schörghofer vom Dachverband der Sozialversicherungsträger festhält. Er sieht die Zukunft vor allem in der Digitalisierung. Als Beispiel führt er ELGA, die elektronische Gesundheitsakte, an.

„Die PflegerInnen werden zu wenig wertgeschätzt und das obwohl sie die RetterInnen in der Not waren“, unterstreicht Sigrid Pilz im Rahmen des ÖGB-Sommerdialogs

Zukunft neu denken

„Um weiterhin auf ein gutes Gesundheitssystem zugreifen zu können, müssen künftig die Strukturen so beschaffen sein, dass es Krisen wie diese langfristig aushält“, erklärt David Mum, Ökonom und Leiter der Grundlagenabteilung der Gewerkschaft GPA-djp. Patientenanwältin Sigrid Pilz ist davon überzeugt, dass es vor allem eine faire Verteilung der Ressourcen im Gesundheitswesen braucht. Angesichts der aktuellen Rekordarbeitslosigkeit sieht Christa Hörmann eine Möglichkeit den Personalmangel im Gesundheitsbereich zu bewältigen, indem man Menschen, die sich dafür auch interessieren, eine entsprechende Ausbildung ermöglicht.

„Nur gemeinsam können wir Lösungen finden, die die Gesellschaft braucht“, David Mum, Ökonom und Leiter der Grundlagenabteilung der Gewerkschaft GPA-djp

Warum der Sommerdialog wichtig ist

„Der Sommerdialog findet in einem ungezwungenen Rahmen und ohne unmittelbaren Zeitdruck statt, das bringt viele unterschiedliche Experten zum selben Thema zusammen“, schildert David Mum das spannende Format. Vor diesem Hintergrund bietet der ÖGB-Sommerdialog ein wichtiges Forum, um für drohende zukünftige Probleme gerüstet zu sein. „Nur gemeinsam können wir Lösungen finden, die die Gesellschaft braucht“, sagt Mum abschließend.

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