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Plötzlich Homeoffice!

So haben Elisabeth und Senad das Arbeiten zu Hause erlebt

Von heute auf morgen waren Elisabeth und Senad mit Home Office konfrontiert
So haben Elisabeth und Senad das Arbeiten zu Hause erlebt Von heute auf morgen waren Elisabeth und Senad mit Home Office konfrontiert

Und plötzlich war alles anders. Mitte März hat es das Arbeitsleben, wie wir es kannten, für viele so nicht mehr gegeben. Das Corona-Virus hat hunderttausende Menschen in Österreich von heute auf morgen in Homeoffice geschickt. Es war nicht wichtig, wie viel Erfahrung Beschäftigte, Führungskräfte oder Unternehmen mit der Arbeit von zu Hause hatten. Es war wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Vier von zehn Beschäftigten haben laut Untersuchungen (AK OÖ Arbeitsklima Index) seit Ausbruch der Corona-Krise ausschließlich oder zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet. Zwei davon, Elisabeth Felbermair und ihr Mann Senad Lacevic, erzählen uns, wie es ihnen dabei ergangen ist. 

Erste Hürden   

Elisabeth ist Regionalmanagerin in einem großen Betrieb im Bereich der Kinderbetreuung in Wien. Homeoffice war ihr vor Corona fremd: „Ich habe das nie gemacht. Plötzlich brauchte ich einen geeigneten Arbeitsplatz. Den gibt es bei uns in der Wohnung aber so nicht. Wir haben nur einen großen Tisch und das ist der Esstisch!“ Elisabeth war aber nicht die einzige, die einen Arbeitsplatz gebraucht hat. Auch ihr Mann Senad. Der Sozialarbeiter und Betriebsratsvorsitzender ist bei den Wiener Volkshochschulen tätig und war auch im Homeoffice. „Er hat viel im Schlafzimmer auf einem Sessel erledigt. Dort war auch sein Laptop“, erinnert sich Elisabeth. Der Laptop war aber nicht wirklich eine Hilfe, ergänzt Senad: „Viele Programme sind nicht oder schlecht gelaufen. Ich habe die meiste Zeit am Handy gearbeitet. Wir haben bei uns Kurzarbeit für die KollegInnen installiert und umgesetzt.“  

Im Homeoffice mit Kinderbetreuungspflichten 

Elisabeth und Senad sind auch Eltern von zwei Kindern und mussten den Spagat zwischen Arbeit, Homeschooling und Kinderbetreuung schaffen. „Da war die Schwierigkeit, dass oft vieles gleichzeitig passiert ist. Meine Tochter wollte etwas für die Schule wissen, ich war am Telefon und der Kleine hat irgendetwas hinuntergeworfen. Diese Gleichzeitigkeit war sehr schwierig für mich“, berichtet Elisabeth. „Ich habe mich sogar ins Bad verzogen, damit ich in Ruhe telefonieren konnte“, erzählt sie schmunzelnd. Ähnliche Erfahrungen hat auch Senad gemacht: „Zum Telefonieren bin ich immer wieder in den Hof oder auf die Straße hinunter.“ 

Und es hat Zoom gemacht… 

Gefragt nach ganz besonderen Erlebnissen in ihrer Homeoffice-Zeit, bekommt Senad ein Lächeln auf die Lippen: „Meine Kinder haben zahlreiche Zoom-Videokonferenzen gecrasht. Sie wollten meine Kopfhörer haben und auch etwas sagen.“ Elisabeth ist ganz besonders die Solidarität ihrer KollegInnen in Erinnerung geblieben: „Sie haben mich unterstützt, dass ich für drei Wochen freigestellt werde, damit ich mich voll und ganz um die Betreuung unserer Kinder kümmern kann. Die Arbeitslast war wirklich hoch – neben der Erwerbsarbeit mussten wir noch die Hausarbeit erledigen sowie die Jobs der Volksschullehrerin, Hort- und KindergartenpädagogInnen unserer Kinder übernehmen.“ Mittlerweile arbeitet Elisabeth wie vor der Krise in ihrem Büro.  

Ewiges Homeoffice? Nein Danke 

Auch Senad ist mittlerweile an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Erfahrung Homeoffice hatte für ihn sowohl positive als auch negative Seiten: „Es war natürlich super, dass ich mehr Zeit für meine Kinder hatte. Ich habe es auch durchaus genossen, dass viel Herumfahrerei weggefallen ist. Wir haben immerhin 43 Standorte in Wien, die ich immer wieder besuche.“ Den direkten Kontakt zu den KollegInnen haben aber beide, Senad und Elisabeth, vermisst.

"Die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem verschwimmen. Es gibt kaum eine Abgrenzung."Elisabeth und Senad

Einig sind sich die beiden auch darin, dass im Homeoffice „die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem verschwimmen. Es gibt kaum eine Abgrenzung.“ Auf die Frage, ob er ewiges Home Office machen möchte, braucht Senad nicht lange überlegen: „Nein, Danke. Das ist nichts für mich. Ab und zu ist es nett, aber das ist kein Dauerzustand.“ Seine Frau Elisabeth nickt zustimmend – auch für sie ist ständiges Homeoffice kein Zukunftsmodell.    

 

Wie es Österreichs Beschäftigten in der Corona-Krise im Homeoffice ergangen ist, hat auch die Arbeiterkammer untersuchen lassen. HIER geht's zur Umfrage.

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