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ÖGK: Jetzt explodieren die Verwaltungskosten

Alle ÖGB-Warnungen ignoriert. ArbeitnehmerInnen zahlen die üppige Reform-Rechnung.

„Sparen im System” – spätestens mit dem Antritt der türkis-blauen Regierung im Dezember 2017 ein gebetsmühlenartig wiederholtes Mantra. Mit trauriger Regelmäßigkeit stellt sich aber die Erkenntnis ein: Es ist nur ein Schmäh. Beispiele dafür gibt es in Hülle und Fülle. Der Österreichischen Gesundheitskasse fehlen dank des türkis-blauen Kassenumbaus im laufenden Jahr laut aktueller Gebarungsvorschau etwa 558 Millionen Euro, den Sozialversicherungen insgesamt sogar 619 Millionen. Bis 2023 dürfte es mindestens 3,3 Milliarden sein. Eine Entwicklung, vor der der Österreichische Gewerkschaftsbund schon lange gewarnt hat. Etwas weniger im Fokus der Öffentlichkeit, aber mindestens genauso erschreckend ist ein Blick auf die Verwaltungskosten. Diese sind nämlich nicht nur nicht (wie versprochen) gesunken, sie sind sogar explodiert.

Österreich war 2017 noch Vorbild

Dabei ist Österreich noch 2017 im internationalen Vergleich hervorragend dagestanden: Eine Studie der London School of Economics zeigte damals, dass in kaum einem Land die Krankenversicherungsträger dermaßen effizient und günstig verwaltet werden. Zwei Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben wurden damals für die Verwaltung der Krankenversicherung aufgewendet – ein im internationalen Vergleich herausragender Wert. Von 2015 auf 2016 stiegen die Verwaltungskosten um 4,3 Prozent, ein Jahr später sogar nur um 2,3 und von 2017 auf 2018 um 2,6 Prozent – ebenfalls eine sehr gute Entwicklung.

Feindliche Übernahme

Aber dann kamen „Reform” und Fusion und mit einem Mal wurden nicht nur die ArbeitnehmerInnen in ihren eigenen Versicherungen politisch entmachtet, sondern auch ihr Geld verschleudert. Plötzlich entscheiden nämlich die Dienstgeber, die dort selbst gar nicht versichert sind. Womit auch das Ziel der Aktion klar wäre. Die üppige Rechnung für diese politische Umfärbung zahlen die Versicherten: Schon von 2018 auf 2019 kostete die Verwaltung um 7,2 Prozent mehr, für 2020 muss man sogar mit einem Anstieg von 7,8 Prozent kalkulieren. Plötzlich stehen die heimischen Krankenversicherungen im internationalen Vergleich statt hervorragend ziemlich schlecht da. Erschreckend: Der Großteil der tatsächlichen Kosten der Fusion ist da noch gar nicht enthalten.

ArbeitnehmerInnen bezahlen üppige Rechnung

Unter dem Strich bedeutet das: Für die von ÖVP und FPÖ orchestrierte Machtübernahme der Arbeitgeber in den Sozialversicherungen dürfen die ArbeitnehmerInnen alleine in den ersten zwei Jahren nach der Fusion tief ins Börsel greifen: 2019 fielen nämlich 524 Millionen Euro an, 2020 werden es nach aktuellem Stand 564 Millionen. Hätten sich die Verwaltungskosten wie in den Jahren zuvor, also ohne türkis-blaue „Reform”, entwickelt, würden 66 Millionen mehr für Krankenversicherungsleistungen zur Verfügung stehen. Damit könnte man fast 100 Kassen-KinderärztInnen fünf Jahre lang bezahlen.

So ändern sich die Zeiten

Interessant ist auch: Noch im Sommer 2017 dürfte man die Entwicklung der Kosten gänzlich anders gesehen haben – da war aber auch noch keine Rede von einer großangelegten Kassenfusion. Vor ziemlich genau drei Jahren nämlich hat der damalige Hauptverbandschef Alexander Biach von Einsparungen in der Höhe von 120 Millionen im Verwaltungsbereich ab 2021 gesprochen und das als „konservative Schätzung” bezeichnet. Wenig später starteten dann aber seine mittlerweile türkisen Parteikollegen ihre „Reform”.

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