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Casinos Austria: Millionen für politische Farbenspiele

Aber 500 Menschen verlieren schon bald ihren Arbeitsplatz

Rund 500 Menschen verlieren bei der Casinos Austria AG schon bald ihre Arbeitsplätze - ein historischer Kahlschlag. Fast ein Drittel der insgesamt rund 1.700 Mitarbeitern wird auf die Straße gesetzt. Das Drama für die ArbeitnehmerInnen hat einen Namen: „ReFIT” heißt das Sparpaket, das vom Aufsichtsrat gebilligt wurde. Gedroht wird zusätzlich damit, die 12 traditionellen Casino-Standorte nicht zu erhalten, wenn man mit dem drastischen Kurs keinen Erfolg hat. In anderen Worten: Spielen die verbliebenen ArbeitnehmerInnen jetzt nicht mit, steht auch ihre Existenz auf dem Spiel.  

Insgesamt möchte man bei der Casinos Austria AG so 40 Millionen Euro einsparen, heißt es offiziell. “Weit überzogen”, lautet die Einschätzung von Zentralbetriebsratschef Manfred Schönbauer dazu. Die ArbeitnehmerInnen-Vertreter plädieren für sozial verträglichere Modelle wie Altersteilzeit statt Kündigungen.

Politische Umfärbung kostet 250 Jahresgehälter

In anderen Bereichen dürften die finanziellen Mittel allerdings üppig vorhanden sein: Allein für die politischen und vorzeitigen Ablösen von Generaldirektor Alexander Labak und Vorstand Dietmar Hoscher wurden rund 6,4 Millionen Euro verschleudert. Labak-Nachfolgerin wurde Bettina Glatz-Kremsner, die damalige Stellvertreterin von ÖVP-Chef und Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sie hat für ihre Beförderung von der Finanzvorständin zur Generaldirektorin satte 1,6 Millionen Euro erhalten und damit Platz gemacht für FPÖ-Mann Peter Sidlo – was die Casinos noch einmal 2,3 Millionen Euro kosten könnte. Der blaue Kurzzeit-Finanzvorstand hat nämlich geklagt.  

Macht in Summe also mindestens acht Millionen Euro, die nur aus einem einzigen Grund ausgegeben wurden: politische Umfärbung. Alleine damit könnte man fast 200 Arbeitsplätze mit dem heimischen Durchschnittsgehalt von 2.400 Euro brutto pro Monat ein Jahr lang finanzieren. Gewinnt Sidlo seine Klage, kämen mehr als 50 weitere Jahresgehälter dazu. Stattdessen fließt das Geld in Prämien, Abfertigungen und ähnliches.   

8 Millionen Euro oder 200 Arbeitsplätze für ein Jahr

GPA-djp sieht „Versagen der Republik”

Karl Dürtscher, Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), spricht in einer ersten Reaktion von „einem Versagen der Verantwortungsträger der Republik”. Der Staat müsse gerade jetzt alles tun, um „Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land zu halten”. Es hätte durchaus Alternativen gegeben, so Dürtscher. Die damalige türkis-blaue Regierung habe aber “durch skrupellosen Postenschacher” den Boden für “diesen Kahlschlag aufbereitet”, erinnert der GPA-djp-Bundesgeschäftsführer.

ÖGB-Grundsatzprogramm hat eine Antwort

In Summe geht es dabei freilich um noch viel mehr als „nur” die oben erwähnten mindestens acht Millionen Euro – und damit auch um deutlich mehr Arbeitsplätze, die erhalten werden könnten. Ein Problem, das der Österreichische Gewerkschaftsbund längst erkannt hat und auf das er in seinem Grundsatzprogramm auch eine Antwort gibt:

„Manager-Vergütungen, die überwiegend kurzfristige Erfolge honorieren, sowie Boni-Zahlungen sind auf höchstens ein halbes Jahresgehalt zu beschränken. Sie dürfen nicht mehr im Personalaufwand verbucht werden, denn der hohe Personalaufwand wird immer wieder herangezogen, um Personalabbau zu rechtfertigen.”
ÖGB-Grundsatzprogramm 2018-2023

Download: ÖGB-Grundsatzprogramm 2018-2023 (pdf, 1,63 MB)

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