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Arbeitslosengeld

Einmalzahlung für Arbeitslose kommt bei vielen nicht an

Einzig vernünftiger Weg wäre Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent

Die jetzt aufgezeigte Lücke beim Corona-Bonus für Arbeitslose sorgt weiter für Aufregung. Volksanwalt Bernhard Achitz hat am Wochenende darauf hingewiesen, dass die Einmalzahlung bei vielen betroffenen Arbeitslosen nicht ankommt. Menschen, die während ihrer Arbeitslosigkeit krank sind bzw. waren, fallen um den 450 Euro-Bonus zur Gänze um. „Der Hintergrund ist, dass die Betroffenen in diesen Fällen Krankengeld und kein Arbeitslosengeld bezogen und daher keinen Anspruch auf die Einmalzahlung haben. Diese Regelung gehört dringend saniert“, erklärt ÖGB-Arbeitsmarktexperte Alexander Prischl.

Weg mit unfairer Regelung

Die von der Bundesregierung eingeführte Einmalzahlung für Arbeitslose ist keine nachhaltige Lösung, das haben wir als ÖGB bereits mehrfach kritisiert. Was arbeitslosen Menschen wirklich hilft, ist und bleibt die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent. „Jetzt werden Menschen, die es ohnehin schwer haben, auch noch dafür bestraft, wenn sie krank werden. Diese Regelung ist mehr als unfair – das Geld muss bei allen Betroffenen ankommen“, unterstreicht ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

Die Betroffenen brauchen mehr Geld, um nicht in die Armut abzurutschen. Wann, wenn nicht jetzt, kann sich die Bundesregierung endlich zu diesem notwendigen Schritt durchringen?

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian

Nur höheres Arbeitslosengeld wirkt

Die Regierung müsse anlässlich dieser Tatsachen endlich erkennen, dass es in der jetzigen Situation nur einen vernünftigen Weg gibt, um Arbeitslosen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend brauchen: Die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent, so Katzian: „Die Betroffenen brauchen mehr Geld, um nicht in die Armut abzurutschen. Höheres Arbeitslosengeld würde sich außerdem auf das Konsumverhalten auswirken – die Wirtschaft würde also ebenso davon profitieren. Wann, wenn nicht jetzt, kann sich die Bundesregierung endlich zu diesem notwendigen Schritt durchringen?“